Nach dem schweren Verkehrsunfall, bei dem am Samstagabend zwei Menschen in München getötet wurden, hat die Staatsanwaltschaft gegen den Unfallverursacher ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Dieses könne jedoch im Zuge der Ermittlungen auf schwerwiegendere Tatvorwürfe wie Totschlag oder sogar Mord erweitert werden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es sei derzeit nicht beabsichtigt, einen Haftbefehl gegen den 19-Jährigen zu beantragen. Ein unfallanalytisches Gutachten wurde in Auftrag gegeben, es könne jedoch einige Monate dauern, bis es fertiggestellt sei.
Wie die Polizei berichtet, waren bei dem Unfall zwei Autos auf der Schleißheimer Straße in Milbertshofen zusammengestoßen, zwei Männer im Alter von 21 und 48 Jahren kamen dabei ums Leben.
Kurz nach 20 Uhr fuhr ein 19-jähriger Münchner am Samstag mit einem Porsche Macan auf der Schleißheimer Straße stadtauswärts. Auf dem Beifahrersitz saß eine 19-jährige Frau, ebenfalls aus München. In entgegengesetzter Richtung war ein 27-jähriger Mann aus Augsburg mit einem Renault Mégane unterwegs. Mit ihm im Wagen saßen zwei Männer im Alter von 48 und 21 Jahren, beide aus München.
Der Renault-Fahrer habe an der Kreuzung mit der Max-Diamand-Straße in diese links abbiegen wollen, als der für ihn geltende Abbiegepfeil Grün gezeigt habe, so die Polizei. Er sei abgebogen und dabei mit dem entgegenkommenden Porsche kollidiert. Ein am Montag von der Berufsfeuerwehr veröffentlichtes Foto zeigt, dass der Renault bei dem Unfall buchstäblich zerrissen wurde.
Der Porsche habe sich dabei mehrfach überschlagen und sei auf dem Dach liegen geblieben. Von den insgesamt fünf Insassen in den beiden Autos seien alle bis auf den 19-jährigen Porsche-Fahrer verletzt worden. Die beiden Mitfahrer im Renault so schwer, dass sie im Laufe des Samstagabends im Krankenhaus starben.
Laut einer Sprecherin gehe die Polizei davon aus, dass der Porsche-Fahrer mit „deutlich überhöhter Geschwindigkeit“ bei Rotlicht über die Ampel gefahren sei. Die Polizei hat nach eigenen Angaben den Führerschein des Porsche-Fahrers beschlagnahmt, ein Drogen- und Alkoholtest bei dem jungen Mann sei negativ gewesen.
Er ist allerdings bereits polizeibekannt, vor allem wegen Gewaltdelikten. Der Porsche Macan ist auf ein Mitglied seiner Familie zugelassen. Beide Fahrzeuge seien zur Beweissicherung sichergestellt und abgeschleppt worden. Am Renault sei ein Totalschaden entstanden, der Porsche sei schwer beschädigt.

