Städtepartnerschaft:So lange der Vorrat reicht

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Städtepartnerschaft: O'zapft is: Andreas Steinfatt (l.) lässt das Partnerschaftsbier in Anwesenheit von Oberbürgermeister Dieter Reiter (r.), des japanischen Generalkonsuls Nobutaka Maekawa, und Olympiapark-Geschäftsführerin Marion Schöne fließen.

O'zapft is: Andreas Steinfatt (l.) lässt das Partnerschaftsbier in Anwesenheit von Oberbürgermeister Dieter Reiter (r.), des japanischen Generalkonsuls Nobutaka Maekawa, und Olympiapark-Geschäftsführerin Marion Schöne fließen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

München trifft Sapporo: Oberbürgermeister Dieter Reiter und Japans Generalkonsul Nobutaka Maekawa stellen das erste bayerisch-japanische Partnerschaftsbier vor. Es wird vor allem bei den Olympia-Feierlichkeiten ausgeschenkt.

Von Franz Kotteder

Im Normalfall wäre Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) jetzt drei Stunden und 54 Minuten zu spät dran gewesen. Denn wenn er normalerweise einen Bierschlegel in die Hand nimmt, dann zapft er pünktlich um 12 Uhr an. An diesem Donnerstag aber wird es 15.54 Uhr, bis der Wechsel im Fass sitzt. Das ist aber so schlimm auch wieder nicht, denn wir sind ja hier nicht im Schottenhamel-Zelt am ersten Wiesn-Samstag, sondern in der Ratstrinkstube des Münchner Rathauses bei einem eher diplomatischen Termin im Zuge der Städtepartnerschaft mit der japanischen Schwesterstadt Sapporo.

Überdies zapft der OB noch nicht einmal selbst an - "ich mach' das normalerweise nur einmal im Jahr, und damit bin ich immer gut gefahren" -, sondern überlässt diese Aufgabe Andreas Steinfatt. Der ist nicht nur Brauerei-Chef von Hacker-Pschorr und Paulaner, sondern auch Vorsitzender des Vereins der Münchner Brauereien. Zwei Schläge, alles sitzt und passt, das Bier kann fließen.

Der japanische Generalkonsul Nobutaka Maekawa ist gekommen, um zusammen mit Reiter das erste Partnerschaftsbier vorzustellen, das Brauereien aus beiden Städten mehr oder weniger gemeinsam gebraut haben - genauer gesagt: In beiden Städten wurde ein spezielles Bier aus diesem Anlass gebraut und mit einem gemeinsamen Etikett versehen. Und wie sich das gehört, wird aus diesem Anlass auch ein Fass aufgemacht respektive angezapft.

In Sapporo wurde Japans erste Brauerei errichtet

München und Sapporo sind seit 50 Jahren Partnerstädte. Das kam daher, dass die beiden Kommunen 1972 die Olympischen Sommer- und Winterspiele austragen durften. Es ist freilich nicht die einzige Gemeinsamkeit; hier wie dort sind die beiden Städte für ihre große Brautradition bekannt. In Sapporo wurde im 19. Jahrhundert Japans erste Brauerei errichtet. Marion Schöne, die Geschäftsführerin der Münchner Olympiapark-Gesellschaft, ist offenbar die einzige in der Runde, die die Brauerei aus eigener Anschauung kennt: "Ein sehr schönes, großes Backsteingebäude", sagt sie, "der erste japanische Braumeister hat in Deutschland gelernt. Leider in Berlin, nicht in München."

Der Generalkonsul freut sich sehr darüber, dass er dieses Jahr endlich die Chance hat, "das Oktoberfest selbst zu erleben. Zweimal habe ich es leider schon verpasst." Wenn man weiß, dass man in dieser Position alle drei Jahre den Einsatzort wechselt, ist Maekawas Vorfreude sehr verständlich. Vermutlich wird er schon üben, was "Oans, zwoa, gsuffa!" auf Japanisch heißt (etwas in Richtung "Ichi, ni, gsuffa"). Immerhin kann er damit rechnen, dass im Herbst ausreichend Getränke vorhanden sein werden, denn das Oktoberfestbier wird bereits um Pfingsten herum eingebraut und ist noch nie richtig ausgegangen. Beim Partnerschaftsbier, einem "klassischen Münchner Hellen" (Steinfatt), könnte das anders aussehen: Es gibt nur 200 Hektoliter davon.

Von 1. bis 9. Juli wird es deshalb fast ausschließlich während der Feierlichkeiten zum Jubiläum der Olympischen Spiele von 1972 im Olympiapark ausgeschenkt. So lange der Vorrat reicht, wie gesagt. Dieter Reiter ist schon ein wenig skeptisch. "Das Jubiläumsbier gibt es nämlich auch beim Kulturempfang des Oberbürgermeisters am Montag in einer Woche", sagt er, "und die Münchner Kulturszene darf man bekanntlich in keiner Hinsicht unterschätzen".

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