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Mobilität in München:Wo U-Bahnen und Tramlinien ausgebaut werden sollen

U-Bahn in München, 2016

Vom Lehel in den Nordosten: Die U4 könnte im kommenden Jahrzehnt verlängert werden.

(Foto: Florian Peljak)

Der Bau der U9, die U5 nach Freiham und die U4 Ost: Das sind die zentralen Vorhaben der Stadt. Zudem gibt es eine Vielzahl von Plänen für die Tram.

Von Andreas Schubert

Mit dem Nahverkehrsplan (NVP) stellt die Stadt die Weichen für die Zukunft der Mobilität - auch nach 2030. In der neuesten Fortschreibung sind neben einer Vielzahl von Tram-Plänen auch einige Pläne zum Ausbau des U-Bahnnetzes. Diese Pläne sind zwar keine neuen. Allerdings will die Verwaltung deren Realisierung und Planung vorantreiben. Zu den zentralen Ausbauvorhaben zählen der Bau der U9, die U5 nach Freiham und die U4 Ost.

In die Kategorie A, die für sehr sinnvolle und machbare Projekte steht, fallen gleich mehrere Linien. Bereits im NVP enthalten ist die Verlängerung der U4 bis Englschalking. Nun soll die U4 Ost zwischen Arabellapark und dem Entwicklungsgebiet Nordosten den Status "Planung/im Bau" erhalten. Perspektivisch, so heißt es in der Vorlage für den Stadtrat, kann der Neubauabschnitt östlich des Arabellaparks in einen "innerstädtischen Nordring" integriert werden, womit eine noch höhere verkehrliche Wirkung erzielt werden könne.

Ein weiteres Projekt der A-Liste ist die Verlängerung der U1 zum Lerchenauer See, die eine hochwertige Erschließung der dortigen Siedlung und des neuen Entwicklungsgebiets Eggarten gewährleisten soll - "mit einer perspektivischen Weiterführung in ein potenzielles Stadtentwicklungsgebiet Nordwest".

Bei der Verlängerung der U5 nach Taufkirchen kommt es auf die Zusammenarbeit mit dem Landkreis München an. Die verkehrliche Prüfung habe ergeben, dass eine Verlängerung der U5 in den Landkreis München "hohe verkehrliche Wirkungen" im Stadt-Umland-Verkehr erziele. Für entsprechende Planungen seien allerdings die Kommunen außerhalb der Stadt München zuständig - und müssten deshalb auch grundsätzlich die anfallenden Kosten tragen.

Derzeit verhandeln die Stadtwerke München (SWM) nach Angaben des Planungsreferats mit dem Landkreis München wer die notwendigen Vorplanungen bezahlt. Die U5 soll nun in die Kategorie "in Untersuchung" des NVP aufgenommen werden. Den Stempel "in Planung/im Bau" soll sie laut Verwaltung erst bekommen, wenn sich der Landkreis München auf eine endgültige Variante festgelegt habe, weitere Planungsschritte beschließe und die Finanzierung abschließend verhandelt ist.

In die Kategorie B des Nahverkehrsplans fallen Projekte, die in einer ersten Analyse als verkehrlich sinnvoll erachtet werden, für die aber noch vertiefte Untersuchungen zu Trassenverlauf, städtebaulichen Entwicklungen und - in mehreren Fällen - des am besten geeigneten Verkehrsmittels anstehen. Durch eine Verlängerung der U1 Richtung Klinikum Harlaching würde laut Vorlage eine weitere Verknüpfung mit der Tramachse Giesing - Harlaching - Grünwald erfolgen. Eine Verlängerung der U3 in die Gemeinde Neuried im Landkreis München würde unter anderem die nahezu ausgeschöpfte Infrastruktur des Busbahnhofes in Fürstenried West entlasten und zudem das Gebiet besser erschließen. Was die Verkehrskorridore im Norden der Stadt angeht, so soll zunächst untersucht werden, welche Verkehrsmittel dort am sinnvollsten wären.

In die Kategorie C - mögliche Maßnahmen mit nach ersten Analysen geringem Nachfragepotenzial - fällt eine potenzielle Verlängerung der U-Bahn bis Planegg - über Martinsried hinaus, wohin die Verlängerung längst beschlossene Sache ist. Alternativ zu möglichen Tramverlängerungen könne dies "als hochwertige Erschließung dieses Korridors" betrachtet werden. Mit einer zusätzlichen Aufwertung des Bahnhofes Planegg als Regionalzughalt entstünden leistungsfähige Achsen des öffentlichen Nahverkehrs aus dem Münchner Südwesten Richtung Starnberg und in das Werdenfelser Land.

Die Projekte sind langfristig angelegt, Tram-Pläne wären schneller umsetzbar

Die Verlängerung der U5 bis Germering schließlich ermögliche eine zusätzliche hochwertige Schienenanbindung bei einer möglichen weiteren städtebaulichen Entwicklung. Wie, womit und wann das alles möglich ist, soll die Verwaltung zusammen mit den betroffenen Kommunen und den Stadtwerken klären. Die genannten Projekte, sollten sie denn kommen, sind langfristig gedacht.

Schneller lassen sich neue Tram-Verbindungen bauen. Neben den erst kürzlich von der grün-roten Rathauskoalition beantragten Strecken, gibt es Überlegungen für mehrere weitere Strecken. Geprüft werden sollen eine Tram Neuhausen - Sendling - Solln, eine Tram Neuhausen - Kleinhadern, eine Tram Cityring sowie für Netzergänzungen eine Tram Blumenau - inklusive einem Systemvergleich mit der U-Bahn - und eine Tram Blutenburg.

In die Kategorie C fielen eine Tram Putzbrunn, eine Tram ins Würmtal, eine Tram nach Unterföhring, als weitere mögliche Netzergänzungen kämen eine Tram Pasing-Fürstenried West und eine Tram Blutenburg-Freiham in Frage. Auch wenn diese Strecken keine Priorität haben, hält die Verwaltung eine Trassensicherung für ratsam, jedoch sei dies für jeden Einzelfall zu prüfen.

© SZ vom 07.12.2020/vewo/van
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