Ferienangebote:Was es für Kinder in München zu erleben gibt

Ferienangebote: Im Olympiapark werden Kinder zu kleinen Künstlerinnen und Künstlern.

Im Olympiapark werden Kinder zu kleinen Künstlerinnen und Künstlern.

(Foto: Thomas W. Reger)

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Eine herrliche Zeit für Kinder, um mit Klabautermännern Unsinn zu treiben oder um Zirkusartist sowie Wissenschaftlerin zu werden.

Von Barbara Hordych

Krempel ist gemeinhin das, was man nicht mehr braucht, auf dem Dachboden oder im Keller verräumt, im Container entsorgt oder zum Wertstoffhof fährt. Doch was aus Holzresten, alten Möbeln, Verpackungen, Papier- und Folienresten, aus Elektro- und Fahrradschrott, kaputtem Spielzeug und Stoffen alles entstehen kann, beweist die Ferienakademie Kunst und Krempel. Das Projekt wird alle zwei Jahre im Wechsel zu Mini-München ebenfalls vom Verein Kultur und Spielraum im Auftrag der Stadt veranstaltet. Vom 1. bis 21. August können junge Besucher den Krempel gemeinsam mit Spezialisten aus den Bereichen Bildende Kunst, Film, Ton, Architektur, Handwerk und Theater zu Kunst umgestalten: So entstehen Großbilder, Trickfilme mit beweglichen Figuren, Siebdrucke, Modeentwürfe und Skulpturen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, die Inhalte bestimmt jeder selbst, gute Ideen finden sich im Team.

"Statt wie sonst an einem Ort sehr viele Kinder zu empfangen, haben wir uns dieses Jahr entschieden, an mehreren Orten kleinere Einheiten anzubieten", erklärt Margit Maschek vom Verein Kultur und Spielraum. Wo sonst auf der Halbinsel beim Bootsverleih im Olympiapark täglich rund 300 Kinder gemeinsam in den Tag gestartet sind, werden es dieses Mal unter Beachtung der Hygieneabstände nicht mehr als 100 junge Besucher sein, die sich jeweils zur gleichen Zeit in den Ateliers aufhalten dürfen. "In der Regel bleiben die Kinder natürlich nicht den ganzen Tag, sondern nur einige Stunden, sodass immer wieder neue Interessenten in das Programm einsteigen können", sagt Maschek.

Neben dem Olympiapark sind weitere Standorte wie die Pasinger Fabrik, das Stadtmuseum, der Ebenböckpark, das Olympiadorf und die Seidlvilla hinzu gekommen - dort sind dann jeweils 40 bis 100 junge Besucher zur gleichen Zeit möglich. "Ganz neu ist in diesem Jahr das Konzept, die Entwürfe, die in den Mode-Ateliers in der Seidlvilla entstehen, in der Akademie-Galerie im U-Bahnhof Universität auszustellen", sagt Margit Maschek. Dazu gebe es täglich um 16.30 Uhr eine Modenschau der jungen Nachwuchs-Designer.

Die Teilnahme ist kostenlos. "Die Kinder können einfach vorbeischnurren und spontan mitmachen", sagt Maschek. Pandemiebedingt müsse man sich allerdings mit seinem Namen und einer gültigen Telefonnummer für das jeweilige Angebot registrieren: Das geht ab sofort von zu Hause aus auf der Seite www.ferien-kunstundkrempel.de, oder direkt an den verschiedenen Spielorten.

Auch das Team vom Kinderkunsthaus in Schwabing ist glücklich, wieder ein Präsenzprogramm anbieten zu können. Zahlreiche eintägige Ferienworkshops laden Kinder ab sechs Jahren vom 30. Juli bis 13. September zum Experimentieren mit kreativen Techniken ein - es wird gemalt, gedruckt, fotografiert oder modelliert (Informationen: www.kinderkunsthaus.de).

"Wissen erleben" lautet die Devise beim Science Summer täglich ab zwölf Uhr unter freiem Himmel im 4000 Quadratmeter großen Innenhof des Deutschen Museums. Bis Ende September kann man dort die Stickstoff-Vorführung auf der Bühne bestaunen, den spannenden Geschichten aus der Schifffahrt, der Luftfahrt oder der Altamira-Höhle zuhören oder bei einem der zahlreichen Workshops das Radl fit machen. "Mit Geschichten und eigenen Emotionen verknüpft lassen sich wissenschaftliche Erkenntnisse eben am besten vermitteln", sagt Generaldirektor Wolfgang Heckl. Die Teilnahme an den Science Shows und Mitmachaktionen ist im Museumseintritt enthalten.

Eine spannende Sommerferienrallye hält das Museum Mensch und Natur vom 30. Juli bis 12. September bereit. An verschiedenen Stationen im Museum gilt es, die richtigen Behauptungen herauszufinden. Stimmt es zum Beispiel, dass sich Löwe und Känguru nicht begegnen, weil die einen nachts jagen, die anderen tagsüber fressen? Lebten vor 15 Millionen Jahren Urelefanten im heutigen Bayern? Oder: Wird die dunkle Farbe des Rauchquarzes durch radioaktive Strahlung verursacht? Wer die richtigen Lösungen gefunden hat, kann kleine Fossilien, Minerale, Bestimmungsbücher oder Naturführer gewinnen.

Ferienangebote: Eine Reise machen kann man auch im Kopf, niemand weiß das besser als Kinder. Zum Beispiel reisen sie in eine fantastische Welt und werden zu tierischen Manege-Stars bei einem der vielen Lilalu-Workshops.

Eine Reise machen kann man auch im Kopf, niemand weiß das besser als Kinder. Zum Beispiel reisen sie in eine fantastische Welt und werden zu tierischen Manege-Stars bei einem der vielen Lilalu-Workshops.

(Foto: Lilalu)

Erprobte Jung-Artisten haben sich selbstverständlich schon vor Wochen für einen der sechstägigen Lilalu-Workshops in Akrobatik, Luftartistik, Parkour, Skateboard, Schauspiel oder Dance angemeldet. Das Ferienprogramm der Johanniter schlägt seine Zelte vom 2. August bis 11. September wieder im Olympiapark Süd auf. Die gute Nachricht für Kurzentschlossene: "Es gibt noch freie Plätze", sagt Vera Tichy von Lilalu. Gut schaue es mit verfügbaren Rest-Plätzen in der vierten und fünften Ferienwoche aus, die am 23. beziehungsweise am 30. August beginnen.

Kleine, aber feine Theater-Projekte haben sich einige Museen und Institutionen ausgedacht. Zu Pumuckls Weltreise lädt beispielsweise die Internationale Jugendbibliothek vom 23. bis 27. August Kinder ab sieben Jahren. In dem Musik-Theater-Workshop begegnen sie Kobolden aus aller Welt: Klabautermännern, Leprechauns, Goblins, Puks und Dschinns. Lustige, freigeistige, anarchische Wesen, die über alles gerne reimen und Unsinn machen; in Wäldern und Wüsten, auf Meeren oder in Großstädten. Das Stück soll zum 101. Geburtstag von Ellis Kaut, Autorin des Pumuckl, am 14. November im Schloss Blutenburg aufgeführt werden. Alle Infos dazu finden sich unter www.ijb.de.

Vorhang auf! heißt es in den Workshops im Kindermuseum in der Arnulfstraße. Am 10., 14., 18. und 20. August entwickeln Kinder ab acht Jahren eigene Theaterstücke, von den einzelnen Szenen bis hin zum Bühnenaufbau. Alle Figuren werden zu einer selbsterdachten Geschichte verbunden und zum Abschluss vor den Eltern aufgeführt (www.kindermuseum-muenchen.de). Achtung Feuer Los! lautet das Motto des Ferienworkshops am 2., 3. oder 4. August im Valentin Karlstadt Musäum. Dort lassen Kinder von acht bis zwölf Jahren Karl Valentins legendäre Feuerwehrtruppe aus "Großfeuer in Gigging" wiederauferstehen und retten das Isartor vor einer Brandkatastrophe. Im Spiel werden die Teilnehmer zu Feuerwehrfrauen und -männern, das Isartor zur Kulisse und die Passanten zum Publikum. Anmeldungen unter info@valentin-musaeum.de.

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