Bilanz in MünchenMehr als 680 Polizeieinsätze in der Silvesternacht

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Müll auf der Leopoldstraße nördlich des Siegestors - in München wurde zum Jahresbeginn sichtbar gefeiert. Auch die Polizei hatte einiges zu tun.
Müll auf der Leopoldstraße nördlich des Siegestors - in München wurde zum Jahresbeginn sichtbar gefeiert. Auch die Polizei hatte einiges zu tun. Florian Peljak.

Während mehrere Tausend Menschen in der Stadt friedlich feierten, mussten die Beamten allein wegen Pyrotechnik und Bränden mehr als 160 Mal ausrücken.

Von Katharina Haase und Stephan Handel

Wenn in München in der Silvesternacht das neue Jahr begrüßt wird, bedeutet das für die Polizei meist eine arbeitsreiche Zeit. Auch heuer hatten die Einsatzkräfte der Münchner Polizei einiges zu tun. Zwischen 18 Uhr am Silvesterabend und 7 Uhr am Neujahrsmorgen verzeichneten sie etwa 680 Einsätze.

Ruhestörungen waren 42 Mal, Körperverletzungen dreimal der Grund für das Anrücken der Beamten. Verbotene Pyrotechnik gab hingegen mehr als 75 Mal Anlass zum Einsatz und 85 Mal waren es Brände, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

In der Fußgängerzone und am Marienplatz versammelten sich etwa 6000 Menschen, um das neue Jahr zu begrüßen. Zwischen 21 Uhr und 2 Uhr herrschte dort ein komplettes Verbot von Feuerwerk. Ebenfalls etwa 6000 Menschen versammelten sich rund um den Olympiaberg. Am Friedensengel, dem Europaplatz und den umliegenden Parkanlagen, wo zwischen 23.30 Uhr und 1.45 Uhr der Verkehr gesperrt wurde, versammelten sich etwa 3000 Personen. Auf der Veranstaltung „Silvestermeile“ auf der Ludwigstraße feierten ebenfalls mehrere tausend Menschen.

Das Verbot zum Abbrennen von Pyrotechnik mit ausschließlicher Knallwirkung – sogenannte Böller – innerhalb der Umweltzone des Mittleren Rings bestand noch bis 24 Uhr am Neujahrstag. Dies gilt auch für das Pyrotechnik-Verbot im Bereich des Tierparks Hellabrunn. Dort gab es laut Polizei „keine nennenswerten Störungen“.

Insgesamt sprach die Polizei am Donnerstag davon, dass München „friedlich rübergerutscht“ sei. Kurzzeitige Versammlungen von mehreren hundert Menschen am Baldeplatz und an der Reichenbachbrücke wurden aufgelöst, als sich Anzeichen für regelwidriges Verhalten zeigten.

Am Lenbachplatz wurden zwei Personen festgenommen, die Raketen in eine Menschenmenge geschossen haben sollen. Allerdings fand sich niemand, der dadurch geschädigt wurde. Im Glockenbachviertel brannten mehrfach Abfallcontainer; die Brände konnten jedoch schnell und ohne größere Schäden gelöscht werden.

Feuerwerkskörper trifft Polizeiauto

Ein möglicher Angriff auf ein Polizeiauto ging glimpflich aus. Dabei fuhren gegen 0.30 Uhr zwei Beamte zu einem Einsatz auf der Candidstraße. Als sie die Fußgängerbrücke zum Grünwalder Stadion unterquerten, traf ein Feuerwerkskörper ihren VW-Bus und hinterließ ein fünf Zentimeter großes Loch in der Windschutzscheibe. Die Beamten blieben unverletzt. Mehrere Personen wurden anschließend kontrolliert, es ist aber noch nicht klar, ob sie etwas mit dem Vorfall zu tun hatten und ob es überhaupt Absicht war oder der Feuerwerkskörper versehentlich von der Brücke fiel. Am Fahrzeug entstand ein Schaden von mehreren tausend Euro, es war auch nicht mehr einsatzbereit und musste ausgetauscht werden.

Die Polizei war in der Silvesternacht insgesamt mit einer dreistelligen Anzahl von Beamten im Einsatz. Die Besetzungen der Inspektionen wurden aufgestockt. Ein Sprecher sagte am Neujahrsmorgen, ohne Details zu nennen, das Einsatzkonzept der letzten Jahre sei weiterentwickelt worden mit dem Ziel, die Beamten schneller zum Einsatzort zu bringen, wenn es notwendig würde. Das neue Konzept, so der Sprecher, habe sich bewährt.

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