Stau in der Altstadt:Klimaaktivisten kleben sich am Stachus fest

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Stau in der Altstadt: Eine Aktion von "Last Generation": Klima-Aktivisten kleben sich am Stachus fest.

Eine Aktion von "Last Generation": Klima-Aktivisten kleben sich am Stachus fest.

(Foto: Petra Payer)

Die Vertreter der "Letzten Generation" solidarisieren sich mit den in München inhaftierten Aktivisten von "Scientist Rebellion".

Von Joachim Mölter und Petra Payer

In der Münchner Innenstadt ist es am Donnerstagvormittag erneut zu einer Verkehrsblockade von Klimaaktivisten gekommen. Vertreter der "Letzten Generation" setzten und klebten sich gegen 10.30 Uhr am Stachus zwischen Brunnen und Justizpalast auf die Straße und hielten so den Verkehr in beide Richtungen auf.

Insgesamt seien 17 Personen beteiligt gewesen, die bis zum Mittag nach und nach entfernt wurden, teilte die Polizei mit. Sie sperrte die Sonnenstraße und leitete die Autos auf der einen Seite am Sendlinger Tor und auf der anderen vor der Bayerstraße ab.

Aimée van Baalen, eine Sprecherin der zuletzt vor allem in Berlin in Erscheinung getretenen "Letzten Generation", erklärte in einer Medienmitteilung die Maßnahme unter anderem als Solidaritätsbotschaft an die derzeit inhaftierten Mitglieder von "Scientist Rebellion". Wissenschaftler aus mehreren europäischen Ländern hatten in der vorigen Woche ebenfalls am Karlsplatz und dann in der BMW-Welt mit Klebeaktionen auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam gemacht und die Regierungen zum Handeln aufgefordert.

13 von ihnen sitzen auf richterliche Anordnung noch bis zu diesem Wochenende in Gewahrsam, um weitere Vorfälle vorbeugend zu verhindern. "Wir können dieses schreiende Unrecht nicht hinnehmen und haben nun unseren Widerstand auf Bayern ausgeweitet", so van Baalen.

Stau in der Altstadt: "Wir lassen nicht locker", sagt Demonstrant Lars Werner.

"Wir lassen nicht locker", sagt Demonstrant Lars Werner.

(Foto: Petra Payer)

Die Reaktionen der Passanten reichten von "diese Deppen" bis "weiter so". "Wir lassen nicht locker", sagte einer der Protestierer, der Psychologe Lars Werner aus Göttingen: "Alle reden über die Form, aber nicht über die Ursachen." Die Demonstranten hatten Plakate vor sich gelegt, auf denen sie von der Regierung die Einführung eines Tempolimits von 100 km/h und die Wiederauflage des Neun-Euro-Tickets als Sofortmaßnahmen gegen die Klimakrise verlangen. Die Aktivisten werfen der Bundes- und der Staatsregierung in dieser Hinsicht Untätigkeit vor.

Bereits am Mittwochabend hatte es am Karlsplatz eine friedlich verlaufene Demonstration zugunsten der verhafteten Wissenschaftler gegeben. Auch dort bekräftigte eine Sprecherin die Intention ihres Bündnisses: "Wir fordern von der Regierung, dass sie die international vereinbarten Klimaziele umsetzt und sofort Maßnahmen ergreift."

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