Im Olympiastadion könnte nur die überdachte Tribüne genutzt werden

Ein genauer Plan liegt noch nicht vor, wie der Profifußball wieder ins Olympiastadion zurückkehren könnte, der 2005 mit dem Neubau der Arena in Fröttmaning nach 33 Jahren ausgezogen war. Aber es gibt eine Skizze des Büros Albert Speer und Partner, das auch die Erweiterung des Stadions an der Grünwalder Straße untersucht hat. Ihrer Idee zugrunde gelegt haben die Fachleute die Anforderungen der Deutschen Fußball-Liga für die zweite Bundesliga. Dafür müssen zum Beispiel alle Zuschauer unter einem Dach sitzen oder stehen. Das würde im Falle des Olympiastadions eine volle Ausrichtung auf die Haupttribüne bedeuten, da diese wie Teile der Süd- und der Nordkurve vom Zeltdach geschützt ist. Nur dort könnten Fans deshalb Platz finden, die restlichen Kurvenbereiche und die Gegengerade blieben unbesetzt. Diese würde nur für Fernsehkameras und Werbeanlagen genutzt.

Damit die Fans näher ans Spielfeld heranrücken könnten, würde Speer und Partner dieses einfach über die Laufbahn an die Haupttribüne heranziehen. Das sieht im ersten Moment ungewohnt aus, würde aber schlüssig für die Teilnutzung des 1972 für etwa 80 000 Zuschauer gebauten Stadions stehen. Die Olympiapark GmbH wird sich damit nun wie vom Stadtrat beschlossen beschäftigen, sieht jedoch zuerst noch einen weiteren Mitspieler am Zug. Der Denkmalschutz müsste dieser einseitigen Gewichtsverlagerung des Olympiastadions zustimmen. Danach ist zu prüfen, ob sich die nötigen Ein- und Umbauten sowie der Betrieb auch wirtschaftlich stemmen lassen. Als Sportstätte wäre die Rückkehr der Fußballer attraktiv, Großereignisse von dieser Seite sind Mangelware. Doch auch wenn alle Voraussetzungen zu erfüllen sind, stellt sich vor allem eine Frage: Welcher Münchner Verein schafft es auf absehbare Zeit, in die zweite Liga aufzusteigen und würde er in das von Fußballern ungeliebte Stadion überhaupt einziehen? Relevant werden könnte das Olympiastadion vor allem dann, wenn die Pläne für das Grünwalder Stadion scheitern.

Bild: Florian Peljak 12. August 2019, 18:492019-08-12 18:49:53 © SZ.de/heff/toe/stga