Familienunternehmen Eichbauer feiert 100. GeburtstagBaustaub verbunden mit Sterneküche

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Schon lange im Geschäft: Arbeiter der Firma auf einer Baustelle in München in der Phase des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.
Schon lange im Geschäft: Arbeiter der Firma auf einer Baustelle in München in der Phase des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.
Eichbauer

Seit drei Generationen prägen die Eichbauers mit ihren Bauten München – aber nicht nur mit diesen. Ihr Restaurant Tantris fügt Welten zusammen, die scheinbar gegensätzlich sind. Warum es zum Jubiläum einen Abend lang geschlossen bleibt.

Von René Hofmann

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Was treibt Menschen an, die vermeintlich nie aufhören können? Die Frage kann man schon einmal stellen, wenn eine Familienfirma ihren 100. Geburtstag feiert. Felix Eichbauer hat darauf eine anschauliche Antwort gefunden. Sie steckt in einer kurzen Geschichte über seinen im Juni verstorbenen Vater Fritz Eichbauer, der dem Bauunternehmen jahrzehntelang vorstand und von 1978 bis 2003 als Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe wirkte.

Fritz Eichbauer war 1928 geboren worden. Im Zweiten Weltkrieg war er aufs Land geschickt worden. Von dort kehrte er nach der Kapitulation mit der Bahn zurück. Das Erlebnis, als er allein durch das ausgebombte München zur Familienwohnung ging, grub sich tief ein.

„Für diese Generation ging es immer nur vorwärts, das nächste Projekt war immer das Wichtigste“, so Felix Eichbauer, „Stillstand war nie eine Option.“ Der Drang Neues zu schaffen, habe nicht nur Mut und Disziplin geprägt, sondern auch ein starkes Verantwortungsgefühl über den Moment hinaus.

„Bauen ist mehr als Steine stapeln, es ist Stadt gestalten“: Felix Eichbauer und seine Frau Sabine.
„Bauen ist mehr als Steine stapeln, es ist Stadt gestalten“: Felix Eichbauer und seine Frau Sabine.
René Hofmann

Erzählt hat Felix Eichbauer die Geschichte am Donnerstagabend im Garten hinter der Firmenzentrale in Parsdorf, wohin das Unternehmen Mitarbeiter und Geschäftspartner geladen hatte, um das Jubiläum zu begehen. Egal, was kommt – es geht weiter: Dem prägenden Vater hätte diese Haltung sicher gefallen.

Die Eichbauers – Felix Eichbauer repräsentiert die dritte Generation – haben München mitgeprägt: Sie haben die Amalienpassage geschaffen, ihre Terrassen-Wohnanlage in Ottobrunn ist preisgekrönt. Bekannt ist zudem ihr Restaurant, das Tantris.

Anfang der 1970er-Jahre auch mit großen architektonischen Ansprüchen gebaut, steht es seit mehr als 50 Jahren für Sterne-Küche. Für das Gebäude gilt mittlerweile der Denkmalschutz, im Innern aber entwickelt sich die Institution stetig fort. Mut, Disziplin und der Drang, Neues zu schaffen – in der Kulinarik wie beim Bauen: Welten, die zunächst gegensätzlich wirken, verbinden sich so.

Gut 8000 Wohneinheiten hat die Firma gebaut. Ihre Bedeutung lässt sich auch an der Gästeliste des Abends ablesen: Bayerns Bauminister Christian Bernreiter (CSU) zählt zu den Gratulanten, auch CSU-OB-Kandidat Clemens Baumgärtner schaut vorbei. Und zur Feier des Tages hat das Tantris geschlossen – damit den Geburtstagsgästen im Gewerbegebiet Häppchen aus der berühmten Küche serviert werden können.

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