Im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder erhöht die Gewerkschaft Verdi den Druck. In einigen Bereichen sind bereits Warnstreiks angekündigt, in anderen werden diese erwartet. Eine Übersicht:
Hochschulen in München
Für Mittwoch ruft Verdi Beschäftigte an Universitäten und anderen Hochschulen, in Studierendenwerken und Forschungseinrichtungen zu Warnstreiks auf, wie die Gewerkschaft in München mitteilte. Der „Campus-Streiktag“ umfasse Kundgebungen, Infostände und Aktionen an mehreren Standorten in Bayern. Auch München ist betroffen – neben Nürnberg/Erlangen, Regensburg, Augsburg, Bamberg, Würzburg, Bayreuth und Passau.
Die Gewerkschaft kündigte an, dass Beschäftigte aus Verwaltung, Lehre, Bibliotheken, Technik, Laboren, Gebäudemanagement, Mensen und Servicebereichen öffentlich für ihre Interessen eintreten würden. „Forschung, Lehre und Studium entstehen nicht im luftleeren Raum: Sie brauchen eine verlässliche Grundfinanzierung, ausreichend Personal und gute Tarifbedingungen – statt Dauerüberlastung, Befristung und schleichender Auszehrung“, betonte der Verdi-Landesfachbereichsleiter für Bildung und Wissenschaft, Robert Hinke.
Uni-Kliniken in München
Wegen eines Warnstreiks müssen auch Münchner Patientinnen und Patienten mit Einschränkungen rechnen. Die Beschäftigten der Universitätskliniken Klinikum rechts der Isar (TUM) und Klinikum Großhadern (LMU) beteiligen sich am Dienstag am bundesweiten Streik, der bis zum Mittwoch dauert. Das hatte Verdi am Sonntagabend bekannt gegeben.
In den Kliniken sei mit Einschränkungen zu rechnen, die Notfallversorgung bleibe aber sichergestellt, heißt es. Verdi rechnet mit einer hohen Beteiligung der Beschäftigten. Eine Streikversammlung ist für Dienstagmorgen im Fat Cat geplant.
Es geht um das Entgelt für Pflegerinnen und Pfleger, Labormitarbeiter, Verwaltungsmitarbeiter, Serviceassistenten und andere Beschäftigte. Um Ärzte geht es bei den Warnstreiks nicht, da deren Bezahlung über einen Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund geregelt ist.
Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG)
Auch Pendlerinnen und Pendler in München und dem Großraum müssen sich auf Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr und damit verbundene Einschränkungen einstellen. Bereits in dieser Woche könnten die Beschäftigten der bayerischen Nahverkehrsunternehmen die Arbeit niederlegen, wahrscheinlicher aber in der Woche darauf, wie die SZ aus Gewerkschaftskreisen erfahren hat. Betroffen wären dann Fahrgäste von U-Bahn, Bus und Straßenbahn in ganz Bayern.

