Konzert der Studienstiftung des deutschen VolkesMitreißende Klänge für die Zukunft

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Aktuell Geförderte und Alumni sind hier vereint in einem Orchester.
Aktuell Geförderte und Alumni sind hier vereint in einem Orchester. Leonhard Simon/Studienstiftung

Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist das größte Begabtenförderungswerk für Studierende in Deutschland. Zum 100-jährigen Bestehen gibt es in der Isarphilharmonie in München ein besonderes Konzert.

Kritik von Paul Schäufele

Hundertmal den eigenen Geburtstag feiern, das kann anstrengend werden. Es kann aber auch Freude machen, wenn jede Fete so vielschichtig ausfällt wie die in der Isarphilharmonie. Dort findet eine der Veranstaltungen statt, mit denen die Studienstiftung des deutschen Volkes ihren Hundertsten begeht.

Die Studienstiftung ist das größte Begabtenförderungswerk für Studierende in Deutschland. Seit 2011 veranstaltet sie die Musikakademie, bei der aktuell Geförderte und Alumni sich für ein paar Tage in ein Konzertprogramm versenken. Traditioneller Abschluss ist das Münchner Konzert. Dabei ist nun auch die Auftragskomposition einer Stiftungs-Alumna zu hören, „ahnst du“ von Charlotte Seither. Es bedient sich aus Schillers „An die Freude“ und steht damit in intrikater Beziehung zum Partnerwerk des Abends, Beethovens Neunter.

Wie Beethoven lässt Seither die Musik ins Monumentale schießen. Doch sie wendet das Große ins Flüchtige, Schattenhafte, durchsetzt sanft dissonante Orchesterakkorde mit Zischen und Hauchen des Chors. Dem Schiller’schen Optimismus stellt sie ein Fragezeichen zur Seite. An das spannungsreiche Klangbild schließt Dirigent Martin Wettges attacca die Beethoven-Symphonie an. Allerdings in der Mahler-Retuschierung, weil jedes Jahr so viele Leute zur Musikakademie wollen. Deshalb sitzen jetzt zum Beispiel acht statt vier Hornisten auf der Bühne, im Dienste der „Deutlichkeit“ (Mahler). Und ja, selbst mit Wettges’ flottem Dirigat hört man die ein oder andere überraschende Nebenmelodie, die man sonst nicht gehört hat. Das ist interessant, aber vielleicht auch gar nicht so wichtig.

Wichtiger, berührender ist eher, mit welchem Enthusiasmus das gut vorbereitete Orchester und der ausgewogene, von Christian Jeub einstudierte Chor sich dem Werk widmen. Alle spielen mit Verve, mitreißend und ein bisschen laut. Die Solisten (Ania Vegry, Katharina Magiera, Thaisen Rusch, Malte Roesner) schaffen es gerade so, sich hörbar zu machen, aber sie schaffen es. Für das Ensemble gibt es Ovationen – als Glückwünsche zu Aufführung und Jubiläum.

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