Tipps für den Valentinstag in MünchenHerz verlieren leicht gemacht

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Warum nicht einfach mal zum Tanzen gehen am Valentinstag?
Warum nicht einfach mal zum Tanzen gehen am Valentinstag? AndreyPopov/IMAGO/Panthermedia

2026 fallen der Valentinstag und die Hochsaison des Faschings auf dasselbe Wochenende. Das birgt närrisch viele Möglichkeiten, beides freudvoll zu feiern.

Von Lena Matuschik

Für manche ist der 14. Februar nichts als ein Marketingtrick der Blumen- und Pralinenindustrie, für andere der romantischste Tag im Jahr. So sehr sich die Geister in dieser Thematik scheiden, so steht doch eines fest: Am kommenden Samstag ist Valentinstag. Bonbonnieren, Rosen und Kerzenschein-Dinner zählen da zum üblichen Repertoire. Dieses Jahr bietet sich allerdings eine gute Gelegenheit für ein bisschen Abwechslung, denn der Valentinstag fällt auf das Faschingswochenende. Durch die zahlreichen Bälle und Partys lassen sich die beiden Feierlichkeiten gut verbinden. Verliebte können dabei gleich mal testen, wie viel Narretei die Liebe wirklich verträgt.

Achtung, nicht auf die Füße treten!

Am 14. steht viel auf dem Programm. Thematisch am passendsten ist wohl der Roses & Love Ball, der heuer zum zweiten Mal im Deutschen Theater stattfindet. Angekündigt ist ein „Abend als Zeichen für gelebte Vielfalt“ mit einer Modenschau als Höhepunkt. Mit Gloria Gray, Entertainerin und Wegbereiterin der queeren Szene in Bayern, sowie mit Musik von House-DJ Tom Novy wird am Freitag, 13. Februar, von 20 Uhr an in den Valentinstag hineingefeiert.

Wer nach einer Ballnacht noch Kondition und Spaß am Feiern hat, kann an den nächsten zwei Abenden gleich wieder auftanzen. Am 14. und 15. Februar werden Ballgäste beim Rock That Swing Ball und beim Jamboree Ball eingeladen, in die Welt des Swing der 20er- bis 50er-Jahre einzutauchen. Wer die Schritte nicht beherrscht, kann an beiden Abenden von 19 Uhr an im Deutschen Theater einen gratis Crashkurs belegen.

Eine Schnupperstunde im Cha-Cha-Cha gibt es am 14. Februar in der Tanzschule am Stachus, bevor dort die Standard-Latein-Tanzparty startet. „Die Leute werden immer tanzbegeisterter, auch was Paartänze betrifft.“ Das beobachtet Maria Ramic, Geschäftsleiterin der Tanzschule. Hier werden nicht nur Schnellkurse angeboten, sondern auch intensivere Kurse in unterschiedlichen Disziplinen. „Bachata ist momentan ein sehr beliebter Tanz, viele Leute steigen neu in die Szene ein. Und Salsa ist ein Dauerbrenner, gerade auch wieder bei jüngeren Leuten“.  Auf die Frage, ob diese trendigen lateinamerikanischen Tänze zugleich die romantischsten seien, erwidert Ramic, das eher nicht, sie seien „die sexuellsten“.

Suchen Paare weniger an zackiger Hüftbewegung, rät Ramic zum klassischen Walzer, denn „da geht es darum, sich ineinander zu verdrehen und gleich viel Kraft reinzubringen. Der Walzer ist das zum Tanz gewordene Ying und Yang“. Tipps, um sich beim Tanzkurs so kurz vor dem Valentinstag nicht in die Haare zu kriegen, hat Ramic auch parat: „Der wichtigste Punkt ist vor allem, Geduld mit dem Führenden zu haben und beim Drehen nicht wie ein Mixer der Dame den Arm auszurenken. Sonst kann man keine Fehler machen.“ In der Weiberfastnacht, also am Donnerstag vor dem Aschermittwoch, sollten sich die Herren beim Tanzkurs aber in Acht nehmen. Die Krawatte ist sonst nach einem Tritt auf die Füße der Partnerin schneller abgeschnitten als gedacht.

Etikette, Kostüme und Schlagerpartys

Kapitän führt Engel: Manche Kostüme bleiben immer en vogue. Diese schöne Tanzaufnahme entstand vor zwölf Jahren auf einem der Weißen Feste in der Münchner Max Emanuel Brauerei.
Kapitän führt Engel: Manche Kostüme bleiben immer en vogue. Diese schöne Tanzaufnahme entstand vor zwölf Jahren auf einem der Weißen Feste in der Münchner Max Emanuel Brauerei. Catherina Hess

Traditionell ist die Tanzschule auch der Ort, an dem neben Tanzschritten auch Umgangsform und Benimmregeln gelehrt werden. Doch auch das habe sich inzwischen ein wenig geändert und unterscheide sich sehr nach Generation, so Maria Ramic, denn „die Etikette hat sich eher in die Richtung entwickelt, mehr darauf zu achten, die Grenzen des anderen nicht zu überschreiten“. Das betrifft auch das Auffordern zum Tanz.

Dessen Bedeutung habe sich allgemein verändert. Damen müssten nicht mehr auf Aufforderungen warten. Mittlerweile würde schon sehr frei gegenseitig aufgefordert werden. Viele Tanzschulen unterscheiden bereits in „Leader“ und „Follower“ statt in „Herren“ und „Damen“. Das definiert vollkommen neue Rollenbilder. Was bleibt, ist der besondere Charme des Gesellschaftstanzes. An keinem anderen Ort als im Ballsaal, besonders im lustigen Chaos der Quadrille um Mitternacht, können sich Leute so unverfänglich begegnen und neue Tanzpartner kennenlernen, die für einen Tanz, vielleicht einen ganzen Abend oder sogar fürs Leben bleiben.

Klassisch, traditionell und gekleidet im historischen Stil der Münchner Bürgerschaft, tanzen die Ballgäste am Samstag, 14. Februar, bei der 35. Münchner Redoute im Alten Rathaus. Weniger traditionell wird es am Wochenende in der Prosecco Bar, der Gay- und Schlagerbar im Glockenbachviertel. Am 13. Februar findet dort der queere Faschingsball unter dem Motto „Narrhalla, die Waldfee!“ mit DJ Paul Funkelsturm statt und am 14. Februar die Party „PoPasching“ mit den Pop-Prinzessinnen Amy Strong  und Sparkly Schrill.

Für Kostüm- und Schlagerfans könnten der Wirtshausfasching im Hackerhaus in der Innenstadt oder das Valentinstag-Special im Schlagergarten im Werksviertel-Mitte am kommenden Samstag von Interesse sein. Letzteres verspricht Rosen für die Damen und einen Live-Auftritt von Malle Rambo mit einer Vorstellung seiner neuen Single „Italienische Sehnsucht“.

Ob Kostüme oder Abendkleider, zu Bällen und Fasching gehört neben Tanzkursen und Etikette bekanntlich auch die richtige Kleidung. Wer dafür noch etwas Passendes zum Ausleihen sucht, könnte in München bei verschiedenen Kostümverleihen fündig werden. Für elegante Abendkleider und Smokings sowie Faschingskostüme und Tracht ist „Kostüme Breuer“ eine seit Jahrzehnten bewährte Adresse in Schwabing.

Abendgarderobe, Cocktailkleider und Trachtenmode gibt es bei „Dresscoded“, auch mit der Möglichkeit online zu bestellen. Beim Kostümfundus „Treibstoff“ gibt es originelle Kostüme aus Theater und Film aus den vergangenen 100 Jahren sowie Schuhe, Perücken, Hüte und mehr zum Ausleihen.

Wo das Verkuppeln auf der Agenda steht

Freundlicherweise gibt es am Wochenende nicht nur Feierlichkeiten für bereits ineinander Vernarrte, sondern auch speziell für überzeugte und weniger überzeugte Solo-Tanzende. Im Palais Club findet am Valentinstag, 22 Uhr, die laut Veranstaltern größte Party für Singles in München statt. Neben Musik und Drinks wird auch ein Speed-Dating organisiert.

Von 14 bis 18 Uhr können Singles im Lewis Barclub Freunde und Freundinnen mitbringen, die als Wingwomen oder Wingmen agieren und ihren befreundeten Alleinstehenden hoffentlich zu der einen oder anderen Bekanntschaft verhelfen. Armbänder und Wing Cards machen es eindeutig, wer schon vergeben ist, wer noch sucht oder wer ausschließlich zum Feiern da ist.

Armbänder, deren Farbe den Beziehungsstatus der jeweiligen Person anzeigt, gibt es ebenfalls bei der Bollywood Valentine’s Party in der Alten Galerie in Schwabing. Auch der legendäre Studierendenfasching im Olympiadorf, die „Olympialust“, steht diesmal unter dem Motto „Amor“: Am 13. Februar gibt eine Ampelparty Rot, Gelb oder Grün fürs Flirten, am 14. steigt eine Valentinstags-Party. Denkt man an die lange Tradition, die Schleife am Dirndl je nach Beziehungsstatus links, in der Mitte oder rechts zu binden, ist der Trend mit den Ampeln und Armbändern gar nicht mehr so neu. Beliebt ist er trotzdem.

Der  Wahnsinn der Herzen

Schenk' mir Dein Herz - oder wenigstens eine gute Schokolade. Solch edle Varianten lassen sich in Münchens Confiserien finden. Diese hier entdeckte die Fotografin bei Stancsics in der Prannerstraße.
Schenk' mir Dein Herz - oder wenigstens eine gute Schokolade. Solch edle Varianten lassen sich in Münchens Confiserien finden. Diese hier entdeckte die Fotografin bei Stancsics in der Prannerstraße. Catherina Hess

Zu guter Letzt fehlt für den Valentinstag noch ein kleines Geschenk für den Partner oder die Partnerin. Für die Einen ist sie der Klassiker, für die Anderen ein eher einfallsloses Geschenk: die Praline. Einige Münchner Schokoladen-Geschäfte haben besonders für den Tag der Verliebten eigene Kollektionen herausgebracht.

Nougatherzen umhüllt von dunkler Schokolade und aus Schokolade gegossene Herzschalen gefüllt mit diversen Pralinen gibt es bei Münchner SchokoLaden am Viktualienmarkt. Ganz in der Nähe, im House of Cacao Munich, findet man puristische Ritualkakao-Herzen aus 100-Prozent-Kakaomasse von Cacao Collectors. Ebenso gibt es dort klassische Schachteln, gefüllt mit neun Herzpralinen von der Manufaktur Lauenstein Confiserie mit den Geschmacksrichtungen Eierlikör, Mandelnougat, Himbeertrüffel, Holunder, Schwarzwälder-Kirsch und Erdbeer-Quark.

Bei Elly Seidl sind die Nougat- und Schokoherzen in Stanniol verpackt, Herzdosen mit verschiedenen Pralinen im Angebot, ebenso wie Rosen aus Vollmilchschokolade und Herzerltüten gefüllt mit Pralinen in Herzform. Die diesjährige Valentinstags-Kollektion von Le Chocolat Alain Ducasse, die eine Referenz an Paris sein soll, beinhaltet ebenfalls Herzpralinen und Herzen aus Blätterkrokant.

Für alle, die weder Schokolade essen noch zum Tanzen gehen wollen, gibt es trotzdem Tipps, um den Valentinstag zu feiern. Wer den Tag eher in Ruhe und Zweisamkeit verbringen möchte, könnte einen Besuch im Kino oder Museum in Erwägung ziehen. Die Liebesgeschichte „Wuthering Heights – Sturmhöhe“ mit Margot Robbie und Jacob Elordi in den Hauptrollen läuft vom 12. Februar an in den Kinos.

Etwas mehr Interaktion als vor der Leinwand zu sitzen und Händchen zu halten, bietet das „Wow Museum – Room for Illusions Munich“ in der Altstadt, in dem Besucher und Besucherinnen mit optischen Illusionen und Wahrnehmung spielen. Die Valentine’s Edition „Wow Chillusions“ ist zwar keine eigene Ausstellung, aber soll mit Musik, Drinks und Beziehungsstatus-Armbändern für Valentines-Vibes sorgen. Es ist als lockeres Social- und Dating-Event für Leute ab 18 Jahren angekündigt. Bei all den Selfie-Hotspots im Museum bietet sich freilich auch die eine oder andere Möglichkeit, in einer lässigen oder überaus eleganten Tanzhaltung zu posieren. Oder wie der Amerikaner sagt: Fake it till you make it!

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:Streifzüge ins Schokoparadies

Auch jenseits vom Oktoberfest kann man in München leckere Schokolade kaufen.

Von Franz Kotteder

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