Nahverkehr in München:Diese Maßnahmen sollen freie Fahrt für Tram und Bus bringen

Lesezeit: 2 min

Nahverkehr in München: Eigene Spuren für Busse brauchen einen längeren Vorlauf, das Mobilitätsreferat versucht deshalb auch mit kleineren Maßnahmen, den Verkehr zu beschleunigen.

Eigene Spuren für Busse brauchen einen längeren Vorlauf, das Mobilitätsreferat versucht deshalb auch mit kleineren Maßnahmen, den Verkehr zu beschleunigen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Die Stadt will den öffentlichen Nahverkehr mit besseren Ampelschaltungen, Halteverboten und neuen Markierungen beschleunigen. In welchen Straßen jetzt Veränderungen zu erwarten sind.

Von Andreas Schubert

Wer regelmäßig mit der Tram unterwegs ist, hat dieses Ärgernis bestimmt schon erlebt: Ein am Straßenrand geparktes Auto ragt so weit in die Fahrbahn hinein, dass die Trambahn nicht vorbeikommt. Bis Polizei und Abschleppdienst an Ort und Stelle sind, dauert es einige Zeit - auch die nachfolgenden Straßenbahnen verspäten sich dann enorm.

Dagegen geht das Mobilitätsreferat nun an mehreren Stellen vor. In der Ismaninger Straße zwischen Bogen- und Langerstraße hat die Stadt jetzt Haltverbote eingerichtet, damit die Tram nicht von parkenden Autos behindert wird. In der Pacellistraße am Übergang zum Promenadeplatz wurden neue Markierungen aufgebracht - auch hier konnte die Tram zuletzt häufig wegen parkender Autos nicht weiterfahren, es kam zudem zu Unfällen.

Neue Halteverbote und Markierungen sollen der Straßenbahn auch in der Barer Straße und in der Rumfordstraße ein Durchkommen sichern. In den kommenden Wochen und Monaten sind dann Abschnitte in der Possart-, Thiersch- und Wagmüllerstraße sowie in der Gulbransson-, der Putzbrunner-, der St.-Bonifatius- und Wörthstraße an der Reihe.

Auch der Busverkehr soll schneller vorankommen, und zwar mit besseren Ampelschaltungen. Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember werden die Stadtbuslinien 143 und 162 beschleunigt. Hierzu wurde bereits ein Großteil der auf dem jeweiligen Linienweg liegenden Ampeln umgerüstet, wodurch die Busse ihr Grünlicht per Funkanmeldung anfordern können. Insgesamt sind nach Angaben des Mobilitätsreferats rund 800 von 1100 Ampelanlagen in München mit einer Busbeschleunigung ausgestattet. 2023 sollen auch auf den Linien 173, 175 und 177 die Ampeln angepasst werden.

Die neuen Maßnahmen griffen nur wenig in den Straßenverkehr ein, teilt das Referat mit. "Bus und Tram müssen ohne Verspätungen unterwegs sein, damit sie eine attraktive und komfortable Alternative zum privaten Auto darstellen", sagt Mobilitätsreferent Georg Dunkel. Auch mit kleinen Veränderungen könne man eine große Wirkung erzielen.

Bei größeren Maßnahmen wie neuen Busspuren ist der Vorlauf länger. Häufig reicht es nicht, einfach Parkplätze zu streichen. Einige Straßen und Kreuzungen, wie jüngst an der Schäftlarn- und Brudermühlstraße, müssen dafür teilweise umgebaut werden. Wegen der Parkplätze führen gerade die Busspuren im Stadtrat immer wieder zu Diskussionen. Dabei sieht die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) im Busverkehr eine schnelle Möglichkeit, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen. Aktuell betreibt die MVG 81 Buslinien und 15 Nachtbuslinien auf einem Streckennetz von 546 Kilometern mit 1070 Haltestellen. Ihnen stehen rund 30 Kilometer Busspuren zu Verfügung - in einem rund 2330 Kilometer langen Straßennetz.

Zur SZ-Startseite

Nahverkehr in München
:Stadtrat bekennt sich zum Bau der U9

Obwohl es noch keine Förderzusage des Bundes für die neue U-Bahnlinie gibt, will eine Mehrheit den 560 Millionen Euro teuren Rohbau einer Station im Hauptbahnhof genehmigen. Das finanzielle Risiko ist groß - aber die Bahn dringt auf eine Entscheidung.

Lesen Sie mehr zum Thema