Branche in der Krise:Warten auf die Urlauber

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Für die Tourismusbranche war auch 2021 kein gutes Jahr: Wegen der Pandemie kamen deutlich weniger Urlauber nach München als in früheren Jahren. (Foto: Stephan Rumpf)

Auch 2021 kommen wegen der Pandemie deutlich weniger Touristen nach München als in früheren Jahren. Doch der Wirtschaftsreferent ist optimistisch, dass bald wieder mehr Gäste anreisen.

Von Heiner Effern

Corona hat auch im vergangenen Jahr für Hoteliers, Pensionsbetreiber und Gastwirte herbe Einbußen mit sich gebracht. Die Münchner Tourismusbilanz fällt zwar für 2021 nicht ganz so dramatisch aus wie im ersten Pandemiejahr, doch von den Rekordzahlen davor ist die Stadt noch meilenweit entfernt. Nach zwei Jahren ohne Oktoberfest und dem Ausfall vieler Großveranstaltungen sehnt die Branche nun einen Sommer ohne große Corona-Einschränkungen herbei. Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) ist vorsichtig optimistisch, dass dann "selbst zögerliche Menschen wieder Mut fassen und ihre Reiselust ausleben wollen".

Davon konnte im vergangenen Jahr nur sehr begrenzt die Rede sein, das Geschäft konzentrierte sich fast ausschließlich auf die von Corona-Sorgen weniger betroffenen Monate Juni bis Oktober. 7,95 Millionen Übernachtungen zählte das Statistische Landesamt Bayern in der Stadt, was immerhin einen Anstieg von gut 13 Prozent im Vergleich zum Krisenjahr 2020 bedeutete. Nimmt man mit 2019 das letzte Jahr vor der Pandemie als Maßstab, wird das Ausmaß der Probleme jedoch immer noch sehr deutlich. Damals wurden 18,3 Millionen Übernachtungen registriert. Ähnlich verhält es sich bei den Gästen, die anreisten. Von 8,8 Millionen im Jahr 2019 krachte die Zahl auf unter drei Millionen (2020) und stieg nun geringfügig wieder auf 3,11 Millionen an.

Vor allem fehlten die für München so wichtigen Geschäftsleute, dazu zogen viele private Reisende in der Pandemie das Land einem Stadturlaub vor. Das brachte im Vergleich zur Vorpandemiezeit Verluste von 40 bis 95 Prozent in allen wichtigen Märkten. Am stabilsten erwies sich noch das Geschäft mit den deutschsprachigen Kunden, das wenigstens noch gut zur Hälfte erhalten werden konnte. Auch Gäste aus Europa trugen zum minimalen Anstieg im Vergleich zu 2020 bei. Besonders dramatisch zeigten sich die Ausfälle nach wie vor bei chinesischen und australischen Gästen, sie erreichten nicht einmal fünf Prozent der Zahlen aus 2019. Ein wichtiger Markt könnte auch in diesem Jahr für Ausfälle sorgen: Was der Krieg für den Tourismus aus Russland dauerhaft bedeutet, lässt sich derzeit noch nicht absehen.

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