Kultur in München:Der "Sommer in der Stadt" soll auch 2021 stattfinden

Kultur in München: Die Sommerbühne im Olympiapark 2020.

Die Sommerbühne im Olympiapark 2020.

(Foto: Danny Kufner)

Für das Festival hat der Kulturreferent die allerletzten Mittel in seinem ohnehin gekürzten Etat herausgekratzt.

Von Michael Zirnstein

Gerade sind einige der großen Sommer-Open-Airs in Deutschland pandemiebedingt abgesagt worden. Und gerade hat der Kulturausschuss der Stadt München das zweite Festival "Sommer in der Stadt" auf den Weg gebracht. Das ist kein Widerspruch. Im Gegenteil, wie Christian Kiesler vom Verband der Münchner Kulturveranstalter (VdMK) sagt: "Es ist klar, dass in dieser Freiluftsaison nichts großes Kommerzielles stattfinden wird. Umso wichtiger ist es, Strukturen für geförderte Festivals zu schaffen."

Dafür planen die Konzertagenten Kiesler und Danny Kufner, die im vergangenen Jahr für den VdMK und im Auftrag der Stadt das 60-tägige Gratis-Programm der Sommerbühne im Olympiastadion organisiert haben, schon lange quasi in Vorleistung - seit Ende des "Sommers in der Stadt '20". Sie standen dabei stets "in enger Absprache" mit dem Münchner Kulturreferat, obwohl sie noch kein Geld von der Stadt in Aussicht hatten.

Jetzt ist es offiziell: Der Kulturausschuss hat das Kulturreferat beauftragt, "Maßnahmen zur Unterstützung Kulturschaffender im Sommer 2021" einzuleiten. So hatte es Kulturreferent Anton Biebl beantragt. Es war ihm offenbar sehr wichtig, an das Festival von 2020 anzuknüpfen, als man auf der Stadionbühne, einer Wanderbühne in den Stadtvierteln, beim Open-Air am Gasteig, mit weiteren städtischen Institutionen und privaten Partnern Auftrittsmöglichkeiten für Künstler und Kulturgenuss für die Bürger ermöglichte. Das sieht man daran, dass der Kulturreferent für 2021 die allerletzten Mittel in seinem ohnehin gekürzten Etat herauskratzt, sprich: Durch "Umschichtungen", so sein Antrag, hat er nun 200 000 Euro "einmalig für 2021" zur Verfügung.

Eigentlich hatte man mit 400 000 Euro gerechnet, die ebenso eigentlich schon dagewesen wären: 100 000 übrig gebliebene Euro vom Vorjahr und eine Spende von 300 000, die der Kulturausschuss bereits für einen "Winter in der Stadt" reserviert hatte. Nun gibt es aber einen "Dissens mit der Stadtkämmerei", wie in der Vorlage für die Stadträte steht. Der oberste Haushaltshüter ist der Ansicht, dieses Geld sei längst verbraucht, man sieht Corona-bedingt keinen Spielraum und verweist darauf, dass bis zur Genehmigung des Haushalts '21 durch die Regierung von Oberbayern nur "unaufschiebbare Ausgaben" bezahlt werden dürfen.

Darüber will Biebl noch verhandeln. Um aber keine Zeit für die intensive Planung der Reihe (2020 traten dank eines Sonderetats von 950 000 Euro 740 Künstler auf) zu vergeuden, streckt er 200 000 Euro vor. Das Risiko, das durch das "deutliche Defizit an anderen Stellen" entstehe, nimmt er "aufgrund der Lage der Kulturbranche" in Kauf.

"Das ist ein Signal, dass es im Sommer wieder ein buntes Kulturleben in der Stadt geben wird", sagt Kiesler, "und dass wir nun richtig loslegen können". Wie das Festival aussehen wird, ist offen, es hängt nun aber umso mehr davon ab, ob der VdMK weitere Mittel anwerben kann. "Aber wir machen das natürlich wieder nicht für unseren Verband allein, sondern für alle." Bald können sich auch wieder andere Kulturschaffende um einen Platz an der Sonne bewerben.

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