Wegen des Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr sind bei dem regnerischen Wetter offenbar viele Menschen in München ins Auto gestiegen. Auf dem Mittleren Ring, aber auch auf den Zufahrtsstraßen in die Stadt und ins Zentrum staute sich der Verkehr am Morgen massiv. Die Verkehrslage-Karte auf Google Maps zeigte gegen 9:30 Uhr zahlreiche dunkelrote Strecken. Zum Mittag hin beruhigte sich die Lage, wenn der Verkehr auch an einigen Stellen noch stockte.
Die Gewerkschaft Verdi hat zu ganztägigen Warnstreiks im Nahverkehr in mehreren bayerischen Städten aufgerufen. U-Bahn, Tram und Bus werden bis Mittwoch 3.30 Uhr bestreikt - es kommt zu starken Einschränkungen. Einige Linien werden allerdings bedient. Die S-Bahn, die Regionalzüge und die MVV-Regionalbuslinien werden nicht bestreikt.
Aktuell (Stand 11:45 Uhr) können Fahrgäste der MVG zufolge diese Verbindungen nutzen:

U-Bahn
Die U-Bahn fährt mittlerweile auf zwei Abschnitten:
- Die U3/U6 fährt alle 10 Minuten im Abschnitt Fürstenried West – Implerstraße – Sendlinger Tor – Münchner Freiheit – Fröttmaning
- Die U2/U5 fährt alle 20 Minuten im Abschnitt Feldmoching – Scheidplatz – Hauptbahnhof – Sendlinger Tor – Giesing Bf. – Neuperlach Zentrum – Neuperlach Süd
Die Fahrten werden jedoch nicht in der Fahrplanauskunft (Verbindungen und Abfahrten) angezeigt.
Tram
- Die Linie 17 fährt im 20-Minuten-Takt im Abschnitt Sendlinger Tor – Max-Weber-Platz – Effnerplatz – St. Emmeram.
- Die Linie 20 fährt im 10-Minuten-Takt.
- Die Linie 25 fährt im 20-Minuten-Takt.
Bus
Etwa die Hälfte der Fahrzeuge sind unterwegs. Die Busse fahren unregelmäßig auf allen Linien.
- Auf diesen Linien fahren die Busse zumeist alle 20 bis 30 Minuten: X30, X35, X36, X80, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58/68, 59, 60, 62, 63, 132, 135, 142, 143, 145, 150, 151, 153, 154, 157, 160, 161, 162, 164, 168, 174, 176, 180, 181, 182
- Auf diesen Linien fahren die Busse in größeren Abständen, teilweise nur alle 40 Minuten oder stündlich: 100, 130, 134, 136, 139, 140, 141, 144, 149, 155, 158, 159, 163, 165, 166, 167, 169, 170, 171, 172, 173, 175, 177, 178, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197, 198, 199
Der MVG zufolge müssen Fahrgäste mit längeren Wartezeiten und einer hohen Auslastung rechnen. Ihnen wird empfohlen, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen, Fahrgemeinschaften zu bilden oder im Home-Office zu arbeiten. Über die aktuelle Lage informiert die MVG im Internet auf ihrer Störungsseite sowie in der App MVGO unter Störungen.
Im aktuellen Tarifkonflikt hat es bereits zahlreiche Warnstreiks gegeben. Mit der Aktion vor der fünften Verhandlungsrunde für Bayern will Verdi noch einmal den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Gewerkschaft teilte in einer Mitteilung mit, „großes Verständnis für den Frust der Fahrgäste“ zu haben. Doch die Beschäftigten würden dringend mehr Lohn und Regelungen, die im Schichtbetrieb für Entlastung sorgen, benötigen. Deswegen seien die Streiks nötig.
Streik auch am Münchner Flughafen
Auch der Münchner Flughafen ist an diesem Dienstag von Streik betroffen: Die Piloten der Lufthansa sind bereits den zweiten Tag in Folge im Ausstand, entsprechend ruhig ist es am Terminal 2 des Airports. „Es ist nichts los“, sagte eine Flughafensprecherin auf Anfrage. Die betroffenen Passagiere wüssten Bescheid und seien gar nicht an den Flughafen gekommen.
Das Terminal 2 wird in München von der Lufthansa und ihren Partner-Airlines genutzt. An Deutschlands zweitgrößtem Airport hätte es am Dienstag 898 Starts und Landungen geben sollen – 347 von ihnen waren am Morgen laut Flughafen annulliert. Das betrifft allerdings alle Airlines - gesonderte Zahlen für die vom Streik betroffenen Flüge der Kernmarke Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline nannte der Flughafen nicht. Auf den Abflugtafeln waren durchaus einige Lufthansa-Flüge als geplant gelistet.
Der Streik von Pilotinnen und Piloten begann bereits am Montag um 0.01 Uhr und soll 48 Stunden dauern. Beim Ferienflieger Eurowings waren nur am Montag alle Abflüge von deutschen Flughäfen betroffen.

