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Theater-Festival "Rodeo Pop-up":Auf in neue Sphären

Weil der Plan, das "Rodeo" über mehrere Monate auszudehnen, nicht klappte, findet nun das Alternativprogramm "Rodeo Pop-up" statt: Im Hasenbergl sind fünf Projekte der Freien Theaterszene zu sehen.

Von Christiane Lutz

Immerhin: Der Titel "Baustelle Utopia" passt noch, auch wenn sich alles andere um das "Rodeo" beinahe komplett verändert hat. Die drei neuen künstlerischen Leiter Karnik Gregorian, Bülent Kullukcu und Simone Egger hatten erst im vergangenen November ihre ambitionierten Pläne vorgestellt. Das alle zwei Jahre stattfindende Münchner Festival der Freien Szene sollte nicht mehr, wie bis dato, an ein paar Tagen im Herbst stattfinden, sondern über mehrere Monate ausgedehnt werden. Geplant war eine Spielzeit von Mai bis November. Die Idee war, die Stücke der Freien Tanz- und Theaterszene aus den üblichen bekannten Spielstätten herauszuholen und hinaus in die Stadt zu tragen, an unbekannte Spielorte wie dem Hasenbergl nach Berg am Laim.

Aus bekannten Gründen konnte das nicht so wie geplant klappen. Nun aber startet eine erste kleine Version des Festivals namens "Rodeo Pop-up" im Rahmen des "Sommer in der Stadt"-Programms. Ans Hasenbergl schafft es das Rodeo damit allemal: Am Samstag, 8., und Sonntag, 9. August, wird das Hasenbergl eben zur temporären "Baustelle Utopia". Zu sehen sind da auch schon ein paar Produktionen aus der Münchner Freien Szene.

Die Autorin und Regisseurin Maja Das Gupta zeigt am 8. und 9. August um 16 Uhr ihr Kinderstück "Lillys Bus" am Goldschmiedplatz. Die neunjährige Lilly (Noemi Fulli) hat eine blühende Fantasie und spricht mit einem Bus, den die Zuschauer für die Vorstellung auch betreten dürfen. Um 18 Uhr folgt die Performance "Motorenwelt 2020" vor dem Einkaufszentrum "Mira". Die Künstler Thomas Glatz und Martin Krejci stellen sich auf die Straße und tragen, verstärkt durch Megafone, Leserbriefe aus einer Automobilzeitschrift vor - mit dem Autolärm ein nicht ganz leichtes Unterfangen. Um 19 Uhr (Samstag und Sonntag) zeigen die Musikkünstlerin Stephanie Müller und Klaus Erika Dietl die Performance "Leistungsdienst Medienhölle" auf dem Festplatz Hasenbergl. Gemeinsam machen sie Musik aus allen Gerätschaften, die sie in die Hände kriegen, egal ob Rasenmäher oder Nähmaschine, alles ist Instrument, jeder Raum Bühne.

Das noch recht frische Münchner Kollektiv "Raststättentheater" zeigt am Samstag und Sonntag um jeweils 20.30 Uhr dann sein Stück "Silicon Delphi". Darin erzählen die zwei Frauen und ein Mann von einer Familie, die durch ein Wunder die Apokalypse überlebt hat und jetzt auch nicht recht weiß, wie es mit ihnen weitergehen soll.

Am Sonntag, 9. August, um 18 Uhr ist noch das Noise-Projekt "General Orange" am Goldschmiedplatz zu sehen. Konzept und Performance kommen von Yuji Yasunaga. Der japanische Künstler aus Augsburg möchte den Stadtraum mittels Klängen ausloten. In Kostümen, die wie Rüstungen aussehen, treffen Performer aufeinander und duellieren sich auf der Straße mit aufwendigen Soundapparaturen.

Rodeo Pop-up - Baustelle Utopia, Samstag, 8., und Sonntag, 9. August, verschiedene Spielorte am Hasenbergl, Infos und Tickets unter www.rodeomuenchen.de

© SZ vom 06.08.2020/amm

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