Ballett und TanzMünchner und Nürnberger Tanz-Highlights im Herbst

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Alles nur geträumt? Antonio Casalinho und Margarita Fernandes im November 2024 in„ La Sylphide“. Mittlerweile haben beide das Bayerische Staatsballett verlassen. Nun gibt es ein Wiedersehen mit Publikumsliebling Casalinho.
Alles nur geträumt? Antonio Casalinho und Margarita Fernandes im November 2024 in„ La Sylphide“. Mittlerweile haben beide das Bayerische Staatsballett verlassen. Nun gibt es ein Wiedersehen mit Publikumsliebling Casalinho.
Emma Kauldhar

Wiedersehen mit einem Publikumsliebling am Staatsballett, die Herbstmatineen der Bosl-Stiftung, eine Uraufführung von Richard Siegal und ein besonderes Stück im HP8.

Von Jutta Czeguhn

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Aktuell tanzt António Casalinho für seinen neuen Arbeitgeber, am Wiener Staatsballett, die Partie des Chaireas in Alexei Ratmanskys „Kallirhoe“. Schweren Herzens hat das Münchner Ballett-Publikum den Ersten Solisten gen Österreich ziehen lassen. Natürlich mit den allerbesten Wünschen, auf dass es dem 22-jährigen Portugiesen auch dort gelingen möge, die Menschen zu verzaubern. Jede Stadt ist schließlich anders, die Wiener eh legendär eigen. Und die Hackordnung in einer Ballettcompagnie folgt auch ihren eigenen Gesetzen.

Wer den Herbstkalender des Bayerischen Staatsballetts genau studiert hat, dürfte allerdings einen inneren Grand Jeté gemacht haben, denn da ist doch tatsächlich der Name António Casalinho auf der Besetzungsliste zu lesen. Am Sonntag, 30. November, 17 Uhr, wird er wieder auf der Bühne des Nationaltheaters zu erleben sein. Er kehrt als James in La Sylphide zurück, jener Partie, in der er Ende November 2024 debütierte und hernach zum Ersten Solisten des Bayerischen Staatsballetts – jüngster in der Geschichte der Truppe –ernannt wurde. Und schon wird gemunkelt, dass es nicht bei diesem einmaligen Wiedersehen mit dem Münchner Publikumsliebling bleiben wird.

Noch ein Termin zum Anstreichen im Münchner Tanzkalender: Am 12. November ist wieder World Ballet Day. Die großen Compagnien weltweit streamen auf ihren Websites aus ihrem Trainings- und Probenalltag. Das Bayerische Staatsballett (www.staatsoper.de) zeichnet hierfür am 4. November das Training auf, bei dem wohl auch alle Neuzugänge der Compagnie teilnehmen werden, etwa die Prinzipalinnen Violetta Keller und Elisabeth Tonev.

Und noch mal News zum Staatsballett: Am Sonntag, 2. November, ist die Wiederaufnahme von John Neumeiers „Der Nussknacker“ zu erleben, nach sechs Jahren Pause. Der Choreograf wird kommende Woche persönlich die Proben leiten. Und nach dem Schlussapplaus am Sonntag sollte das Publikum sitzen bleiben. Da wird es noch eine Überraschung geben.

Elisabeth Tonev (links) ist eine der neuen Ersten Solistinnen am Bayerischen Staatsballett, hier 2024 mit Tanzpartner Constantine Allen bei der Verleihung des Constanze-Vernon-Preises im Rahmen der Herbstmatinee der Heinz-Bosl-Stiftung.
Elisabeth Tonev (links) ist eine der neuen Ersten Solistinnen am Bayerischen Staatsballett, hier 2024 mit Tanzpartner Constantine Allen bei der Verleihung des Constanze-Vernon-Preises im Rahmen der Herbstmatinee der Heinz-Bosl-Stiftung.
Marie-Laure Briane

Violetta Keller hat einst an der Hochschule für Musik und Theater München studiert. Deren Ballett-Akademie wird sich auch in diesem Jahr bei den Herbstmatineen der Heinz-Bosl-Stiftung präsentieren. Die Bachelorstudierenden zeigen mit „Les Patineurs“ am 9. und 16. November erstmals ein Werk des großen britischen Choreografen Frederick Ashton, zudem eine Neueinstudierung von Hans van Manens „Unisono“. Das Bayerische Junior Ballett München wiederum wartet mit einer Premiere auf: Jorma Elos „Slice to sharp“, und es zeigt Richard Siegals „The New 45“ und Ralf Jaroschinskis „Intuition Blast“ in neuen Interpretationen. Im Rahmen einer der beiden Matineen wird auch wieder der Heinz-Bosl-Preis verliehen.

Wer Arbeiten des US-Choreografen Richard Siegal sehen will, findet sie fortan bestimmt verlässlich unter einer Adresse: Richard-Wagner-Platz 2–10, Nürnberg. Siegal ist neuer Ballettdirektor am dortigen Opernhaus, und das Staatstheater Nürnberg Ballet of Difference präsentiert am Samstag, 15. November, die Premiere des dreiteiligen Ballettabends „Noise Signal Silence“. Zu sehen sind Siegals 2013 mit dem Bayerischen Staatsballett uraufgeführtes Werk „Unitxt“ und sein 2019 für das Staatsballett Berlin kreiertes Signaturstück „Oval“. Auch ist die Uraufführung eines neuen Werks von Richard Siegal angekündigt (Infos unter: www.staatstheater-nuernberg.de).

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Wissenschaftliche Forschungen belegen: Tanzen wirkt sich positiv auf die psychische Gesundheit aus. Auch das Mental Health Arts Festival, das heuer zum dritten Mal in München stattfindet, möchte den Beweis antreten, dass Kunst guttut  (22. bis 26. Oktober, Gasteig, HP 8, Eintritt frei, Infos: www.gasteig.de). Neben Theater, Performance, Film und Vorträgen spielt auch der Tanz an den fünf Tagen eine wichtige Rolle. Da ist beispielsweise „Witness This“, eine Produktion der Company Chameleon. Das Tanzensemble aus Manchester, England, erzählt in einem bewegenden, sehr persönlichen Stück die Geschichte des Choreografen Kevin Edward Turner und seinen Kampf mit psychischen Problemen sowie die Auswirkungen, die dies auf ihn und seine Angehörigen hatte (26. Oktober, 12 Uhr, Halle E, um 13 Uhr gibt es dort auch einen Artist- Talk mit Kevin Edward Turner).

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