Kuriose Städte-RankingsWo München nicht spitze ist

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Auch wenn die Sonne mitunter golden über München scheint, bedeutet das noch lange keine Solarrekorde auf den einzelnen Hausdächern.
Auch wenn die Sonne mitunter golden über München scheint, bedeutet das noch lange keine Solarrekorde auf den einzelnen Hausdächern. Wolfgang Maria Weber/Imago
  • München schneidet in verschiedenen Städte-Rankings unterschiedlich ab: Bei Sonnenstunden liegt die Stadt mit 7,02 Stunden täglich am unteren Ende.
  • Der Münchner Christbaum auf dem Marienplatz ist 25 Meter hoch und belegt damit Platz fünf im bundesweiten Vergleich.
  • Bei der Beautysalon-Dichte rangiert München nur auf Platz 13, während es bei Unternehmensgründungen als einzige Millionenstadt unter dem Durchschnitt liegt.
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Sonnenstunden, Christbaumhöhen, Beautysalon-Dichte: Zu dem, was in Städten geboten ist, gibt es zahlreiche Studien. Wo München gut abschneidet – und wo es noch ziemlich viel Luft nach oben gibt.

Von René Hofmann

München ist die größte Kommune Deutschlands und laut Polizeistatistik die sicherste Großstadt der Republik. Nicht in jedem Ranking aber steht die Stadt an der Spitze. Ein – in Teilen kurioser – Überblick, was so alles erfasst wird. Und wie die bayerische Landeshauptstadt dabei abschneidet.

Sonnenstunden

Der Solaranlagen-Hersteller Enpal hat ermittelt, welche Straßen in Deutschland die sonnigsten sind, wo es sich also am ehesten lohnt, Solarpaneele auf die Dächer zu montieren. Eine Stadt im Ruhrgebiet erreichte die höchsten Werte: Essen kam auf 8,2 Stunden Sonnenexposition pro Tag und belegte damit Rang eins unter den 20 größten Städten, gefolgt von Dresden (8,01 Stunden) und – erneut das Ruhrgebiet (!) – Dortmund (7,99 Stunden). München rangierte mit 7,02 Stunden am unteren Ende der Skala, in Gesellschaft von Stuttgart (6,86 Stunden) und Berlin (7,14 Stunden). Besonders düster: Die Thalkirchner Straße stand mit 5,91 Stunden Sonnendauer auf einem besonders schattigen Platz der Rangliste.

Christbaumhöhe

Wenn es darum geht, ob der Christbaum auf dem Marienplatz direkt vor dem Neuen Rathaus besonders schön ausgefallen ist, gilt die Höhe nicht als das maßgebliche Kriterium. Sie entscheidet aber darüber, wo der Baum im bundesweiten Vergleich gelistet wird. In diesem Jahr ist der Baum eine 25 Meter hohe Fichte: Das ergibt Platz fünf im Städte-Vergleich, hinter Chemnitz (Fichte/26 Meter), Wiesbaden (Rotfichte/27 Meter), Frankfurt am Main (Nordmanntanne/28 Meter) und Dortmund (Rotfichte/45 Meter, allerdings aus vielen Bäumen zusammengebastelt). In der Liste, welcher Baum wie hell strahlt (wofür die Lichtpunkte pro Baummeter ermittelt und in Beziehung zur täglichen Leuchtdauer gesetzt werden), belegt München mit 3000 Lichtpunkten und 16 Stunden Leuchtdauer gar nur Rang 13. Sieger auch hier: Dortmund, wo 138 000 Lichtlein 24 Stunden am Tag vom Baum strahlen.

Die Fichte, die Anfang November auf dem Marienplatz errichtet wurde, stammt von der Wochenbrunner Alm in Ellmau in Tirol und wiegt etwa 4,7 Tonnen.
Die Fichte, die Anfang November auf dem Marienplatz errichtet wurde, stammt von der Wochenbrunner Alm in Ellmau in Tirol und wiegt etwa 4,7 Tonnen. Robert Haas

Wasserrohrbruch-Risiko

Die Kanalreinigungsfirma Kanalhelden AG hat eine Studie in Auftrag gegeben, in welchen deutschen Städten das Risiko für Wasserrohrbrüche im Winter am höchsten ist. Auslöser waren drei verheerende Schäden im Sommer in Nürnberg (am dortigen Mittleren Ring, in der dortigen Maximilianstraße und in der Okenstraße). Im Winter steigt die Gefahr durch Frost. Wie hoch, das wurde mit einem Risikowert bestimmt, der sich unter anderem aus der Zahl der zu erwartenden Frosttage, der durchschnittlichen Wasserhärte und der Zahl der Google-Suchanfragen zum Thema Wasserrohrbruch zusammensetzt. München liegt mit 4,7 im Mittelfeld (Rang 13 von 22). „Risiko-Hotspot“, so die Erhebung, sei Nürnberg mit einem Risikowert von 7,6. Am wenigsten Wasserrohrbruch-Sorgen müssen sich demnach die Menschen in Mannheim machen (Risikowert 2,4).

Beautysalons

Wo gibt es eigentlich die meisten Friseursalons, Nagel- und Kosmetikstudios? Die Dermatologie-Plattform Formel Skin ist dem nachgegangen und hat auch ermitteln lassen, was es im Schnitt wo kostet, sich der Schönheit zu widmen. Gemessen an der Einwohnerzahl von 629 047 ist Düsseldorf mit 428 Friseursalons, 315 Kosmetikstudios und 71 Nagelstudios im Beauty-Bereich am besten versorgt (ermittelter Dichtewert 12,94). München rangiert mit einem Dichtewert von 7,99 auf Platz 13 der 20 Städte umfassenden Liste. Ganz hinten, mit einem beachtlichen Abstand auf den Vorletzten Köln (Dichtewert 7,47): Berlin mit einem Wert von bloß 3,57.

Ermittelt wurden auch die durchschnittlichen Kosten für eine Maniküre, eine Pediküre, einen Haarschnitt und Gesichts- und Anti-Aging-Behandlungen. Fast hätte München dabei mit – gemittelten –63,88 Euro den Spitzenplatz erreicht. In Nürnberg aber ist es noch etwas teurer (64,37 Euro). Am günstigsten ist die Schönheit in Bonn zu bekommen (43,08 Euro).

Attraktivität für die Generation X

1991 erschien ein Roman des kanadischen Schriftstellers Douglas Coupland, der sich mit der Situation der damaligen Teenager befasste und dessen Buchtitel zum stehenden Begriff für die Kohorte wurde: Generation X. Gemeint sind die Jahrgänge 1965 bis 1980, also die Generation, die nun in Führungspositionen aufsteigt – und deshalb für Anbieter von möblierten, flexiblen Mietwohnungen interessant wird. Einer von diesen, TheBlueground.com, ließ ermitteln, welche Städte weltweit am besten zu den Prioritäten der Generation X passen.

Verglichen wurden: Familienfreundlichkeit, wirtschaftliche Bedingungen, das Lifestyle-Angebot und die allgemeine Lebensqualität in 75 weltweit bekannten Städten. Das Ziel: herausfinden, welche Städte für die Planung des Ruhestands besonders attraktiv sind. Das Ergebnis: Tokio (Gesamtwert 100), Paris (99,9) und Amsterdam (99,3) gewannen, aus Deutschland schaffte es nur Berlin unter die besten Zehn (Rang neun mit einem Gesamtwert von 94,5). München? Belegte mit einem Wert von 92,4 Platz 22, hinter Cambridge (92,7) und vor Göteborg (91,8).

Work-Life-Balance

Das gleiche Institut ermittelte auch, wo sich Orte finden, an denen sich Arbeit und Freizeit besonders gut in Einklang bringen lassen. Dafür wurden 350 Metropolregionen weltweit in den Blick genommen. Anhand von Indikatoren wie überarbeitete Bevölkerung, bezahlter Elternurlaub, der Mindestanzahl an Urlaubstagen und den wirtschaftlichen Chancen, kulturellen Angeboten, Erschwinglichkeit und anderen wurde ein Index gebildet. Die vier Top-Plätze nahmen Städte in Nordeuropa ein: Helsinki (Indexwert 100), Oslo (96,5), Kopenhagen (94,6) und Stockholm (93,7). München? Belegte Rang elf (mit einem Wert von 91,8), hinter Zürich und vor Berlin und Hamburg.

Gründerszene

Bereits etwas älter, aus dem Sommer 2024, ist die Übersicht, die eine Wirtschaftskanzlei aus Potsdam mithilfe von Daten des Statistischen Bundesamtes erstellen ließ. Die Energiekanzlei Godenstein wollte damals wissen, wo es trotz des Ukrainekriegs und des Energiepreisschocks besonders viele Unternehmensgründungen gibt. Dafür wurde die Zahl der neu angemeldeten Unternehmen in Relation zur Bevölkerungsmenge gesetzt. Mit 27,19 Gründungen pro 1000 Einwohner ging Leverkusen als Sieger hervor – und das deutlich. Düsseldorf (20,06 Gründungen pro 1000 Einwohner) und Berlin (20,04) belegten die weiteren Top-Plätze im Gründer-Ranking. In den 50 größten deutschen Städten wurden in den Jahren 2022 und 2023 demnach im Schnitt 15,62 Unternehmen pro 1000 Einwohner gegründet. München (Platz 32) verfehlte diese Marke mit 13,33 als einzige Millionenstadt. Ebenfalls auffällig: Von den zehn Städten am unteren Ende des Rankings befand sich die Hälfte in Ostdeutschland: Dresden (12,08), Chemnitz (11,49), Rostock (11,09), Magdeburg (10,46) und Halle (9,12).

Preise fürs Mensa-Essen

Ebenfalls aus dem Sommer 2024 stammt eine Untersuchung der Informationsplattform Betrugstest.com, die sich sämtliche Speisepläne von 150 Uni-Mensen in Deutschland vornahm. Verglichen wurde, was Fisch- und Fleischspeisen im Durchschnitt kosteten, wo es vegetarische und vegane Angebote gab und was für diese fällig wurde. Daraus wurden Durchschnittswerte gebildet und eine Rangliste erstellt, an deren oberen Ende Ulm mit einem Preis von 4,69 Euro stand und an deren unteren Ende Bocholt mit 0,73 Euro. Der Mittelwert betrug 2,94 Euro. München belegte mit durchschnittlich 2,78 Euro Platz 88 von 153.

Ebenfalls erfasst wurde die angebotene Vielfalt, also wie viele unterschiedliche Speisen offeriert wurden. Hier kam München auf Platz drei, hinter Dresden und Spitzenreiter Hamburg.

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