Die Münchner Polizei warnt vor einer neuen Masche von Trickbetrug, die zuletzt vermehrt im Stadtgebiet aufgetreten ist. Dabei sprechen meist osteuropäische Frauen ihre in der Regel betagten Opfer auf der Straße an und geben sich als Haushaltshilfe aus, die eine Anstellung sucht. Nachdem sie mehrmals zum Putzen gekommen sind und auf diese Weise das Vertrauen der Seniorin oder des Senioren gewonnen haben, gaukeln sie eine Notlage vor und bitten um Geld.
„Das kann eine teure Chemotherapie sein, der Verlust eines Hauses auf dem Balkan oder eine drohende Abschiebung“, sagt Michael Steinberger vom Kommissariat 61, das unter anderem für Trickbetrug zuständig ist. „Das fängt oft mit ein paar hundert Euro an.“ Das Ziel sei es jedoch, sich eine langfristige Geldquelle zu verschaffen.
Polizeiangaben zufolge gehen die Täterinnen oft gezielt vor und sprechen potenzielle Opfer etwa vor Kirchen, Krankenhäusern und Einkaufsmärkten an. „Die wissen genau, wo das alte Geld sitzt“, sagt Steinberger. Beispielhaft verweist er auf den Wochenmarkt am Arabellapark. Zudem würden die Täterinnen, die meist zu zweit auftreten, sich oft mit christlichen Vornamen wie Anna oder Maria vorstellen. „Sodass man im Zweifelsfall umswitchen kann – von der Notlage auf den Glauben.“ Generell rät Steinberger: „Wenn ich auf der Straße angesprochen werde, dann sollten sofort die Alarmglocken schrillen.“

