bedeckt München 29°

Obergiesing:Der Stillstand endet

Großes Gedränge: Fußgänger, Radfahrer, U- und Trambahnen, Busse und Autos teilen sich den Tegernseer Platz.

(Foto: Robert Haas)

Der Tegernseer Platz soll jetzt doch zügig umgestaltet werden.

Von Hubert Grundner, Obergiesing

Nach jahrelanger Stagnation scheint sich ein Herzenswunsch vieler Bürgerinnen und Bürger Giesings doch noch zu erfüllen: Wie Carmen Dullinger-Oßwald (Grüne), die Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Obergiesing-Fasangarten, in der Sitzung am Dienstagabend berichtete, habe ihr das Planungsreferat kürzlich versichert, die Um- und Neugestaltung des Tegernseer Platzes sei nun doch "in trockenen Tüchern".

Im Wesentlichen geht es dabei darum, das verkehrsumtoste Herz des Stadtviertels wieder ruhiger und attraktiver zu machen - indem der motorisierte Individualverkehr zurückgedrängt, mehr Raum für Fahrradfahrer und Fußgänger geschaffen und ein Tempolimit eingeführt wird. Aktuell stoßen hier verschiedene Verkehrsströme mit voller Wucht aufeinander: Mehrere Bus- und Trambahnlinien, Pkw und Lkw, Zweiradfahrer und Fußgänger begegnen sich auf engstem Raum, wobei auch noch die ein- und aussteigenden Passagiere der U-Bahnstation Silberhornstraße hinzukommen. "Umgestaltung" des Tegernseer Platzes wird deshalb wohl zuallererst "Entflechtung" der Verkehrsströme bedeuten.

Laut Auskunft des Planungsreferats, so Dullinger-Oßwald, fehle nur noch eine Stellungnahme der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zu dem Projekt, dann solle ein erster Entwurf vorgestellt werden. Die Bürgerbeteiligung könnte bereits Ende Mai/Anfang Juni - gewissermaßen an Ort und Stelle - auf dem direkt angrenzenden Alpenplatz stattfinden. Diese Entwicklung ist im BA mit großer Erleichterung aufgenommen worden. Aufgrund des schleppenden Planungsfortschritts schien selbst der Verlust staatlicher Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm der "Sozialen Stadt" möglich zu sein. Deshalb und wegen der coronabedingt angespannten Finanzlage Münchens hätte sich die Neugestaltung des Tegernseer Platzes vermutlich auf unbestimmte Zeit verschoben.

So aber lieferte die erfreuliche Nachricht aus dem Planungsreferat den passenden Anlass für einen Antrag der Grünen, den der BA einstimmig beschloss. Darin fordern die Lokalpolitiker die MVG auf, zum frühestmöglichen Zeitpunkt ihren Teil der Planungen zur Umgestaltung von Tegernseer Platz und nördlicher Tegernseer Landstraße (Tela) fertigzustellen. Zweitens soll die MVG vorab den Bezirksausschuss informieren, wie weit ihre Planungen schon gediehen sind.

Um für den Umbau des Tegernseer Platzes und der Tela Nord noch Fördermittel aus dem Stadtteil-Sanierungsprojekt "Soziale Stadt" abrufen zu können, welches 2020 endete, sei eine Kostenschätzung für den Umbau bis 2021 und eine Fertigstellung des Umbaus bis 2026 notwendig. Hierfür müssten "die Planungen der MVG finalisiert werden, damit die Fristen eingehalten werden können", heißt es in der Begründung des Antrags.

© SZ vom 15.04.2021/van
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema