Theresienwiese:Von der IAA zur Abstellfläche degradiert

Theresienwiese

Protestcamp gegen die Automobilmesse: Auch über diese Aktion auf der Theresienwiese hat die Gemüter in der Ludwigsvorstadt erregt.

(Foto: Friedrich Bungert/oh)

Während der Internationalen Automobilausstellung waren auf der Nordwestseite der Theresienwiese rund 40 Laster abgestellt. Anwohner hat das gestört - sie wollen keine kommerziellen Events.

Von Birgit Lotze, Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt

Die Platzverteilung bei der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) hat viel Unmut erzeugt, konnte sich die Fahrzeugbranche doch auf vielen Plätzen der Innenstadt präsentieren. Auch die Nutzung der Theresienwiese ist, zumindest bei den Anwohnern, auf große Kritik gestoßen.

Auf Antrag der Linken hat der Bezirksausschuss (BA) Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt eine harsche Aufforderung in Richtung Stadt geschickt: "Es werden zu keinem Zeitraum Abstellflächen für jegliche Veranstalter, Firmen oder Unternehmen auf der Theresienwiese zugelassen - weder für die Internationale Autoausstellung, noch für andere Events oder ähnliches." Die Theresienwiese sei eine das Stadtbild prägende Freifläche und Grünanlage, deren Bekanntheit weit über die Grenzen Deutschlands hinausgehe. "Diese zur Abstellfläche zu degradieren, ist völlig inakzeptabel."

Zur IAA hatten sich auf der Nordwestseite der Theresienwiese rund 40 Laster aufgestellt, die für die notwendige Logistik, Aufbau und Abbau der IAA zuständig waren. Doch auch die Situierung des Protestcamps gegen die Automobilmesse auf der Südwestseite erregt die Gemüter in der Ludwigsvorstadt. Denn vor dem Aufschlagen des Camps war erst einmal abgebaut worden: Die Tore waren zum IAA-Start weg, klagten Bürger in der BA-Sitzung. "Der Teil der Theresienwiese ist für Sport gedacht", hieß es im BA. Dabei habe eine ähnliche Fläche, wenn auch mit deutlich weniger Grün, im Nordwest-Teil der Theresienwiese zur Verfügung gestanden. Viele Bürger und Bürgerinnen seien bei ihren Freizeitaktivitäten auf die Theresienwiese angewiesen.

Wohl das Hauptproblem: Das Gremium ist zu keinem Zeitpunkt gefragt oder informiert worden. "Sollte etwas geplant sein, werden wir als BA 2 darüber informiert", heißt es dann auch in dem Schreiben an die Stadt. Das hatte der BA auch früher schon häufig so gefordert - bislang ohne große Resonanz.

© SZ vom 25.09.2021
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