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Elektrofahrzeuge:Test im Tierpark

Tierpark Hellabrunn in München vor Wiedereröffnung in der Coronakrise, 2020

In Hellabrunn würde ein Zaun die Fahrzeuge vor Dieben schützen. Die Lokalpolitiker wollen einen Ortstermin abwarten, ehe sie Stellung nehmen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Leihsystem für behindertengerechte Elektrofahrzeuge soll erprobt werden

Von Julian Raff, Altstadt-Untergiesing

Um alte und neue Fußgängerzonen in der City für mobilitätsbeschränkte Besucher zugänglicher zu machen, fasst die Stadt schon seit Längerem ein Leihsystem für behindertengerechte Elektrofahrzeuge ins Auge. Nach aktuellem Projektstand könnte es erst einmal im Tierpark Hellabrunn erprobt werden. Bereits 2017 hatte sich der Stadtrat mit Leihstationen für die mehrrädrigen, höchstens sechs- bis acht Stundenkilometer langsamem Vehikel beschäftigt. In den damaligen Entwürfen wurden diese "eScooter" genannt, ehe der Begriff mit dem Aufkommen der gleichnamigen E-Roller einen zweifelhaften Beigeschmack bekam. Das Vorbild hatten Mobilitätsexperten in Münchens schottischer Partnerstadt entdeckt. Im botanischen Garten von Edinburgh können die Fahrzeuge kostenlos entliehen werden. Mit dem barrierefreien Foyer der städtischen Behindertenvertretung in der Burgstraße hätte sich auch ein zentraler Standort gefunden. Allerdings bräuchte ein funktionierendes System in der Altstadt mehrere Standorte für Ausleihe und Rückgabe, vor allem an der Einkaufsmeile Kaufinger-/Neuhauser Straße. Außerdem schien die Frage nach Abstellmöglichkeiten vor Geschäften ungeklärt zu sein.

Vorteilhafter wäre es, auf ein klar umgrenztes Gebiet mit vorwiegender Freizeitnutzung zu setzen. Der Olympiapark schied allerdings ebenfalls aus. Dort fand sich kein geeigneter Ausleihstandort, sei es wegen Feuerwehrzufahrten, aus Denkmalschutzgründen oder wegen zu großer Entfernung zum nächsten U-Bahn-Aufzug. Auf den Tierpark kamen die Verkehrsexperten im Planungsreferat schließlich nicht zuletzt, weil die Fahrzeuge aus dem umzäunten Gelände nicht entwendet werden können.

In Zusammenarbeit mit dem Job-Center und der Arbeiterwohlfahrt soll ein Pilotprojekt zugleich der Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt dienen. Die Bezirksausschüsse Altstadt-Lehel und Untergiesing-Harlaching zeigten sich dem Projekt nicht abgeneigt. Die Lokalpolitiker im Osten möchten jedoh erst nach einem Ortstermin Stellung nehmen. Wann der Versuch tatsächlich startet, ist aufgrund der aktuellen Situation allerdings unklar.

© SZ vom 28.05.2020
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