Neubau am LeonrodplatzDer Umzug ins neue Strafjustizzentrum steht an

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Ins neue Strafjustizzentrum am Leonrodplatz sollen bald 1300 Beschäftigte einziehen.
Ins neue Strafjustizzentrum am Leonrodplatz sollen bald 1300 Beschäftigte einziehen. Robert Haas

Ende Juni sollen die Beamten vom alten Komplex an der Nymphenburger Straße in den Neubau umziehen – mit etwa sechs Jahren Verspätung. Denn beim Bau des neuen Zentrums gab es einige Probleme.

Von Susi Wimmer

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Im kommenden Jahr sollen 1300 Beschäftigte von der Nymphenburger Straße in das neu errichtete Strafjustizzentrum am Leonrodplatz umziehen – mit etwa sechs Jahren Verspätung. Wie die Pressestelle des Oberlandesgerichts München mitteilt, soll der Komplex Mitte März 2026 übergeben werden. Nach der restlichen Möblierung und der Vorbereitung für den Dienstbetrieb werde der Umzug danach in mehreren Phasen passieren.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des alten Strafjustizzentrums werden nach bisheriger Planung in der letzten Juniwoche umziehen. Während dieser Woche wird der Sitzungsbetrieb mit der Ausnahme von dringenden Anhörungen oder absolut notwendigen Hauptverhandlungen pausieren“, heißt es in der Mitteilung. Anschließend fänden die Sitzungen im neuen Strafjustizzentrum statt.

Eigentlich hätte die Justiz bereits 2020 in den Neubau übersiedeln sollen, aber Bayern größte Hochbaustelle stand von Anfang an unter keinem guten Stern.

„Rund 295 Millionen Euro werden wir für den Bau des neuen Strafjustizzentrums aus dem Staatssäckel aufbringen müssen“, hatte im Jahr 2015 der damalige Justizminister Winfried Bausback beim Spatenstich launig erklärt. Bausback ist längst nicht mehr Justizminister, ebenso wenig stimmt heute noch die damalige Kostenschätzung von 295 Millionen Euro. Im Laufe der Verzögerungsjahre sind weitere 100 Millionen Euro an Mehrausgaben hinzugekommen. Aktuell ist von 400 Millionen Euro an Kosten die Rede.

Einziehen werden also 2026 das Amtsgericht, die Landgerichte München I und II, das Oberlandesgericht sowie die Staatsanwaltschaften München I und II. 54 Sitzungssäle sind vorgesehen und rein vom Ambiente her wird der Neubau ein Gewinn sein. Denn der Bau an der Nymphenburger Straße ist mittlerweile sehr marode.

Dass sich der Umzug um sechs Jahre verzögert hat, dafür gibt es diverse Gründe: Schon beim Erdaushub stieß man auf kontaminierten Boden und ein unterirdisches Waffenarsenal aus beiden Weltkriegen. Dann klagte eine Baufirma gegen das Vergabeverfahren, Corona kam im März 2020 dazu und legte die Baustelle lahm, dann sorgte der russische Angriffskrieg auf die Ukraine 2022 zu Lieferengpässen bei Stahl, Aluminium und Elektrozulieferteilen.

Zuletzt gab es Schimmelbefall an Neubauwänden, einen Prozess gegen eine Firma, die Schwarzarbeiter auf der Justizbaustelle beschäftigte – und eine Einfahrt für den Gefangenentransport, die zu eng gebaut worden war.

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