Großeinsatz der Polizei am späteren Samstagabend in einer Reihenhaussiedlung in Untergiesing: Ein 23-Jähriger soll dort eine Frau getötet haben. Wegen eines „lautstarken Streits“, wie die Polizei am Sonntag mitteilt, alarmierte ein Nachbar gegen 22.15 Uhr die Polizei, die rückte daraufhin mit mehreren Streifen an.
Im Eingangsbereich des Reihenhauses in der Pistorinistraße sei die 75-Jährige leblos auf dem Boden vorgefunden worden. Die tödliche Attacke soll sich laut Polizei bereits gegen 22.10 Uhr ereignet haben. Tatverdächtig ist ein 23-Jähriger, der seinen Wohnsitz in München hat, und „psychisch auffällig“ erschien, so ein Polizeisprecher. Ein Ermittlungsrichter ordnete am Sonntagnachmittag die Unterbringung des 23-jährigen Tatverdächtigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an.
Am Sonntagvormittag hüllt sich die Münchner Polizei allerdings zu zentralen Fragen noch in Schweigen. Weder macht das Polizeipräsidium Angaben zu einem möglichen Motiv, noch zum Tathergang oder einer Tatwaffe. Ein Sprecher teilte vielmehr mit, am Montag gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft weitere Erkenntnisse veröffentlichen zu wollen.
Erste Ermittlungen hätten aber ergeben, dass es sich um einen tätlichen Angriff auf die 75-Jährige in deren Reihenhaus gehandelt haben soll. Aufgefunden wurde der leblose Körper der Frau durch Polizeibeamte hinter deren Haustür. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Opfer dem Täter die Tür geöffnet habe. In der Regel, so ein Sprecher der Polizei, seien Haustüren nicht so leicht gewaltsam zu öffnen.
Aufgegriffen wurde der tatverdächtige 23-Jährige nach kurzer Sofortfahndung durch die Beamten in einem „rückwärtigen Garten“ in unmittelbarer Nähe des Hauses des Opfers. Nach ersten Erkenntnissen hat der Mann seinen Wohnsitz im näheren Umfeld des Tatorts. Ob sich Tatverdächtiger und Opfer gekannt haben könnten, wollte die Polizei nicht bestätigen, schloss es aber auch nicht aus.
Ein Sprecher bestätigte aber, dass der 23-Jährige der Polizei bekannt sei, wenngleich gegen ihn bisher nicht strafrechtlich ermittelt worden sei. Die Ermittlungen in dem Fall hat das Kommissariat 11 des Münchner Polizeipräsidiums übernommen.

