bedeckt München -2°

Sparpläne:Stadt baut bis zu 1000 Stellen ab

Nach anfänglichem Hin und Her bei den künftigen Personalzahlen sorgt nun ein Brief an die Beschäftigten für Klarheit

Wegen der Corona-Krise befindet sich die Stadt in einer beispiellosen Finanzkrise und muss sparen. So weit, so einleuchtend. Im kommenden Jahr werden deshalb viele Stellen nicht nachbesetzt werden können. Doch wie viele genau, darum gibt es Verwirrung. Zunächst sprach in einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag die grün-rote Rathauskoalition davon, dass wohl die Hälfte von gut 2000 Stellen, die 2021 frei werden, betroffen seien - etwa 1000 also. Am Montag dann sagte Personal- und Organisationsreferent Alexander Dietrich, er gehe davon aus, dass 500 Stellen nicht nachbesetzt würden. Allerdings sei die Personalausstattung durch die Politik der vergangenen Jahre sehr gut: "Ich denke, dass 500 verschmerzbar sind." Verschmerzbar oder nicht - es ist schon ein beträchtlicher Unterschied, ob bald 1000 Stellen wegfallen sollen oder nur halb so viele.

Am Mittwoch haben die Beschäftigten nun Post bekommen von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), Kämmerer Christoph Frey sowie Personalreferent Alexander Dietrich. Sie schildern die schwierige finanzielle Lage und versichern, es werde auch in Zukunft keine Entlassungen aufgrund der Haushaltssituation geben. Die Personalauszahlungen müssten aber um 70 Millionen Euro reduziert werden. Was das bedeuten kann: Weil die Stadt schon seit Mitte dieses Jahres mit einem Haushaltssicherungspaket gegensteuert, müssten 500 Stellen ausreichen. Weil diese aber nicht alle bereits zum Jahresbeginn 2021 durch Fluktuation unbesetzt sein werden, wird der Abbau insgesamt eben doch deutlich mehr Stellen betreffen. Genau kann die Stadt das noch nicht vorhersagen, weil unklar ist, wie sich die Fluktuation entwickelt und welche konkreten Stellen tatsächlich frei werden. Letztendlich kann es aber gut sein, dass 1000 Stellen nicht nachbesetzt werden können.

© SZ vom 19.11.2020 / hob/van
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema