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Hagelsturm an Pfingsten:Bundesweit teuerstes Unwetter des vergangenen Jahres

Unwetter in Bayern

Ein etwa fünf Zentimeter großes Hagelkorn. Das Unwetter zu Pfingsten 2019 war für die Versicherer eines der teuersten des Jahres.

(Foto: dpa)
  • Der Hagelsturm an Pfingsten verursachte einen Schaden von fast einer Milliarde Euro.
  • Die Schäden seien auffällig hoch, teilte der Rückversicherer Munich Re nun mit.
  • Die Hagelkörner waren bis zu sieben Zentimeter groß, sie wurden vom Wind auch seitlich gegen die Häuser geschleudert und verursachten so große Schäden Dächern und an Fassaden.

Von Kassian Stroh

Der Münchner Hagelsturm vom Pfingstmontag 2019 hat einen Schaden in Höhe von fast einer Milliarde Euro verursacht, er war damit das teuerste Unwetter in Deutschland im vergangenen Jahr. Weltweit rangiert er auf Platz 24. Das geht aus dem Naturkatastrophen-Bericht 2019 hervor, den der Rückversicherer Munich Re am Mittwoch vorgelegt hat.

Der Chef-Klimatologe des Konzerns, Ernst Rauch, bezeichnete den Schaden als "auffällig hoch". Etwa ein Drittel sei auf beschädigte Autos entfallen, der Rest auf Häuser. Die wegen der Wärmedämmung heute oft weicheren Fassaden litten mehr unter heftigem Hagel. "Starkgewitter mit großen Hagelkörnern könnten in Deutschland und in Europa in den kommenden Jahren zunehmen", warnte Rauch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Es gibt starke Indizien dafür, dass diese Veränderung auch auf einen langjährigen Klimawandel zurückzuführen ist."

Am 10. Juni 2019 hatte sich binnen einer knappen halben Stunde ein Hagelsturm über München und dem westlichen Umland entladen, vom Ammersee über den Landkreis Fürstenfeldbruck bis in den Norden der Landeshauptstadt. Das Unwetter war zwar lokal begrenzt, aber heftig. Mit einem Durchmesser von bis zu sieben Zentimetern waren die Hagelkörner sehr groß; oft wurden sie vom Wind seitlich gegen die Häuser geschleudert. Laut dem in Schwabing ansässigen Konzern Munich Re, bei dem Versicherungsgesellschaften ihre eigenen Kosten etwa von Naturkatastrophen rückversichern können, waren etwa drei Viertel der Schäden abgedeckt.

Die Hagelkörner zerstörten die Fassaden vieler Häuser.

(Foto: Robert Haas)

Die Versicherer hatten ihre Schadenszahlen in den Monaten seitdem immer wieder nach oben korrigiert; lange Zeit waren kaum Handwerker zu bekommen, um die Schäden zu reparieren. Mit Blick auf die anfälligen Wärmedämmungen an modernen Häusern forderte der Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek: "Um den Trend zu steigenden Schäden abzudämpfen, müssen Gebäude und Infrastruktur widerstandsfähiger gemacht werden. Dann kann Versicherung umso besser wirken und die verbleibenden finanziellen Schäden tragen."

Was den Schaden betrifft, reicht der Hagelsturm vom Pfingstmontag aber nicht an das Unwetter vom 12. Juli 1984 heran. Damals wurden im Münchner Osten durch Hagel etwa 70 000 Gebäude beschädigt, 400 Münchner mussten ins Krankenhaus, drei starben. Die Höhe des Sachschadens bezifferten die Versicherungen auf insgesamt drei Milliarden Mark, was vor allem angesichts des allgemeinen Preisniveaus damals deutlich mehr war als die eine Milliarde Euro, die die Munich Re nun errechnet hat.

© SZ vom 09.01.2020/kaal
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