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Sonnenenergie:Münchens erster großer Solarpark soll nach Fröttmaning

Stadtwerke München

Die Stadtwerke betreiben mehrere Solarparks in Deutschland - vielleicht bald auch in München.

(Foto: SWM/Markus Götzfried)

Ersten Schätzungen zufolge ließe sich auf dem Areal eine Spitzenleistung von bis zu einem Megawatt erzielen. Sollte sich die Fläche dicht bestücken lassen, könnte sogar noch mehr drin sein.

Von Heiner Effern

Grüne und SPD wollen im Münchner Norden den ersten großen Solarpark in der Stadt errichten. Zu Füßen des bereits beschlossenen zweiten Windrads nahe der Arena in Fröttmaning sollen auf einer Fläche von maximal fünf Hektar Photovoltaik-Anlagen aufgestellt werden. Ersten groben Schätzungen zufolge ließe sich auf dem Areal eine Spitzenleistung von bis zu einem Megawatt (MW) erzielen. Sollte sich die Fläche großflächig und auch dicht bestücken lassen, könnten sogar 3,5 bis sieben Megawatt drin sein. Das Rathausbündnis will den Solarpark nach ökologischen Kriterien anlegen und deshalb zum Beispiel Schafe zur Pflege der darin liegenden Grünflächen einsetzen. Dafür haben sie gemeinsam einen Antrag eingebracht, dass die Stadt diese Optionen prüfen soll.

"Das zweite Windrad im Münchner Norden mit einer großen Photovoltaik-Anlage zu komplettieren, ist ein konsequenter erster Schritt, für die auch im grün-roten Koalitionsvertrag verankerte Münchner Solar-Ausbauoffensive", sagte Mona Fuchs, stellvertretende Fraktionschefin der Grünen. Die beiden Parteien hatten sich darauf geeinigt, bei der Sonnenenergie pro Jahr einen Zuwachs von 15 Megawatt zu erreichen. Dafür wollen sie noch eine städtische Photovoltaik-Dachagentur gründen, eine Offensive für die Nutzung städtischer Dächer starten und auch private Gebäudeeigentümer dafür gewinnen, ihre Flächen zur Verfügung zu stellen. Ein großer Solarpark könnte da zusätzliche Kapazitäten schaffen. Auch die SPD kann der Idee, im Norden einen Energiepark für Wind und Sonne zu errichten, deshalb viel Positives abgewinnen. "So ein großes Photovoltaik-Freiflächenprojekt gibt es in ganz München bis jetzt noch nicht", sagte Julia Schmitt-Thiel, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion.

Die Solaranlage soll auf dem Gebiet der ehemaligen Deponie Nord-West errichtet werden. Dort ist demnächst eine Abdichtung der Oberfläche fällig. In diesem Zug und mit dem Bau des Windrads soll die Stadt nun prüfen, ob dort nicht gleich auch die Photovoltaik-Anlage errichtet werden kann. Das könnte von vornherein mitberücksichtigt die Planung erleichtern und die Kosten senken. Ein möglicher Betreiber könnten die Stadtwerke (SWM) sein, die stets betonen, so viel ökologisch saubere Energie wie möglich in der Nähe ihres Sitzes erzeugen zu wollen.

Die beiden Fraktionen wollen in das Projekt frühzeitig die Naturschutzverbände und auch die Bürger einbinden. Der nach Süden abfallende Teil des Geländes, der sich für das Gewinnen von Sonnenenergie bestens eignet, soll auch verschiedenen Arten einen Lebensraum bieten. Dazu sollen sich Bürger finanziell engagieren können, um alternative Energien zu fördern. Denkbar seien sogenannte Solarbausteine oder Energiegenossenschaften.

"Der regionale Ausbau von erneuerbaren Energien ist ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Strategie, die Stadt bis 2035 klimaneutral zu machen", sagte die Grüne Fuchs. Neben den vielen Dächern der Stadt hat die Koalition auch noch die eine oder andere Freifläche im Blick. Das Projekt in Fröttmaning könne "ein guter Anfang" dabei sein, deutete SPD-Umweltpolitikerin Schmitt-Thiel an. Das ökologische Trio aus zwei Windrädern und der Photovoltaik-Anlage könne auch eine symbolische Aussagekraft erhalten und so etwas wie das Gesicht der Sonnenenergie und des Klimaschutzes im Münchner Norden werden, heißt es im Antrag.

© SZ vom 03.07.2020/vewo
Naturschutzgebiet Fröttmaninger Heide, 2013

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