Gasthof HinterbrühlNeustart für ein Münchner Ausflugslokal

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Kilian, Edith und Marcus Wagner haben den Gasthof Hinterbrühl am See als Familie übernommen.
Kilian, Edith und Marcus Wagner haben den Gasthof Hinterbrühl am See als Familie übernommen. Catherina Hess
  • Das Wirtspaar Edith und Marcus Wagner hat mit Sohn Kilian den Gasthof Hinterbrühl in Solln übernommen und nach drei Monaten Renovierung wiedereröffnet.
  • Statt Hacker-Pschorr wird nun Augustiner-Helles ausgeschenkt, die Küche bietet bayerisch-österreichische Klassiker und selbst gemachte Speisen ohne Fertigprodukte.
  • Der Biergarten für bis zu 1000 Gäste soll spätestens Anfang Mai fertiggestellt werden, die Wagners wollen den „schönsten Biergarten Münchens“ betreiben.
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Statt Hacker-Pschorr wird nun Augustiner-Helles ausgeschenkt: Auch sonst haben die neuen Betreiber im Gasthof Hinterbrühl einige Pläne.

Von Jacqueline Lang

Das Ziel von Marcus und Edith Wagner ist es, mit dem Gasthof Hinterbrühl am See in Solln irgendwann einmal den „schönsten Biergarten Münchens“ zu betreiben. Kurz nach der Wiedereröffnung unter ihrer neuen Führung – das Soft-Opening, wie es mittlerweile branchenüblich ist, war bereits Ende März – ist der eigentliche Biergarten zwar noch nicht bestuhlt, denn die Biergarnitur von Augustiner ist gerade erst am Mittwoch geliefert worden. Einige Pläne für ihr neues Wirtshaus hat das Wirtspaar, das gemeinsam mit den zwei Söhnen bereits seit 2022 den Spieglwirt in Moosach betreibt, aber auch darüber hinaus. In dem Wirtshaus mitten in den Isarauen, dessen Geschichte auf das Jahr 1909 zurückgeht, soll ein frischer Wind wehen.

Nach der Übernahme von Vorgänger Gerry Haberl, der 2011 auf Karl-Heinz Wildmoser, den einstigen Präsidenten vom TSV 1860 gefolgt war, haben die Wagners die Traditionswirtschaft, die vor allem im Sommer seit jeher ein beliebtes Ausflugsziel ist, innerhalb von nur drei Monaten renoviert und, das deutet Wagner senior an, stellenweise auch umfangreich saniert – zumindest so weit es der Denkmalschutz hergegeben hat. Die Toiletten etwa hätten das dringend nötig gehabt, und auch die Küche habe man auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Und besser ist es vermutlich: Sollte es im Hinterbrühl – wie die neue Wirtsfamilie hofft – bald voll werden, dürfte die Küche unter der Leitung von Sohn Kilian, 25, nämlich gut zu tun haben: 300 Gäste haben im Innenbereich Platz – allein der Festsaal umfasst 140 Plätze, die ersten Anfragen für Hochzeiten sind wohl schon eingetrudelt – auf der Terrasse, auf der bald Palmen und Olivenbäume für „Urlaubsfeeling“ sorgen sollen, sind es noch einmal 350 mehr.

Gelernt hat Kilian Wagner einst im Heide Volm in Planegg, danach, so erzählt er, habe er eigentlich unter der Leitung von Hans Haas im Tantris anheuern wollen. Als der jedoch etwa gleichzeitig bekannt gab aufzuhören, stieg der ältere der Wagner-Söhne im Spiegelwirt kurzerhand ins Familienunternehmen ein. Bruder Marcus steht dort auch weiterhin in der Küche. Unterdessen hat sich Kilian Wagner in Solln gemeinsam mit seinem Vater, ebenfalls gelernter Koch, für den neuen Gasthof eine Karte überlegt, auf der man vorwiegend bayerisch-österreichische Klassiker findet: Schweinebraten mit Dunkelbiersauce zum Beispiel oder Käsespätzle mit Emmentaler und Bergkäse, aber auch Salatbowls und mehrere Burger. Der vegetarische Burger mit einem Gemüse-Patty etwa werde „sehr gut angenommen“, so der junge Küchenchef.

Fragt man ihn nach Gerichten, auf die er besonders stolz ist, hebt Wagner junior neben dem Zwiebelrostbraten, den er nach dem väterlichen Rezept zubereitet, den gebeizten und geräucherten Saibling hervor. Zusammen mit Wachtelei auf Rindertatar und einer in Knoblauch marinierten Garnele ergibt das Fischzweierlei einen Vorspeisenteller. Allein, das Tatar bekommt man anders als im deutlich kleineren Spieglwirt hier nicht geschnitten, sondern durch den Wolf gedreht serviert. Dafür hat man die Wahl: Als eigene Vorspeise kann man sich das Tatar entweder selbst anmachen oder schon angemacht auf geröstetem König-Ludwig-Brot bestellen.

Die Terrasse ist schon bestuhlt, im Biergarten zum Selbstbedienen im hinteren Bereich fehlen die Biergarnituren noch.
Die Terrasse ist schon bestuhlt, im Biergarten zum Selbstbedienen im hinteren Bereich fehlen die Biergarnituren noch. Catherina Hess
Allein in den Festsaal passen 140 Gäste, in den ganzen Innenbereich circa 300.
Allein in den Festsaal passen 140 Gäste, in den ganzen Innenbereich circa 300. Catherina Hess

Kilian Wagner betont, dass man so viel wie möglich selbst mache, im Gasthof Hinterbrühl komme „nichts aus dem Eimer“, weder die Soßen noch der Kraut- oder Kartoffelsalat. Bezahlbar soll es, zumindest für Münchner Verhältnisse, trotzdem bleiben. Neben einer Wochen- und später einmal einer Tageskarte gibt es deshalb unter der Woche bis 14 Uhr auch wöchentlich wechselnd ein Mittagsschmankerl für 10,90 Euro und montags das Schäufele mit Knödel und einem Augustiner vom Fass für 20,50 Euro.

Den Brauereiwechsel – bislang wurde Hacker-Pschorr ausgeschenkt – begründet Marcus Wagner mit früheren Erfahrungen: Schon im Spieglwirt und noch davor viele Jahre im Hofgut im Golfclub Olching habe sich die Zusammenarbeit mit Augustiner bewährt, deshalb sei es bei der Übernahme vom Gasthof Hinterbrühl naheliegend gewesen, auch hier umzustellen. Das Weißbier beziehen die Wagners von der Schlossbrauerei König Ludwig – dass die Wirtschaft nicht brauereigebunden ist, macht’s möglich.

Auf den gebeizten und geräucherten Saibling (rechts auf dem Teller) ist Küchenchef Kilian Wagner besonders stolz.
Auf den gebeizten und geräucherten Saibling (rechts auf dem Teller) ist Küchenchef Kilian Wagner besonders stolz. Catherina Hess
Auch den Zwiebelrostbraten nach dem Rezept von Vater Marcus hebt Küchenchef Kilian Wagner als besonderes Gericht hervor.
Auch den Zwiebelrostbraten nach dem Rezept von Vater Marcus hebt Küchenchef Kilian Wagner als besonderes Gericht hervor. Catherina Hess

Die Augustiner-Halbe vom Holzfass bekommt man in Hinterbrühl nun für 4,60 Euro, das Weißbier für 4,80 Euro. Wie viel das Bier im Biergarten zum Selbstabholen kostet, das will Wagner noch nicht verraten. Auch, was genau es an der Bar, die dort noch im Aufbau ist, an Getränken geben wird, bleibt vorerst sein Geheimnis. Nur so viel: Brotzeit darf man in den Biergarten, anders als auf die Terrasse, freilich selbst mitbringen, es wird aber auch Hütten geben, die Steckerlfisch und Hinterbrühler Batzter, sprich hausgemachten Obazda, anbieten.

Bevor es sich die potenziellen 1000 Gäste im gesamten Biergarten-Bereich gemütlich machen können, müssen nun aber erst noch besagte Biergarnituren aufgestellt werden, mit Lehne versteht sich. Marcus Wagner rechnet mit dessen Fertigstellung spätestens Anfang Mai. Dann soll mit einer Eröffnungsfeier noch mal richtig der Neubeginn in Hinterbrühl begangen werden, ein genauer Termin steht aber bislang nicht fest. Mit Blick auf die alten Kastanienbäume, die gerade zu sprießen beginnen, könnte es dann aber lauschig werden. Und wer weiß, vielleicht hat Wirtin und Service-Chefin Edith Wagner ja recht, und der Biergarten der Traditionswirtschaft wird bald zum schönsten der Stadt oder gar ganz Oberbayerns gekürt. Immerhin hatte er diesen Titel in den Jahren 2012 und 2013 schon mal inne.

Gasthof Hinterbrühl, Hinterbrühl 2 direkt am Hinterbrühler See, Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag 11.30 bis 23 Uhr, freitags und samstags 11.30 bis 0 Uhr

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