Verkehr in MünchenIm Streit um die Truderinger Spange bahnt sich eine Lösung an

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Für Anlieger ein schlimmes Szenario: der Ausbau der Truderinger Spange. Das würde für die direkten Nachbarn viel Lärm bedeuten.
Für Anlieger ein schlimmes Szenario: der Ausbau der Truderinger Spange. Das würde für die direkten Nachbarn viel Lärm bedeuten. Alessandra Schellnegger

Seit Jahren stemmen sich Anwohner gegen den Ausbau der Bahnstrecke neben ihren Grundstücken. Nun will der Freistaat eine „Königslösung“ finanzieren – doch die Stadt München müsste mitziehen.

Von Andreas Schubert

Mit dem Neubau der Daglfinger und Truderinger Kurve sowie dem zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen den beiden Münchner Stadtteilen will die Deutsche Bahn (DB) zusätzliche direkte Verbindungen für den Güterverkehr schaffen. Doch die Anwohner der Trasse in Trudering befürchten eine Belastung durch Lärm und Erschütterungen. Seit bald sechs Jahren stemmen sie sich gegen die Pläne für den Bahnausbau unmittelbar vor ihren Grundstücken. Denn dadurch würden bis zu 750 Meter lange Züge mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde in nur wenigen Metern Entfernung an Häusern und Gärten vorbeirauschen.

Anfang des Jahres hat die DB für die Anwohner überraschend die Idee einer tunnelähnlichen Einhausung für eine Teilstrecke der Trasse vorgestellt. Jetzt hat Bayerns Ministerrat beschlossen, sich an den Kosten dafür zur Hälfte zu beteiligen. Voraussetzung: Die Landeshauptstadt München übernimmt die andere Hälfte.

„Die Kostenbeteiligung durch den Freistaat ist vertretbar, um zu einer guten, anwohnerfreundlichen Lösung zu kommen“, lässt Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) ausrichten. „Das Ganze ist aber nur umsetzbar, wenn sich auch München in gleicher Höhe finanziell beteiligt. Jetzt ist die Stadt am Zug.“

Der Freistaat habe von Anwohnerinnen und Anwohnern vorgeschlagene Alternativen geprüft und daraufhin viele Gespräche mit Bund und DB geführt, um zu einer bürgerfreundlichen Lösung zu kommen, teilt Bernreiters Ministerium mit. Die Einhausung einer 700 Meter langen Teilstrecke zwischen Daglfing und Trudering soll nun die Lösung sein. Sie würde nach Angaben des Ministeriums die unmittelbar angrenzende Wohnbebauung nahezu vollständig von Emissionen des Bahnverkehrs auf der Strecke abschirmen. Die Kfz-Verwahrstelle, die für andere Varianten hätte verlegt werden müssen, kann dann bleiben, wo sie ist.

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Die Mehrkosten für die Einhausung betragen nach Berechnungen der Bahn rund 16,7 Millionen Euro (Preisstand 2022). Der Bund ist nicht bereit, diese zu tragen. Man sei aber mit dem Freistaat übereingekommen, dass bei Übernahme der Mehrkosten durch den Freistaat und die Landeshauptstadt München die vom Bund beauftragte DB die Ausbauvariante mit Einhausung weiterverfolgen wird, so das Ministerium. Ein entsprechender Beschluss des Stadtrates steht noch aus. Für die Vorlage ist das Planungsreferat zuständig. Ob bereits daran gearbeitet wird, war zunächst nicht zu erfahren.

Der bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU), der auch Stimmkreisabgeordneter für den Münchner Osten ist, nennt die Einhausung eine „Königslösung“. „Nun muss die Landeshauptstadt schnell nachziehen und sich in gleicher Höhe an den Kosten beteiligen“, lässt er mitteilen. „Und die Deutsche Bahn muss sicherstellen, dass die Länge der Öffnung auf das technisch notwendige Minimum begrenzt bleibt.“

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