Tiere in der StadtMein Nachbar – das zerstörerische Eichhörnchen

Lesezeit: 9 Min.

Mein Nachbar das Eichhörnchen – auch in der Stadt gibt es treffen zwischen Mensch und Tier.
Mein Nachbar das Eichhörnchen – auch in der Stadt gibt es treffen zwischen Mensch und Tier. (Foto: Johanna Feckl)

Selbst in der Stadt gibt es Natur, da nisten sich auch mal Igel und Enten bei Münchnerinnen und Münchnern ein. Das bringt putzige Geschichten hervor – und tragische.

Von SZ-Autorinnen und -Autoren

Schutzbedürftige Vögel

Für Amseln sind Nester ein Zuhause – für Katzen ein Büffet. 
Für Amseln sind Nester ein Zuhause – für Katzen ein Büffet.  (Foto: Stefan Puchner)

Naturschützer warnen davor, dass Tiere in zu aufgeräumten Gärten keine Verstecke und nichts mehr für den Nestbau finden, und so haben wir – selbstverständlich aus rein altruistischen Erwägungen heraus – beschlossen, nicht jeden Halm auf Englischer-Rasen-Länge zu trimmen und die Büsche auch mal wachsen zu lassen. Und speziell die Vögel danken es, seither halten sich Amseln, Spechte, Meisen und Rotkehlchen gerne bei uns auf. So gerne, dass in einem Jahr gleich drei Pärchen ihr Nest hier bauten: eins im Gebüsch, eins im Vogelfutter-Häuschen und eins irgendwo im Regal mit Gartengeräten. Nachdem wir das letzte dadurch bemerkt hatten, dass uns Mama oder Papa Amsel aufgescheucht entgegenflog, machten wir einen Bogen um die drei Orte.

Und tatsächlich: Nach einiger Zeit hörten wir Vogel-Piepen. Ein Happy End? Mitnichten. Als wir eines Abends nach Hause kamen, lag das Häuschen-Nest kaputt im Garten, und wenig später ereilte das Regal-Nest das gleiche Schicksal. Die Katze. Das dritte versuchten wir zu verteidigen, scheuchten die Katze aus dem Garten, sobald sie kam, aber so ein Tier kann ausdauernd sein. Ein Nachmittag unserer Abwesenheit genügte. Inzwischen begnügen sich die Vögel damit, bei uns im Garten zu spielen – nisten tun sie lieber woanders. imei

Zerstörungswütiges Eichhörnchen

Walnüsse schmecken allen Eichhörnchen. Anzüge auch? 
Walnüsse schmecken allen Eichhörnchen. Anzüge auch?  (Foto: Hartmut Pöstges)

Unsere Beziehung begann schleichend, doch schnell wurde klar, dass es bunt durcheinander gehen wird. Das erste Mal erschien eine Besucherin oder ein Besucher, so genau wissen wir das nicht, in Schwarz. Das zweite Mal eine oder einer in Braun. Die Familienverhältnisse, so es welche gibt, sind bis heute ungeklärt. Gemeinsam hatten sie, dass sie anfangs sehr scheu am Baum um unseren Balkon herum kletterten. Rüberkommen wollten sie (noch) nicht.

Als wir uns dann näher gekommen waren, es mag hier die ein oder andere Walnuss aus unseren Beständen beteiligt gewesen sein, wagten sich die beiden Eichhörnchen über die Wäscheleine auf die Metallbrüstung des Balkons. Aber nur, wenn wir die Tür geschlossen hielten und die verteufelten kleinen Kästchen, mit denen Menschen jetzt Fotos machen, nicht zu auffällig ans Glas vorschoben. Mit der Zeit wuchs das Vertrauen, die Gäste in Schwarz und Braun versteckten ihre Nüsse (und die, die Mitbewohner zufällig draußen liegen ließen) in unseren Blumenkästen. Sie gruben kräftig darin herum, um sie nie mehr wiederzufinden. Sie knabberten an Socken und allem was herumlag, und suchten den Blickkontakt vom Ast zu den Balkonmenschen. Wir wuchsen zusammen.

So lief es bis zu dem, was man die große Krise nennen kann. Zum Lüften hing nachts ein Anzug draußen, relativ feiner Zwirn. Sauber auf dem Bügel an einem Wandhaken, weit weg vom Baum der Eichhörnchen. Der Morgen danach ein Desaster, man weiß bis heute nicht, warum. Wollten die Eichhörnchen mal zeigen, was sie alles aufreißen können? Gab es einen Kletterkurs für die gesamte Tierfamilie? Ein Racheakt für ausbleibende Walnüsse? Das Sakko ist längst entsorgt. Nach Wochen der Wut ist nun aber unsere Beziehungskrise überwunden. Neulich kam das schwarze Eichhörnchen auf Armlänge heran und suchte Blickkontakt. Eine Entschuldigung, denken wir. Und dann flitzte es anmutig über die Äste, sprang hinüber an die Hauswand aus Rauputz und sauste hinauf bis zum fünften Stock. Ein Wunder der Natur, und so elegant. Unsere Eichhörnchen. heff

Allgegenwärtiger Marder

Ein Schreck für jeden Autobesitzer: die Gegenwart eines Marders. 
Ein Schreck für jeden Autobesitzer: die Gegenwart eines Marders.  (Foto: dpa)

Die spätabendliche Gassirunde ist seit vielen Wochen eine Tortur: Kaum aus der Tür draußen setzt der Hund die Nase auf den Boden, zerrt aufgebracht an der Leine die Reihen geparkter Autos entlang, versucht, mit kratzenden Pfoten auf die andere Straßenseite zu gelangen, schiebt sich auf dem Bauch unter Autos, soweit es bei seiner Größe geht. Ein Hütehund auf Marderjagd. Egal, welche Route wir wählen, welches Karree wir umrunden – der Marder ist immer schon da. Zu riechen (jedenfalls für den Hund) und oft auch zu sehen, vor uns über die Straße huschend, unter einem Auto rumpelnd. Es muss ein ganzer Marder-Clan im hinteren Laim leben, dachte man erst. Liest dann aber, dass sich ein Marderrevier in der Stadt, wo der Tisch gut gedeckt ist, über mehrere Hektar erstreckt.

Mit erhobener Pfote, an der Motorhaube schnüffelnd und neulich einmal vor Wut fast ins Scheinwerferglas beißend, zeigt der Hund an, in welchem Motorraum das kleine Raubtier sich gerade – unerreichbar – versteckt hält. Einmal konnten wir bei der Nachbarin klingeln und Alarm schlagen. Der Marder schoss davon, als sie die Motorhaube öffnete, sie kam mit zerfetztem Isoliermaterial in der Hand zurück. Noch Glück gehabt, kein Kabel zernagt. Das Abschreckgitter unter dem Wagen hatte der Marder offenbar elegant umturnt. So leicht lassen sich Automarder nämlich nicht vergrämen. Wenn man wüsste, wem welches Auto hier im Viertel gehört, könnte man direkt ein Business draus machen, ein Marder-Aufspür- und Verscheuchungsbusiness. Dann zahlte sich diese nervige allnächtliche Pirsch wenigstens aus. son

Eine (fast) instagramtaugliche Ente

Macht alles platt: eine Ente im Blumenkasten.
Macht alles platt: eine Ente im Blumenkasten. (Foto: privat)

Im oberen Stockwerk zu wohnen, hat seinen Charme. Niemand trampelt auf dem Kopf herum, außer der einen oder anderen Taube auf dem Dach. Man ist dem Himmel näher als alle anderen im Haus und kann vom unüberdachten Balkon der städtischen Vogelschar beim Fliegen zusehen. Das macht Spaß, und Freude bringt auch mancher Besuch. Amsel und Meise schauen regelmäßig vorbei, auch die Tauben von oben, ihre klebrigen Hinterlassenschaften verraten sie.

Ein ganz neuer Gast war kürzlich eine Ente. Zielgenau landete sie im Balkonkasten und machte es sich zwischen zwei kleinen Koniferen bequem. Mit ihrem Hinterteil wackelte sie die zart sprießenden Blumen platt und ließ sich ungeniert fotografieren. Gerne hätte man ihr den Kasten zum Brüten überlassen und sie dabei beobachtet. Das wäre bestimmt instagramtauglich geworden. Die kluge Entenfrau aber hat sich alsbald umentschieden: Wie hätten ihre Küken im dritten Stock schwimmen lernen sollen?

So ist sie bestimmt zur Isar weitergezogen. Vielleicht hatte sie genug vom Gründeln, womöglich auch von ihrem Mann und wollte die Welt genüsslich von oben betrachten. Ich habe mir nach diesem Vorfall die Webseiten des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz (LBV) angesehen. Da steht, was zu tun wäre, wenn eine Ente den Blumen- zum Nistkasten macht. bub

Grunzender Igel

Igel können auch mal laut werden.
Igel können auch mal laut werden. (Foto: Armin Weigel/dpa)

Er ist gefühlt schon immer da. Wohnt in einer dichten Efeudecke von drei Gärten und scheint glücklich dort zu sein. Wir sind es auch, wenn es im April endlich wieder lautstark raschelt im Garten. Dann ist der Igel da und unsere gemeinsame Sommerzeit beginnt! Seit er mit uns hauptsächlich die Abende im Garten teilt, haben die Verben schnüffeln, schnauben, schnaufen, grunzen, fauchen und zischen an Bedeutung gewonnen. Weil sie wahrlich nicht zu überhören sind. Und weil die Geräusche des Igels erzählen, was er gerade so treibt. Beim Blätterdurchstöbern schnauft und grunzt er. Mundet ihm das lukullische Angebot schmatzt er genüsslich. Kommen wir ihm aus Versehen auf dem kleinen Kiesweg zu nahe, heißt sein Fauchen und Zischen: Haut einfach ab!

Ja, und wenn sich plötzlich ein zweites, weibliches „Heckenschwein“ – hedgehog wird der Igel auf Englisch genannt – dazugesellt, wird es laut: Dann grunzt das Igel-Männchen voller Wonne wie ein Schweinchen. Es ist eine schöne Sommer-Symbiose: Der Igel bekommt Wasser vom Brunnen, er frisst dafür die Schnecken im Garten. Wir stören sein Liebesleben nicht, er erfreut uns mit seinem Geschnüffel. Und weil der Igel eben so zu unserem Sommer dazugehört, beschützen wir ihn auch: vor Gärtnern zum Beispiel, die plötzlich den Efeu beschneiden wollen. Damit der Igel, Tier des Jahres 2024, noch besser geschützt werden kann, haben wir ihn auch gemeldet. ole

Außerirdisches Rotkehlchen

Die erwachsenen Rotkehlchen mögen possierlich aussehen, doch sie können die Menschen auch ganz schön aufscheuchen. 
Die erwachsenen Rotkehlchen mögen possierlich aussehen, doch sie können die Menschen auch ganz schön aufscheuchen.  (Foto: Felix Kästle/dpa)

Der Sohn wünschte sich eine Ziege. Doch eine Großstadt ist kein Ponyhof und so hoppeln nun seit dem Frühjahr zwei Kaninchen durch das Gärtchen. Momo trägt eine Frisur wie Iggy Pop, Schecki spielt gerne Ball auf dem Rasen. Entkommen können die Tierchen nicht, die Drahtkonstruktion am Zaun hält. Aber ob eines Tages jemand Ungebetenes eindringen wird? Das Gute ist, sie wiegen mehr als der Turmfalke, der regelmäßig über dem Innenhof kreist, und von der Nachbarkatze haben sie sich nie beeindrucken lassen.

Doch eines Abends im Garten, welch Schreck: ein lauter Ton! Unangenehm, schrill, ja bedrohlich. Wie ein Rauchmelder, dessen Batterie leer ist. Die Kaninchenbesitzer springen aus dem Liegestuhl, bereit zur Verteidigung der liebgewonnenen Tiere. Ein Marder, ein Fuchs, ein Alien? Doch hinter dem Gartenzaun flattern nur zwei Rotkehlchen. Ein Jungvogel, dessen Gefieder noch braun ist, hopst unter den Busch. Da stößt ein Elternvogel erneut den leidigen Warnruf aus. Mensch und Tierchen haben einander erschreckt. Inzwischen können die kleinen Rotkehlchen fliegen, bald werden sie sich ihr eigenes Revier suchen, auch das Elternpaar wird sich dann trennen. Es wird wieder Ruhe einkehren im Garten, wo Momo und Schecki gerade die letzten verbliebenen Grashalme mümmeln. sonn

Ein nicht so unschuldiger Specht

Spechte sind bekannt dafür, gerne mal an Bäumen zu picken. 
Spechte sind bekannt dafür, gerne mal an Bäumen zu picken.  (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Endlich, eine Wohnung mit Balkon! Es war Februar, unseren Einzug feierten wir, indem wir auf dem Balkon zwei Wunderkerzen abbrannten, die von Silvester übrig waren. Ein paar Tage später trafen wir vor dem Haus auf einen Nachbarn, der uns grimmig anschaute: Ob wir den Specht verjagt hätten? Er hatte ihn seit unserer Wunderkerzenaktion nicht mehr in seiner Höhle gesehen.

Zur Freude über die neue Wohnung gesellte sich sogleich das schlechte Gewissen darüber, möglicherweise ein unschuldiges Tier aus seinem Zuhause vertrieben zu haben wie ein Immobilienhai der fiesesten Sorte. Mittlerweile ist der Specht längst zurück und bereitet uns viel Freude, auch wenn er über die Jahre in puncto Lärmemission mit so mancher Wohnungsrenovierung konkurriert hat.

Nicht nur baut er fleißig an seinem Immobilienportfolio in den Bäumen vor unserem Wohnzimmerfenster – in die fertigen Höhlen ziehen dann Eichhörnchen ein –, er scheint auch gerne wie ein kleiner Presslufthammer die Hauswand anzupicken. Gerade wurde in unserem Haus die vierte Wohnung innerhalb weniger Jahre renoviert, am Nachbarhaus sanieren Bauarbeiter die Fassade. Ob sich der Specht auf dieser Dauerbaustelle noch wohlfühlt? Gleich mal nachschauen, was er so treibt … hob

Berge bauende Tauben

Tipp: Tauben lieber verscheuchen, selbst wenn sie Nester bauen. 
Tipp: Tauben lieber verscheuchen, selbst wenn sie Nester bauen.  (Foto: Florian Peljak)

Es gibt Zeiten im Leben, da ist der Mensch besonders empfänglich für überraschende Gesellschaft. Während des einsamen Schreibens an einer wissenschaftlichen Arbeit zum Beispiel. Niemals sonst hätte man so lang der Familienplanung eines Taubenpaars auf dem eigenen Balkon zugesehen. Ein paar wenigen dürren Zweigen in der Ecke folgten zwei kleine Eier und die permanente Anwesenheit eines grauen Vogelduos in guter Hoffnung.

Mensch und Tier schauten einander durch die Glastür erwartungsvoll in die Augen. Während die eine über Texten brütete, besannen sich die anderen auf ihren Nachwuchs in spe. Nach 18 Tagen schlüpften zwei fast durchsichtig scheinende Küken. Voll weiblichem Mitgefühl ließ man die Vögel gewähren, wunderte sich nur über den Dreck, in dem sie ihren Nachwuchs großzogen. In der Ecke wuchs ein Fäkalienberg. Den Gipfel bildeten die immer flauschiger werdenden Taubenkinder.

Einen guten Monat lang dauerte es, bis sie fliegen konnten. Viel zu lang, um noch Freude an diesen Gästen zu empfinden. Nach dem ersehnten Abflug der Jungfamilie war der Jammer groß. Sie hatte ein Gebirge hinterlassen, das fest mit Balkonboden und Wandputz verbunden war. Trotz intensivem Spachteln und Scheuern blieben für immer Spuren. Etliche Jahre nach Brüterlebnis und Studienabschluss, deshalb der eindringliche Rat: nestbauende Tauben lieber herzlos verscheuchen oder die echten Eier durch Nachbildungen austauschen. bub

Schockierende Krähe

Krähen sind zwar keine Raubvögel, haben aber offenbar einen Jagdtrieb.
Krähen sind zwar keine Raubvögel, haben aber offenbar einen Jagdtrieb. (Foto: Alessandra Schellnegger)

Als die Städterin umzog, blickte sie von ihrem neuen Balkon nicht mehr in einen Hof mit anderen steinernen Bauten, sondern auf eine größere Rasenfläche mit Fichten, Kastanien, Ahornbäumen und allerhand Büschen. Eichhörnchen sprangen zwischen den Baumwipfeln herum. Krähen, Elstern und Amseln zogen darüber ihre Bahnen oder pausierten in den Ästen. Buntspechte hämmerten gegen Baumstämme oder die Wärmedämmung des angrenzenden Sechzigerjahrebaus. Und in der Dunkelheit huschte manchmal ein Marder zwischen den Autos herum. Was für ein Idyll!, dachte sich die Städterin.

Umso herber war der Schock, als sie eines Tages mitansehen musste, wie sich eine Krähe auf ein Nachwuchs-Eichhörnchen stürzte und mit dem Tier zwischen seinen Krallen davonflog. Und dann erzählte die Nachbarin noch, dass kürzlich eine Taube gegen ihre Scheibe geknallt und schwer verwundet abgestürzt sei, die offenbar von einem anderen Vogel gejagt worden war. Seitdem betrachtet die Städterin das Geschehen vor ihrem Balkon mit neuen Augen. Lauert die Krähe, die da herumsegelt, nicht doch dem darunter hockenden Eichhörnchen auf? Und liefern sich die zwei Eichhörnchen, die gerade um die Baumstämme kreisen, etwa nicht ein munteres Spiel, sondern einen erbitterten Kampf? Und sind die Spatzen wirklich so harmlos, wie sie zu sein scheinen? Die Balkonstudien werden fortgesetzt. gal

Unordentliche Eichhörnchen

Mein Nachbar – das Eichhörnchen Eichhörnchenfamilie Eichbert.
Mein Nachbar – das Eichhörnchen Eichhörnchenfamilie Eichbert. (Foto: Johanna Feckl)

Jeden Tag schaut auf dem Balkon ein Mitglied einer dreiköpfigen Eichhörnchen-Familie vorbei, die in den Bäumen hinter dem Haus wohnt: Eichbert, Eichberta und Eichbert Junior. Leicht zu unterscheiden anhand der Puscheligkeit ihres Schwanzes. Der von Eichbert schlängelt sich wie ein dicker Schal über den gesamten Rücken bis hinauf zur Kopfkrone. Eichberta trägt die sommerlich leichte Variante des Schals. Und Eichbert Junior hat sich für einen mickrigen Staubwedel-Look-alike entschieden – ganz der teenagerhafte Rebell eben.

Zu Beginn huschte nur Eichbert über die Balkonkästen hinweg einmal ums Haus herum. Wie ein Späher, könnte ja sein, dass die neuen Mieter was zu futtern parat gelegt haben. Das tun sie auch, seitdem sie gelesen haben, dass das empfohlen wird. Denn gerade in den kalten Monaten und im Stadtgebiet finden Eichhörnchen ansonsten zu wenig zu fressen. Also gibts regelmäßig Haselnuss à la Kasten de balcone, oder, damit die Ernährung nicht zu einseitig wird, Walnuss au Balkonerde. Noch wichtiger ist eine Wasserstelle – die finden die Eichberts gleich neben dem Blumenkasten mit der Nuss.

Anlocken oder aus der Hand füttern soll man Eichhörnchen übrigens auf keinen Fall. Es sind Wildtiere, keine Haustiere. Aber sie still und regungslos beobachten, während sie eine riesige Walnuss in ihren winzigen Pfoten drehen und beknabbern, bis die Schale bricht, das geht freilich. Und es ist so niedlich anzusehen, dass die auf dem Balkon verteilten Schalenreste egal sind. Genauso wie das platt gedrückte aufkeimende Blaukissen. Oder das ausgebuddelte liebevoll angesäte Pflänzlein, das später eigentlich Gurken tragen sollte. fejo

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