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Sonderaktion:München verteilt 6000 Astra-Zeneca-Dosen an Impfwillige

Was Sie zum Nutzen und Risiko von Corona-Impfungen wissen müssen

Extra Dosis: Für Münchner, die älter als 60 Jahre alt sind, wären 6000 Astra-Zeneca-Spritzen übrig.

(Foto: dpa-tmn)

Bei einer Sonderaktion können sich Personen über 60 melden und eine Corona-Impfung erhalten. Wann die Aktion startet - und wie man an einen Termin kommt.

Von Ekaterina Kel

Auch die Stadt München plant nun eine Impf-Sonderaktion: Binnen einer Woche sollen 6000 Menschen über 60 mit dem Vakzin von Astra Zeneca geimpft werden. Die Aktion "Impfen 60+" wird von kommendem Samstag, 24. April, bis einschließlich Samstag, 1. Mai, am Isar Klinikum an der Sonnenstraße stattfinden, wie die Stadt am Dienstag mitteilte.

Voraussetzung für die Teilnahme ist das Alter: Der Impfstoff von Astra Zeneca ist nur für Menschen über 60 Jahren empfohlen. Wer bei der Aktion mitmachen will, muss im bayerischen Portal Bayimco registriert sein (impzentren.bayern) und sich zusätzlich ab Freitag, 23. April, in einem Buchungsportal der Stadt unter wir-impfen-muenchen.de anmelden. Impfwillige erhalten nach ihrer Registrierung einen Anamnese- und einen Aufklärungsbogen per E-Mail zugesandt. Beide Formulare seien zwingend vorher auszufüllen und zusammen mit den anderen notwendigen Unterlagen zur Impfung mitzubringen, heißt es. Personen ohne Termin und ohne die ausgefüllten Unterlagen könnten leider nicht zur Impfung zugelassen werden.

Beispiele für solche Aktionen gab es bereits in anderen Kommunen Bayerns. So hat das Landratsamt Augsburg vergangenes Wochenende 3500 zusätzliche Impftermine für den Astra-Zeneca-Impfstoff ausgerufen. Das Ergebnis war eine zeitweise ausgefallene Telefonanlage, weil sich innerhalb von wenigen Stunden mehrere Tausend Menschen für die begehrten Termine anmelden wollten. In München hat man anfangs auf möglichst viele reguläre Termine im Impfzentrum Riem für diesen Impfstoff gesetzt. Nun greift man doch zum Mittel der Sonderaktion.

Der Grund für die Eile: Seit dem 19. April darf das Vakzin von Astra Zeneca auf Geheiß des bayerischen Gesundheitsministeriums nicht mehr für Erstimpfungen in Impfzentren verwendet werden. Die gibt es nur noch bei Hausärzten. Der Bayerische Hausärzteverband erklärte sich diese Entscheidung unter anderem damit, dass es wegen der berichteten Nebenwirkungen bei Astra Zeneca einen erhöhten Beratungsbedarf gibt.

Münchens Impfkampagne hat zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen: Stand Dienstag wurden insgesamt rund 387 000 Impfungen verabreicht, davon 34 100 bei den Hausärzten. Mittlerweile bekommen laut Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek täglich bis zu 12 000 Menschen eine Impfung. Das Impfzentrum Riem, die Praxen, die Alten- und Servicezentren und das Isar Klinikum sind die Impfschauplätze. Beim Letzten soll auch die Sonderaktion für Astra Zeneca stattfinden. "Die Impfkampagne erhält durch diese Sonderaktionen einen weiteren Schub", so Zurek. Zuspruch bekommt sie von der SPD-Fraktionsvorsitzenden Anne Hübner: "Es ist gut, dass die Astra-Zeneca-Reste jetzt schnell und relativ unbürokratisch verimpft werden." Das Impftempo in München habe deutlich zugenommen und auch das Infektionsgeschehen habe sich etwas verlangsamt. "Das macht Hoffnung auf einen wunderbaren Sommer."

© SZ/kaeb/van
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