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Tierpark Hellabrunn:Die neue Dreier-WG im Eisbärengehege

Nanook und Nuna werden seit dem ersten Oktober im Tierpark Hellabrunn eingewöhnt.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Eisbärin Giovanna hat zwei junge Mitbewohnerinnen bekommen. Nach zwölf Tagen durften sie erstmals zum Kennenlernen zusammenkommen.

Von Ekaterina Kel

Nanook traut sich als Erste rein. Ein Sprung - und sie ist im Wasser, ihr weißes Fell legt sich glatt über ihren Hals, als sie einige Augenblicke später wieder auftaucht. Ihre neue Spielgefährtin Nuna ist noch etwas zögerlich, steht lieber erstmal am Wasserrand und streckt ihre Schnauze in die Luft. Die beiden sind junge Eisbärinnen und seit Anfang Oktober Mitbewohnerinnen. Aus zwei verschiedenen Zoos wurden sie in den Tierpark Hellabrunn gebracht, um Giovanna, die bis dahin hier alleine lebte, Gesellschaft zu leisten.

Verena Dietl (SPD), Dritte Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende des Tierparks, nennt diese neue Zusammensetzung "unsere Damen-WG". Man habe hier schon gute Erfahrungen mit solchen Wohngemeinschaften gemacht, etwa bei den Giraffen, sagt sie am Freitag bei einem Pressetermin vor der Eisbären-Anlage. Und hier seien sich die drei Bärinnen auch gut begegnet.

Zwölf Tage dauerte die sukzessive Eingewöhnung der Weibchen. Zuerst hatte jede ihren eigenen kleinen Bereich, dann führte man die zwei Jungbärinnen zusammen, und erst zum Schluss durften sie beide gleichzeitig die ältere Giovanna kennenlernen. Die liegt an diesem verregneten Freitag in ihrer Lieblingsecke abseits des Trubels und leckt sich gelegentlich etwas müde ihre Pfoten.

Für Nanook und Nuna aber kann es nicht hektisch genug zugehen. Zur Freude der Besucher hüpft dann auch Nuna ins Wasser, dann raufen die jungen Weibchen miteinander im Becken und werfen Spielbälle in die Höhe. Sie seien nur ein Jahr auseinander, nicht geschlechtsreif und hätten noch diesen großen Spieldrang, erzählt Beatrix Köhler, die die zoologische Abteilung in Hellabrunn leitet.

Ein Blick genügt ihr, um die zwei Neuen auseinander zu halten: Nuna, die ursprünglich Nanuq hieß und aus einem Zoo im französischen Mulhouse kommt, ist etwas größer - ist ja auch schon fast vier Jahre alt und wiegt laut Köhler um die 230 Kilogramm, ihr Fell weist eine gelbliche Note auf. Die kleinere Nanook, Spitzname Nookie, fast drei, kommt aus dem Erlebniszoo in Gelsenkirchen und ist klassisch weiß, hat aber große Pfoten, ein Hinweis darauf, dass sie noch zu einer stattlichen Eisbärin heranwachsen wird, wie Köhler erklärt.

Ein Streifzug durch den Tierpark bei Dauerregen hat etwas Einsames: Die meisten Tiere trauen sich gar nicht heraus, viele Gehege bleiben leer. Die weißen Riesinnen leben bei der Kälte aber auf. "Das ist das perfekte Eisbärenwetter", erklärt Zoodirektor Rasem Baban, der auch zur Vorstellung der zwei Neuen gekommen ist. Das Wasser habe 16 Grad - "Hochsommer", sagt Baban.

© SZ vom 17.10.2020/lfr
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