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SZ-Adventskalender:So viel haben die SZ-Leser gespendet

Anita Niedermeier (links) sammelt Spenden für den Adventskalender im Münchner Servicebüro der SZ.

(Foto: Catherina Hess)

20 000 SZ-Leser zeigen mit ihrer Spende für das Hilfswerk, wie wichtig ihnen Gemeinsinn ist. Menschen, die von der Corona-Krise besonders hart betroffen sind, können so Notlagen überbrücken.

Von Sven Loerzer

Eine starke Gemeinschaft lässt die Schwächeren nicht zurück. Wie wichtig ihnen Zusammenhalt und Solidarität ist, was ihnen Gemeinsinn bedeutet, das lassen viele der rund 20 000 SZ-Leser, die das Hilfswerk der Süddeutschen Zeitung unterstützen, erkennen. "Nicht nachlassen bitte, München zusammenhalten, Arm und Reich", notierte ein Leser unter dem Betrag von 1000 Euro. Und ein anderer schrieb dazu: "Gut, dass Sie das tun, Danke".

Eine beeindruckende Erklärung lieferte auch eine Leserin, die Anfang Oktober 600 Euro überwies: "Bei dem Geld handelt es sich um das Corona-Extra-Kindergeld, das uns überwiesen wurde. Da mein Mann und ich beide in der glücklichen und privilegierten Situation waren und immer noch sind, dass wir coronabedingt 0,00 Verdienstausfälle hatten, und unsere Kinder (beide in der Ausbildung) eigentlich gut von uns versorgt sind, fühlte es sich nicht richtig an, dieses Geld zu behalten. Schließlich gibt es viele bedürftige Menschen, die dieses Geld viel dringender brauchen als wir."

So können Sie spenden

Wer helfen will, wird um ein Geldgeschenk gebeten, Sachspenden können leider nicht entgegengenommen werden. Bareinzahlungen sind von Montag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, Freitag von 10 bis 16 Uhr sowie nur an den vier Adventsamstagen von 10 bis 16 Uhr im SZ-Servicezentrum, Fürstenfelder Straße 7, möglich. Sicher online spenden können Leser im Internet unter www.sz-adventskalender.de. Überweisungen sind auf folgendes Konto möglich:

"Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung e.V."

Stadtsparkasse München

IBAN: DE86 7015 0000 0000 6007 00

BIC: SSKMDEMMXXX

Spenden sind steuerlich abzugsfähig; bis zu einem Betrag in Höhe von 200 Euro reicht der vereinfachte Nachweis. Bei Spenden in Höhe von mehr als 200 Euro senden wir Ihnen die Spendenbestätigung zu, sofern auf der Überweisung der Absender vollständig angegeben ist. Jede Spende wird ohne Abzug dem guten Zweck zugeführt. Alle Sach- und Verwaltungskosten trägt der Süddeutsche Verlag. www.facebook.com/szadventskalender

Mehr als 8,2 Millionen Euro Einnahmen, darunter rund zwei Millionen Euro aus Erbschaften, konnte Adventskalender-Geschäftsführerin Anita Niedermeier für die 71. Spendenaktion verbuchen. Zum Start vor einem Jahr "sah die Welt noch in Ordnung aus". Doch dann kam das Corona-Virus: "Innerhalb kurzer Zeit musste jeder von uns lernen, mit einer völlig neuen Situation umzugehen. Besonders die Menschen, denen es sowieso nicht gut geht, die gesundheitlich angeschlagen oder finanziell nicht so gut gestellt sind, treffen die Covid-19-Maßnahmen sehr hart", sagt Anita Niedermeier.

Lebensmittelausgaben der Tafeln schlossen, Beratungstermine fielen aus, Treffpunkte machten zu. Vereinsamung, Depressionen und finanzielle Engpässe seien gestiegen. Dank des überwältigenden Ergebnisses habe der SZ-Adventskalender zusammen mit den sozialen Einrichtungen helfen können, Notlagen zu überbrücken. "Mit den Spenden können wir nicht nur ein Lächeln auf die Gesichter der verzweifelten Menschen zaubern, sondern auch das Gefühl vermitteln, sie sind nicht allein", betont Anita Niedermeier. "Es gibt jemanden, der an sie denkt." Die Geschäftsführerin des Hilfswerks dankt dafür - und für das große Vertrauen, das die SZ-Leser mit ihren Spenden beweisen, ganz besonders.

Eine Frau, die nach ihrer schweren Erkrankung nicht mehr arbeiten kann und eine kleine Rente bezieht, freute sich über die Unterstützung: "Ich war so baff und gerührt, dass ich geweint habe. Endlich gehen ein paar Wünsche in Erfüllung. Ich war jetzt lange wieder krank und im Klinikum Großhadern ... Gott segne Sie und die Leser." Für einen Elfjährigen, dessen Mutter im Jahr zuvor gestorben war, ging der Herzenswunsch in Erfüllung, ein Spiel des FC Bayern in der Fröttmaninger Arena zu erleben.

Zwei Paar handgestrickte Fäustlinge als Dankeschön schickte eine ältere Frau, die eines der 2650 verteilten schweren Lebensmittelpakete erhalten hat. Das "wunderbare Weihnachtspaket mit den leckeren und so vielseitigen Lebensmitteln" lobte eine andere Frau in den höchsten Tönen: "Dass fremde Menschen dafür gespendet haben, macht das Geschenk für mich besonders wertvoll. Sie haben mir eine riesige Freude gemacht." Von einem "Glückstag" sprach eine Frau, als sie mitten in der Pandemie-Zeit ein Lebensmittel-Paket erhielt. "So reich beschenkt! Und das, wo ich gerade Zuzahlungen für meine Knie-OP und Vollprothese bezahlen musste und daher mein Geldbeutel seit Tagen leer ist. Die ambulante Reha musste ich zwecks Corona abbrechen, Risiko Alter. Nun steh' ich da, mit meinem unbehandelten Knie. Ich bin überglücklich über das wertvolle Paket und danke Ihnen allen, von Herzen!"

© SZ vom 21.11.2020/kafe
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