Nachdem es an der Tramhaltestelle Donnersbergerstraße vergangenen Freitag erneut zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen ist, sollen dort nun Poller zum Schutz der wartenden Fahrgäste aufgestellt werden. Damit hat Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das Baureferat beauftragt. „Der zweite Unfall innerhalb eines halben Jahres an derselben Tramhaltestelle – das darf so nicht weitergehen“, sagt Reiter. „Zum Glück wurde dieses Mal niemand schwer verletzt. Jetzt muss schnell etwas passieren.“
Am Freitagmorgen war eine 23-jährige Autofahrerin gegen 8.15 Uhr mit ihrem Golf auf der Arnulfstraße mit einem Lastwagen kollidiert, und in das Wartehäuschen der Haltestelle gekracht. Sie wurde dabei leicht verletzt. Erheblich schlimmere Folgen hatte ein Unfall an derselben Stelle im Mai dieses Jahres, bei dem eine 22-jährige Studentin und eine 79-jährige Seniorin ums Leben kamen. Ein SUV-Fahrer hatte nach einer Kollision mit einem Kleintransporter die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war mit hoher Geschwindigkeit frontal in das Wartehäuschen der Tramhaltestelle gekracht.
Schon damals kamen Forderungen nach mehr Sicherheit an Haltestellen auf, unter anderem vom Fahrgastverband Pro Bahn München. Der begrüßt nun die Anordnung des OB. „Poller sind eine gute Sofortmaßnahme, wenn diese geeignet konstruiert sind, um auch dem Anprall eines normalen SUVs mit den dort üblichen Geschwindigkeiten standzuhalten“, teilt ein Pro-Bahn-Sprecher auf Nachfrage mit. „Das zwischenzeitlich geltende Tempo 30 war auch im Sinne der Sicherheit sinnvoll. Nötig ist aber auch eine Umgestaltung der Kreuzungssituation. An dieser Stelle treffen auch Autofahrer nach einer längeren Autobahnfahrt aus beispielsweise Rosenheim, Lindau oder dem Werdenfelser Land erstmals wieder auf eine Innerortssituation“, so der Sprecher. Gleichzeitig sei die Kreuzung unübersichtlich mit Fahrbahn-Verschwenkungen direkt auf Höhe der Haltestelle, hier sei ein Umbau nötig.

