Sanierung der BahnhöfeMonatelange Sperrungen auf den Linien U3 und U6

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Der U-Bahnhof Poccistraße muss dringend saniert werden. Stahlträger stützen derzeit die Deckenkonstruktion.
Der U-Bahnhof Poccistraße muss dringend saniert werden. Stahlträger stützen derzeit die Deckenkonstruktion. Florian Peljak
  • Zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße fahren acht Monate lang keine U-Bahnen der Linien U3 und U6, Fahrgäste müssen auf Ersatzbusse ausweichen.
  • Die U-Bahnhöfe Poccistraße und Goetheplatz werden in drei Bauphasen von 18. Mai 2026 bis 1. August 2027 saniert.
  • Der U-Bahnhof Poccistraße muss wegen schadhaftem Sigma-Oval-Spannstahl aus den Siebzigerjahren komplett mit Stahlträgern gestützt werden.
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Weil die U-Bahnhöfe Poccistraße und Goetheplatz saniert werden, müssen sich Pendler bis Sommer 2027 auf teils monatelangen Ersatzverkehr einstellen.

Von Andreas Schubert

Fahrgäste der U-Bahn-Linien U3 und U6 müssen sich von Mitte Mai an auf monatelange Einschränkungen mit deutlich längeren Fahrzeiten einstellen. Die Stadtwerke München (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) müssen die U-Bahnhöfe Poccistraße und Goetheplatz sanieren. Zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße fahren deshalb insgesamt acht Monate lang keine U-Bahnen mehr. Die Arbeiten sind in drei Phasen aufgeteilt. Während der Baupausen verkehren die Züge wie gewohnt.

Die erste Bauphase dauert von 18. Mai bis 18. September. In dieser Zeit verkehrt die U3 nur zwischen Moosach und Sendlinger Tor sowie zwischen Fürstenried West und Implerstraße. Die U6 fährt nur zwischen Garching-Forschungszentrum oder Fröttmaning und Sendlinger Tor respektive zwischen Klinikum Großhadern und Implerstraße. Dazwischen müssen Fahrgäste auf Ersatzbusse ausweichen. Die MVG richtet dafür zwei Linien ein. Die Ersatzbuslinie U6 bedient die Haltestellen Implerstraße, Poccistraße, Goetheplatz und Sendlinger Tor. Der Bus X6 verkehrt zwischen Implerstraße und Hauptbahnhof Süd über die Poccistraße und den Goetheplatz. Die Arbeiten ruhen während des Oktoberfests, das am 19. September eröffnet wird.

Gleich nach der Wiesn, von 5. Oktober bis 27. November, schließt sich die zweite Bauphase an. In dieser Zeit kann zwischen Goetheplatz und Implerstraße ein Pendelzug fahren, die Ersatzbusse verkehren wie in Bauphase eins. Danach läuft eine Weile der Verkehr wieder regulär. Von 12. April bis 1. August 2027 wird der U-Bahn-Betrieb zwischen Implerstraße und Sendlinger Tor dann wieder komplett eingestellt und ein Ersatzverkehr an der Oberfläche eingerichtet.

Die Arbeiten erfolgen in drei Phasen, weil die Kapazitäten der U-Bahn während der Wiesn sowie in der Adventszeit bis zum Frühjahr gebraucht werden. Insgesamt dauert es so lange, weil die Sanierungen aufwendig sind. Der Bahnhof Poccistraße wurde in den Siebzigerjahren nachträglich in die 1971 eröffnete U-Bahntrasse eingebaut und 1978 eröffnet. Damals wurde zum Bau ein sogenannter Sigma-Oval-Spannstahl verwendet, der damals weitverbreitet war, sich aber nicht als langlebig herausgestellt hat.

Auch an den Kreuzhofbrücken in München, die derzeit neu gebaut werden, wurde dieses Material verwendet, ebenso am Altstadtringtunnel. Ein bekanntes Beispiel war die 1971 eröffnete Dresdner Carolabrücke, die 2024 unvermittelt einstürzte. Das Dresdner Beispiel nennt auch Jan Ebering, Leiter der Verkehrsinfrastruktur bei den SWM. Der Zustand des U-Bahnhofs Poccistraße erlaube keinen weiteren Aufschub, sagt Ebering. Eine akute Einsturzgefahr bestehe aber nicht. Die SWM haben schon 2017 Sensoren installiert, welche auch die geringste Veränderung an der Deckenkonstruktion melden, wie Projektleiter Mehmet Dönmez versichert. Außerdem bauten die SWM damals in sechs der 31 Gewölbe Stützkonstruktionen aus Stahl ein, nachdem sich die Decken gesenkt hatten.

Da sich das Schadensbild seither ausgeweitet hat, wird nun der gesamte U-Bahnhof mit Stahlträgern gestützt. Dazu kommen unter anderem eine aufwendige Brandschutzsanierung, die Beseitigung des damals verbauten Asbests und die Erneuerung der Rolltreppen. Um die Barrierefreiheit zu verbessern, werden die Bahnsteige in der gesamten Station angehoben und ein neues taktiles Leitsystem für Sehbehinderte eingebaut.

Sollte die geplante neue U-Bahn-Linie U9 tatsächlich gebaut werden und Ende der 2030er-, Anfang der 2040er-Jahre in Betrieb gehen, sollen die bestehenden U-Bahnhöfe Pocci- und Implerstraße aufgegeben und durch einen einzigen größeren U-Bahnhof ersetzt werden. Um eine Sanierung der bestehenden Station kommen die SWM trotzdem nicht herum. Die Alternative wäre, die Poccistraße zu schließen. Das würde aber laut Jan Ebering bedeuten, dass auf dieser Strecke der U-Bahn-Verkehr komplett eingestellt werden müsste.

U-Bahnhof Goetheplatz: ein- bzw. ausfahrende U-Bahn
U-Bahnhof Goetheplatz: ein- bzw. ausfahrende U-Bahn Florian Peljak/Florian Peljak

Am Bahnhof Goetheplatz ist die Lage nicht so prekär wie an der Poccistraße. Hier platzt der Beton von den Decken und Wänden und muss erneuert werden. Auch hier fallen Brandschutzarbeiten an. Dazu müssen die Betonwände teilweise abgetragen und durch eine dickere Schicht ersetzt werden, zusätzlich wird der südliche Ausgang eingehaust. Im Zuge der Arbeiten wird auch die Beleuchtung modernisiert und eine Deckenverkleidung im Zwischengeschoss eingebaut, die Tauben am Nisten hindern soll.

Die monatelangen Maßnahmen sind die vorerst letzten südlich des Sendlinger Tors, die eine Vollsperrung nötig machen. Die nächsten großen Arbeiten stehen dann im nördlichen Abschnitt der Trasse an.

Schon 2022, 2023 und 2025 gab es auf der Trasse Sperrungen. Dass die bald startenden Bauarbeiten nicht schon damals erledigt wurden, hat nach Angaben der SWM verschiedene Gründe. 2025 etwa wurden rund 70 verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Eine Baustelle in noch größerem Umfang wäre laut SWM in diesem Zeitraum baulich, betrieblich und logistisch nicht möglich gewesen. Zudem, so Jan Ebering, habe es dafür im Baugewerbe keine Kapazitäten gegeben.

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