Das Leben in München beginnt schon, bevor in der alten Bleibe die Bilder abgehängt und alles in Umzugskartons gepackt wird. Denn für die Wohnungssuche in München sollte man viel Zeit und vor allem starke Nerven mitbringen – das gilt besonders zu Beginn der Semester, wenn viele Studierende eine neue Bleibe suchen. Eine Geheimformel, mit der Sie die perfekte Wohnung auf Anhieb finden, gibt es nicht, dafür jedoch hilfreiche Tipps, die es sich auszuprobieren lohnt.
Wohnungsportale
An einer Online-Recherche kommt man nur selten vorbei. Besonders beliebt sind Portale wie WG-gesucht (vor allem Vermittlung von freien Zimmern in Wohngemeinschaften), Immobilienscout24 oder Immowelt. Auf den Portalen können Suchende und Bietende inserieren und auf ein passendes Angebot hoffen.
Zeitungsanzeigen
Insbesondere ältere Vermieter, die nicht internetaffin sind, greifen gerne auf diese klassische Methode zurück und inserieren in Zeitungen. Einige gehen auch den anderen Weg und vergeben ihre Wohnungen ausschließlich über gedruckte Suchangebote. Das kostet zwar, kann sich aber lohnen. Setzen Sie deshalb nicht nur auf Internet-Recherche und schauen Sie auch die Anzeigenseiten regionaler Medien durch. In der Printausgabe der Süddeutschen Zeitung erscheinen diese jeden Mittwoch in der Bayern- und jedes Wochenende in der Gesamtausgabe.

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Newsletter
Über Newsletter bekommen Sie aktuelle Angebote zugeschickt. Andreas Kräftner hatte nicht vor, Tausende Münchner bei der Wohnungssuche zu unterstützen, als er eine E-Mail im Bekanntenkreis verschickte, um einem Freund bei der Suche zu helfen. Doch bei der einen Mail blieb es nicht. Kräftner bekam weitere Anfragen, bis schließlich sein privater Newsletter "Budenschleuder" entstand, der über die Mailadresse budenschleuder@kraeftner.de läuft.
Ein weiterer Newsletter ist woloho, dessen Name ein Akronym für "Work Love Home" ist. Genau genommen handelt es sich um drei Newsletter, zu den Themen Arbeit, gegenseitige Hilfe und Wohnen, die man einzeln abonnieren kann. Der Einsendeschluss für wohnbezogene Posts ist freitags um 16 Uhr, nähere Informationen gibt es auf der Homepage des Newsletters.

Hausverwaltungen
Wer Zeit und Muße hat, schnappt sich am besten sein Telefon, legt sich die Liste der Münchner Hausverwaltungen bereit und kontaktiert diese persönlich. Ja, der Aufwand ist nicht gering, aber über diesen Weg stoßen Sie mit etwas Glück auf Wohnungen, die noch nicht inseriert sind. Auf diesem Portal finden Motivierte eine Liste der Hausverwaltungen.

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Studierendenwohnheime
Wer nach München kommt, um zu studieren, kann sich in einem der preislich erschwinglichen Studierendenwohnheime anmelden. Viele Heime haben jedoch Wartezeiten von mehreren Semestern, weshalb es wichtig ist, sich rechtzeitig zu bewerben. Eine Übersicht über Heime des Studierendenwerks und Heime privater Träger hilft bei der Entscheidung. Neben dem Studierendenwerk bieten auch beispielsweise die Erzidiözese München und Freising oder der CVJM Wohnheimsplätze.
Eine spezielle Aktion des Studierendenwerks München ist die Verlosung von Wohnplätzen unter Erstsemestern. Wer sich fristgerecht anmeldet, hat die Chance, einen der heiß begehrten Plätze zu ergattern. Nähere Infos gibt es auf der Seite des Studierendenwerks.
Weitere Wohnheimsplätze bieten auch die Häuser von Oliver und Ina Fendt, die sich alle in zentraler Lage in der Innenstadt befinden. Die kosten können hier jedoch stark variieren. Besonders komfortabel kommen private Wohnheime wie das Maxl in der Theresienstraße daher, das sich selbst als „exklusiv“ bewirbt. Preise stehen dort wohlweislich nicht auf der Websit. Nicht ganz so netral aber dafür günstiger wohnt man im Studio M2 in Laim.
Wohnen für Hilfe
Eine weitere Initiative des Studierendenwerks München und des Seniorentreffs Neuhausen ist "Wohnen für Hilfe". Das Prinzip ist schnell erklärt: Studierende können kostengünstig bei Senioren wohnen und helfen im Gegenzug im Alltag. Ein Quadratmeter Wohnfläche entspricht dabei ungefähr einer Stunde Hilfeleistung im Monat. Wie genau die Studierenden die älteren Menschen im Alltag unterstützen, ist nicht festgelegt und von Haushalt zu Haushalt verschieden. Mögliche Arten, sich die Miete zu verdienen, sind Begleitungen zu Arztbesuchen, Spazierengehen oder Hilfe beim Einkauf. Nähere Informationen gibt es auf der Website des Studentenwerks.

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Kontakte nutzen
Kein Geheimtipp, aber trotzdem wichtig: Mobilisieren Sie Freunde und Bekannte, lassen Sie alle wissen, dass Sie auf der Suche nach einer Bleibe in München sind. Ein klassischer Aufruf à la "kennt jemand jemanden, der jemanden kennt..." in sozialen Netzwerken, hartnäckiges Herumfragen und aufmerksames Zuhören im Bekanntenkreis können sich auszahlen. Manchmal hilft es auch schon für ein paar Tage bei Bekannten unterzukommen, um spontan und persönlich bei Wohnungsbesichtigungen erscheinen zu können. Auch am schwarzen Brett in den Unis kann ein Aushang nützlich sein. Auch freie Zimmer werden dort nicht selten angeboten. In uniinternen Chatgruppen zu fragen ist auch oft eine gute Möglichkeit.
Hostels und Serviced Apartments
Wer es nicht geschafft hat, rechtzeitig eine Wohnung zu finden, aber schon unbedingt vor Ort sein muss, kann für ein paar Tage in Hostels unterkommen. Gute Bewertungen haben beispielsweise das Wombat's City Hostel oder das Smart Stay Hostel. Wer es sich leisten kann, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, sollte sich auch über Serviced Apartments informieren. Wohnraum inklusive kleiner Küchenzeile gibt es ab ungefähr 80 Euro pro Nacht. Ein teures Unterfangen für Studierende, weshlab es eher als kurzfristige Zwischenlösung zu verstehen ist. Anbieter in München sind zum Beispiel Living Hotels oder Smartments busines.

