Süddeutsche Zeitung

Festival:So lief der erste Tag beim Superbloom im Olympiapark

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Wenn München feiern will, dann regnet es: Auch beim Superbloom werden die Fans pitschnass, das Festival muss unterbrochen werden. Acts werden verschoben oder fallen aus. Die Teilnehmer kritisieren nicht nur die Kommunikation des Veranstalters.

Von Katharina Blum, Anna Weiß und Florian Peljak (Fotos)

Man kennt das ja schon in diesem Sommer: Wenn München feiern will, dann regnet es. Beim Mega-Giga-Superlativ-Konzert von Helene Fischer waren die Fans vor zwei Wochen zwar atemlos, aber auch pitschnass. Bei Robbie Williams zeigte sich das Wetter eine Woche später versöhnlicher, es regnete erst beim letzten Song. Und an diesem Samstag schüttete es schon wieder beim Superboom. So sehr, dass das Festival für eineinhalb Stunden unterbrochen werden musste.

Durch das miese Wetter gab es das ein oder andere Line-Update, immerhin: Pünktlich zum Auftritt von Superstar Rita Ora ("Let You Love Me") auf der Superstage (auf dem Tollwood-Gelände) hatte sich das Gewitter verzogen. Ihr Auftritt begann aber auch eine halbe Stunde verspätet.

Gegen 16.30 Uhr hatte der Veranstalter eine Schlecht-Wetter-Info via Lautsprecherdurchsagen abgegeben und über seine Social-Kanäle informiert: Bitte stellt euch unter. Um 19 Uhr dann die Entwarnung: Es geht weiter.

Nicht alle fühlten sich ausreichend informiert: "Seit 2 Stunden warten und keine Info unterm Olympiadach. Toiletten überfüllt, ewige Schlangen bei den Versorgungsständen. Gebt uns endlich mal ne Info!!!", kommentierte eine Teilnehmerin bei Facebook. Andere nannten die Organisation "katastrophal", manche wollten noch ihre Tickets für Sonntag loswerden: "Wer sich noch auf Tickets freut, meldet sich bei Bedarf bitte bei mir."

Tagsüber verbringt ein Großteil der Besucherinnen und Besucher eine gute Zeit auf dem Festival. Auch nach dem Gewitter, als sich der Boden teils in matschige Flächen verwandelt hat, stapfen viele Zuschauer fröhlich von einer Bühne zur nächsten und feiern ausgelassen bei den Konzerten, machen Fotos vor der detailverliebt geschmückten Kulisse des Olympiaparks und freuen sich, dass das Programm fortgesetzt wird.

Die Polizei zieht am Sonntagmorgen eine vorläufig unaufgeregte Bilanz, 150 Einsatzkräfte waren am Samstag vor Ort, bis auf vereinzelte Menschenpfropfen während der Eskortierung der Besucher in die Innenräume wird von keinen besonderen Vorkommnissen berichtet.

Ein weiterer Kritikpunkt wird am späten Abend laut: Beim Auftritt von Superstar Calvin Harris, dem musikalischen Höhepunkt des Tages, wurde die Olympic-Stage aus Sicherheits- und Kapazitätsgründen geschlossen. "Dafür sollte es eigentlich Geld zurück geben", forderte eine Teilnehmerin. "Mittag hieß es am Infopoint noch es haben auf jeden Fall alle Platz!" Die Durchsagen häuften sich: Einlass-Stop, bitte passt aufeinander auf.

Die friedliche Festivalstimmung drohte stellenweise zu kippen, Besucherinnen und Besucher versuchen, sich noch durch die Absperrungen zu pressen und mit den Ordnungskräften zu verhandeln, rütteln an den Zäunen, manche enttäuschte Fans weinen: "Wir haben Geld dafür bezahlt."

Der Veranstalter zeigte Verständnis für die geäußerte Kritik und kündigte an, man werde "alles daran setzten morgen für Euch und mit Euch ein wundervollen zweiten Festivaltag zu schaffen".

Superbloom ist das erste Groß-Open-Air im Olympiapark seit dem letzten "Rockavaria" 2016. 120 Programmpunkte in einem Dutzend Manegen, bespielt von Musikern, Artisten, Tänzern, bildenden Künstlern, Comedians und Wissenschaftlern, soll es am Wochenende geben.

Jeweils von 11 Uhr (da war zwar noch wenig los, aber das Wetter noch schön) bis Mitternacht, gab und gibt es am Samstag und Sonntag nicht nur etwa 60 Konzerte von internationalen, nationalen und regionalen Musikern, sondern in elf "Experience"-Arealen auch Artisten, Tänzer, bildende Künstler, Zauberer, Podcaster, Kinderlieblinge, Comedians, Wissenschaftler und Aktivisten zu sehen und zu erleben.

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