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Verkehrsplanung:Neue Pläne für den Thomas-Wimmer-Ring

Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring

Die Tiefgarage ist bald fertig, nun geht es um die Gestaltung der Oberfläche. Diese wird anders aussehen als ursprünglich angenommen. Simulation: Wöhr + Bauer

  • Wenn dieses Jahr die neue Tiefgarage am Thomas-Wimmter-Ring fertig wird, soll die Oberfläche so gestaltet werden, dass diese dem Bürgerbegehren Altstadt-Radlring gerecht wird.
  • Der Planungsausschuss schlägt deshalb vor, nur drei Autospuren wiederherzustellen, damit sich Radler und Autofahrer nicht in die Quere kommen und der Radweg ausreichend breit ist.
  • Die Pläne stoßen im Rathaus auf gemischte Reaktionen.

Die Stadt will Autofahrern am Thomas-Wimmer-Ring deutlich mehr Platz wegnehmen, als ursprünglich vorgesehen. Wenn dieses Jahr die neue Tiefgarage fertig wird, soll die Oberfläche gleich so gestaltet werden, dass sie dem Bürgerbegehren Altstadt-Radlring gerecht wird. Der Planungsausschuss schlägt dabei vor, den Ring nicht, wie zunächst vorgesehen, auf drei Autospuren in südlicher Richtung und zwei in nördlicher wiederherzustellen. Jetzt sollen auf Höhe der Tiefgarage insgesamt drei Spuren reichen, eine in Richtung Maximilianstraße, zwei in Richtung Isartor.

Die Leistungsfähigkeit des Altstadtrings Richtung Maximilianstraße nehme dabei deutlich ab, heißt es in der Vorlage, die am Mittwoch im Planungsausschuss behandelt werden soll. Doch weil der Autoverkehr auf den Ludwigsbrücken und in der Zweibrückenstraße künftig nur noch auf einer Spur Richtung Zentrum rollen soll, rechnet die Behörde mit deutlich weniger Verkehr.

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Der Radverkehr soll dafür ungehindert fließen können. Die Stadt will deshalb unbedingt vermeiden, dass den Radlern die aus der Tiefgarage ausfahrenden Autos in die Quere kommen. Deshalb schlägt die Behörde vor, auf beiden Seiten den Radweg jeweils hinter die Ausfahrtsrampen zu verlegen. Zwei Varianten hält das Planungsreferat auf der Ostseite des Rings für relevant. Bei einer würden zwei Fahrspuren erhalten blieben, dafür fielen etwa 100 Quadratmeter Grünfläche weg, für die es keine Ausgleichsfläche gäbe. Zudem gäbe es keinen Verflechtungsbereich für Autos an der Ausfahrtsrampe der Garage.

Die von den Planern bevorzugte Variante sieht deshalb vor, den Radweg teilweise auf die Fläche der rechten Fahrspur zu verlegen um so nicht in die bestehende Grünfläche und den Baumbestand eingreifen zu müssen. Erst im Bereich der Ausfahrt würde der Radweg in die Grünfläche verlegt. Dadurch wäre in diesem Bereich nur noch eine Fahrspur Richtung Norden möglich, auch die bisher geplanten zwei Parkplätze würden wegfallen. Da bei dieser Planung bereits eine Engstelle geschaffen wäre, könnte im weiteren Verlauf des Rings die rechte Fahrspur für einen Ausgleich der Grünflächen umgenutzt werden. Gleichzeitig könne so ein Verflechtungsbereich zwischen aus der Tiefgarage ausfahrenden Autos und der verbleibenden Fahrspur geschaffen werden, so dass ein Rückstau in die Tiefgarage weniger wahrscheinlich werde.

Auf Seite der Altstadt soll der Radweg zwischen den Wänden der bestehenden Häuser und der Tiefgaragenrampe verlaufen. Das allerdings führt zu einer Engstelle. Statt wie im Radbegehren verlangt 2,80 Meter kann der Radweg nur 2,30 Meter breit werden, genauso breit wie der Fußweg. Im weiteren Verlauf Richtung Isartor wird der Radweg auf der Westseite so verlegt, dass auch noch Platz für eine 75 Meter lange Aufstellfläche für fünf Touristenbusse bleibt. Die Zone soll allerdings nur noch maximal 20 Minuten zum Ein- und Aussteigen genutzt werden dürfen, statt wie früher zwei Stunden. Weil Radweg und Aufstellfläche mehr Platz brauchen als ursprünglich geplant, bleiben dem Autoverkehr Richtung Isartor künftig nur noch zwei Fahrspuren erhalten.

Im Rathaus stoßen die neuen Pläne auf gemischte Reaktionen. Die CSU ist von nur einer Fahrspur gen Maximilianstraße nicht begeistert, wie auf Nachfrage zu erfahren ist. Sie will deshalb Alternativen prüfen lassen. Auch die SPD würde gerne beide Fahrspuren Richtung Maximilianstraße erhalten. Bei der Entscheidung ist Eile geboten: Die Bauarbeiten zur 520 Stellplätze fassenden Garage sind schon weit fortgeschritten. Dieses Jahr wird der Bauträger Wöhr und Bauer beginnen, die Oberfläche auf eigene Kosten wiederherzustellen. Die Stadt muss deshalb rasch ein neues Konzept vorlegen. Würde sie die Straße später selbst umbauen, müsste sie auch selbst dafür bezahlen.

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