Unheilbare Erkrankung:Tierpark Hellabrunn schläfert sechs Drills ein

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Unheilbare Erkrankung: Drills im Tierpark Hellabrunn: Die Hälfte des Bestandes wurde am Dienstag eingeschläfert.

Drills im Tierpark Hellabrunn: Die Hälfte des Bestandes wurde am Dienstag eingeschläfert.

(Foto: Robert Haas/SZ)

Bei den seltenen Primaten war eine schwere Krankheit entdeckt worden. Sie einzuschläfern, sei "aus Tierschutzgründen unumgänglich" gewesen, so der Zoo.

Wegen einer unheilbaren Erkrankung hat der Tierpark Hellabrunn am Dienstag sechs Drills eingeschläfert. Die Entscheidung sei aus Tierschutzgründen unumgänglich gewesen und von dem Tierärzteteam vor Ort getroffen worden, teilte der Zoo am Mittwoch mit. Sie sei "schweren Herzens" erfolgt.

"Uns alle, vor allem aber die Tierärzte und die Tierpfleger, hat der Ausgang der gestrigen Untersuchungen schwer getroffen", so Rasem Baban, Vorstand und Tierparkdirektor in Hellabrunn. Die Primaten hätten, wie leider häufig bei Wildtieren, ihre schwere körperliche Erkrankung verborgen.

Bei einer ausführlichen Gesundheitsuntersuchung aller zwölf Drills wurde demnach festgestellt, dass sechs der seltenen Primaten schwere Organveränderungen aufwiesen, vor allem an Leber und Lunge, aber teils auch an anderen Organen. Die Veränderungen seien Folge einer Fuchsbandwurm-Infektion. Entdeckt worden seien diese aufgrund der "pathologischen Untersuchung zwei schwer erkrankter Tiere". Der schnelle Krankheitsverlauf und die Schwere der Erkrankung habe das Tierärzte- und Tierpfleger-Team überrascht. Die Tiere wären innerhalb weniger Wochen an ihren Folgen gestorben.

Der Rest des Bestands, vier männliche und zwei weibliche Drills, ist dem Tierpark zufolge nicht betroffen, wird aber beobachtet. Für Besucher besteht keine Gefahr.

Wie sich die Tiere mit dem Fuchsbandwurm infiziert haben, ist nicht klar. Eine Übertragung des Fuchsbandwurm-Erregers ist weder von Affe zu Affe noch von Menschen auf Affen oder von Affen auf Menschen möglich. "Wir arbeiten aktuell mit Hochdruck daran herauszufinden, wie der Erreger zu den Drills gelangen konnte", teilte Tierpark-Direktor Baban mit. Ein Netzwerk an Fachleuten aus Untersuchungslaboren, der Universität und anderen Forschungseinrichtungen sei in die Aufklärung eingebunden, heißt es aus Hellabrunn. Bislang gebe es gegen den Fuchsbandwurm keinen in der EU lizensierten Impfstoff.

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