Ferienbeginn in BayernWie Urlauber den Stau umfahren und Stress vermeiden

Lesezeit: 3 Min.

Wer es auf dem Weg in Richtung Süden auf die Salzburger Autobahn A8 geschafft hat, muss in den kommenden Tagen mit gravierenden Beeinträchtigungen rechnen.
Wer es auf dem Weg in Richtung Süden auf die Salzburger Autobahn A8 geschafft hat, muss in den kommenden Tagen mit gravierenden Beeinträchtigungen rechnen. (Foto: Uwe Leindpa)

Von diesem Freitag an befinden sich alle 16 Bundesländer in den Sommerferien. Verkehrsexperten erwarten „sehr hohe Staugefahr“ auf den Straßen, an Bahnhöfen und auf dem Flughafen wird es ebenfalls voll. Was Reisende beachten sollten.

Von Martin Mühlfenzl

Im Zwischengeschoss des Münchner Hauptbahnhofs staut es sich an diesem Donnerstag bereits weit vor der Rolltreppe. Dutzende Menschen, die meisten mit schweren Reisekoffern an der Hand, warten mehr oder wenig geduldig darauf, endlich nach oben in die Haupthalle zu den Fern- und Regionalzügen transportiert zu werden. Eine Frau mit ihren zwei Kindern und ebenfalls mit einem Trolley im Schlepptau hastet an der wartenden Menge vorbei zur Treppe. „Schnell, sonst erwischen wir den Zug nicht mehr“, ruft sie ihren Töchtern zu. Und die Frage, wo es denn hingehen soll, würdigt sie entsprechend mit einer kurzen Antwort: „Österreich. Klagenfurt.“

Wenn am Tag vor den Sommerferien in Bayerns Schulen der letzte Gong ertönt, ist das für viele Familien der Startschuss in den Urlaub. Dementsprechend voll ist es an diesem Donnerstag bereits zur Mittagszeit an Bayerns wichtigstem Bahnhof. Polizisten stehen an den Ausgängen der Empfangshalle und haben das eher unkontrollierte Treiben im Blick, im Minutentakt ertönen die Durchsagen, die einfahrende und abfahrende Züge ankündigen. Die Gleise, an denen die Fernzüge nach Wien, Budapest, Berlin, Dortmund und – nach Klagenfurt – warten, sind rappelvoll mit Reisenden.

Am letzten Schultag vor den Sommerferien machen sich am Münchner Hauptbahnhof bereits unzählige Menschen auf in den Urlaub.
Am letzten Schultag vor den Sommerferien machen sich am Münchner Hauptbahnhof bereits unzählige Menschen auf in den Urlaub. (Foto: Florian Peljak)

Die Reisewelle, die an diesem Donnerstag mit dem Beginn der Sommerferien losgebrochen ist, wird an diesem Freitag und insbesondere am Wochenende ihren Höhepunkt erreichen. Denn nicht nur Bayerns Schülerinnen und Schüler starten endlich in den Urlaub, auch in Baden-Württemberg beginnen die Sommerferien. Von diesem Freitag an befinden sich alle 16 Bundesländer in den Sommerferien – und dementsprechend voll wird es nicht nur an den Bahnhöfen und in den Zügen, sondern auch auf den Straßen und Autobahnen rund um die Landeshauptstadt sowie am Münchner Flughafen.

Allein an diesem ersten Sommerferien-Wochenende rechnet der Münchner Airport mit 425 000 Passagieren, die sich auf den Weg in den Urlaub machen werden. Die beliebtesten Reiseziele befinden sich in Südeuropa: In den Sommerferien, so teilt der Flughafen mit, werden wöchentlich etwa 420 Flüge nach Italien abheben, Destinationen in Spanien werden mit etwas mehr als 300 Flugzeugen in der Woche angeflogen.

Mehr als sechs Millionen Menschen werden in den Sommerferien am Münchner Airport landen oder starten.
Mehr als sechs Millionen Menschen werden in den Sommerferien am Münchner Airport landen oder starten. (Foto: Johannes Simon)

Insgesamt rechnet der Flughafen in der Zeit bis einschließlich 15. September mit mehr als 45 000 Starts und Landungen der Airlines, was einem Plus von sechs Prozent im Vergleich zu den Sommerferien des Vorjahres entspricht. Auch bei Interkontinentalflügen ist die Nachfrage nach wie vor riesig, etwas mehr als 2300 Flieger werden von München aus Ziele in aller Welt ansteuern – die meisten davon in Asien und den Vereinigten Staaten. Wenn die Sommerferien in Bayern Mitte September enden, werden Prognosen des Flughafens zufolge mehr als 6,4 Millionen Reisende am Flughafen gelandet oder von dort gestartet sein.

Urlaubern rät der Flughafen, für die Fahrt zum Airport genügend Zeit einzuplanen. Und ausreichend Zeit sollten auch all jene einplanen, die sich mit dem Auto auf den Weg in den Urlaub machen. Insbesondere Mitteleuropas meist befahrene Autobahn gilt dabei als die Staufalle auf dem Weg in den Süden oder der Heimreise in den Norden. Schon an normalen Tagen befahren die Ostumfahrung der A99 etwa 160 000 Fahrzeuge. An diesem Freitag und am Wochenende dürfte diese Zahl noch einmal deutlich steigen. Der ADAC warnt in seiner Stauprognose für diesen Freitag vor „sehr hoher Staugefahr“, am Samstag und Sonntag stuft er diese lediglich auf „hohe Gefahr“ zurück.

Starke Beeinträchtigungen sind aber auch auf der Westumfahrung der A99 bei Aubing und Freiham zu erwarten. Hinzu kommen die Bauarbeiten auf der A96 und im Gräfelfinger Tunnel, die in diesem Bereich den Verkehr vor allem am Morgen und Abend immer wieder zum Erliegen bringen. Aber auch auf der Stuttgarter Autobahn A8 und der A9 aus Richtung Nürnberg kommend droht vor dem Autobahnring hohe Staugefahr durch den Reiseverkehr.

Wer es auf dem Weg in Richtung Süden auf die Salzburger Autobahn A8 geschafft hat, muss in den kommenden Tagen aber mit weiteren, gravierenden Beeinträchtigungen rechnen: insbesondere am Inntaldreieck sowie auf der A93 Richtung Innsbruck am Grenzübergang Kiefersfelden und der nur zweispurigen A8 nach Österreich. In Richtung Italien gilt die Großbaustelle an der Luegbrücke auf der Brenner-Autobahn als größte Staufalle; allerdings bleibt diese bis Ende September in südlicher Fahrtrichtung auf zwei Spuren geöffnet, um den Verkehrsfluss zu erhöhen. Der ADAC empfiehlt Reisenden dennoch, Alternativrouten einzuplanen oder auf geeignetere Wochentage – etwa Dienstag bis Donnerstag – auszuweichen.

Wer es am Münchner Hauptbahnhof in den Zug geschafft hat, wird auch etwas mehr Zeit einplanen müssen. Von 1. bis 18. August sind auf der Strecke nach Österreich zwischen Rosenheim und Salzburg Bauarbeiten vorgesehen; der Fernverkehr nach und aus Wien wird in der Regel über Passau umgeleitet. Züge von und nach Klagenfurt entfallen teilweise, ebenso von 11. August an Verbindungen nach Venedig und Bologna.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Mit Drogenfahnder durch die Nacht
:So dreist kokst München

Ein Fahnder der Polizei zeigt bei einer Tour durch die Samstagnacht, wie in München konsumiert und gedealt wird. Nicht diskret, sondern beinahe unverschämt offen.

SZ PlusVon Katja Schnitzler

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: