Die Stadt verbietet dieses Jahr erstmals an Silvester das Zünden von Böllern und Raketen in der Nähe des Zoos. In einem Umkreis von etwa 150 Metern darf zum Schutz der Tiere kein Feuerwerk abgebrannt werden. Die entsprechende Allgemeinverfügung veröffentlichte die Stadt nach Angaben des Kreisverwaltungsreferats (KVR) am Dienstag in ihrem Amtsblatt.
„Der Tierpark Hellabrunn spielt eine wichtige Rolle in internationalen Zucht- und Erhaltungsprogrammen, die es im Interesse der Artenvielfalt und im Hinblick auf zukünftige Generation zu sichern gilt“, sagte eine Sprecherin des KVR, das für die öffentliche Sicherheit und damit auch fürs Silvester-Feuerwerk zuständig ist. Rund um den Zoo werden Schilder angebracht, die auf das neue Böllerverbot hinweisen. Für die Kontrolle ist laut KVR die Polizei zuständig, die bei Verstößen eine Geldbuße verhängen könne.
Der Tierpark war am Dienstag bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar. In der Abendzeitung äußerte sich Chef Rasem Baban aber zuvor bereits erleichtert. „Mit der nun festgelegten Feuerwerksverbotszone kann unseren zum Teil äußerst geräuschempfindlichen tierischen Bewohnern ein erheblicher Teil unnötigen Stresses und nächtlicher Unruhe erspart werden“, sagte er.
Nicht nur Tiere und Pflanzen im Zoo, sondern auch in den angrenzenden Isarauen würden von den Vorgaben profitieren. Trotz des Verbots kündigte Baban an, dass an Silvester weiter erhöhte Vorsicht nötig sei. Tiere, die normalerweise auch nachts und im Winter draußen sind, würden in Innenbereichen untergebracht.
Als erster Stadtpolitiker hatte Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) auf Instagram auf die neue Verbotszone hingewiesen und auch eine Karte dazu gezeigt. Ihr zufolge verläuft die Grenze im Westen entlang des Isar-Werkkanals. Im Norden beginnt sie oberhalb der Thalkirchner Brücke und zieht sich in etwa über den Beginn des Flaucherstegs bis hin zur Brehmstraße und hinauf ans Hochufer der Isar. Von dort geht es ungefähr entlang der Harlachinger Straße und später der Lindenstraße Richtung Süden. Dort schließt das Sperrgebiet auf Höhe der Füllstraße in gerader Linie über die Isarauen ab.
Mit den neuen Regeln rund um den Tierpark erweitert die Stadt ihr Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel. Wie schon in den vergangenen Jahren bleibt das Zünden von Böllern auch heuer wieder innerhalb des Mittleren Rings untersagt. Raketen dürfen jedoch in den Himmel geschickt werden.
Noch striktere Vorgaben gelten wieder für das Zentrum in der Altstadt. In der kompletten Fußgängerzone vom Stachus bis zum Marienplatz dürfen laut KVR Kracher und Raketen nicht einmal mitgeführt werden. Das Verbot erstreckt sich weiter bis hinüber zum Viktualienmarkt. Auch auf der Silvestermeile in der Ludwigstraße, in der ein privater Unternehmer eine Party organisiert, wird es kein Feuerwerk, sondern eine Licht-Show geben.
Mehr als diese Verbotsgebiete kann die Stadt nach eigenen Angaben nicht ausweisen, weil ihr dafür die rechtliche Befugnis fehlt. Deshalb sei es zum Beispiel nicht möglich, analog zum Tierpark auch um das Tierheim eine Sperrzone einzurichten, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ebenfalls auf Instagram.
Das bestätigte auch eine Sprecherin des KVR: „Eine gesetzliche Grundlage für Kommunen, die Verbotszonen beispielsweise auf den Bereich rund um das Tierheim auszuweiten oder ein generelles Abbrennverbot von Pyrotechnik in der gesamten Stadt zu erlassen, existiert derzeit nicht.“ Es bleibe da nichts als der Appell an die Bürgerinnen und Bürger, „verantwortungsvoll mit privatem Feuerwerk umzugehen“.

