Wärmewende in MünchenStadtwerke wollen Geothermieanlage im Siemens-Sportpark bauen

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Das Bildungsreferat kann die „Auswirkung einer möglichen Integration einer Geothermieanlage“ in den Siemens-Sportpark nach eigener Aussage im Moment nicht abschätzen.
Das Bildungsreferat kann die „Auswirkung einer möglichen Integration einer Geothermieanlage“ in den Siemens-Sportpark nach eigener Aussage im Moment nicht abschätzen. Florian Peljak
  • Die Stadtwerke München wollen eine Geothermieanlage im Siemens-Sportpark in Obersendling bauen, um die kommunale Wärmewende voranzubringen.
  • Als Ausgleich für wegfallende Sportflächen sollen neue Sportanlagen beim geplanten Schwimmbad im Forstenrieder Park entstehen.
  • Das Bildungsreferat reagiert zurückhaltend und kann die Auswirkungen einer Geothermieanlage im Siemens-Sportpark derzeit noch nicht abschätzen.
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Die Stadtwerke streben einen „Ringtausch“ an: Sportanlagen sollen im Forstenrieder Park entstehen, beim geplanten neuen Schwimmbad. Das zuständige städtische Referat reagiert allerdings zurückhaltend.

Von Bernd Kastner

In München soll eine weitere Geothermieanlage entstehen. Die Stadtwerke (SWM) wollen sie auf dem Areal des Siemens-Sportparks in Obersendling bauen. Das haben die SWM und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) angekündigt. Verbunden werden solle dies mit einem „Nutzungs-Ringtausch“, wie es die SWM bezeichnen: Dafür, dass im Siemens-Park Sportflächen wegfallen sollen, könnten sie auf dem Gelände des Forstenrieder Parks beim Schwimmbad entstehen, das in den nächsten Jahren neu gebaut werden soll. Dieser Plan sei laut einer Pressemitteilung der Grünen-Fraktion im Rathaus vom SWM-Aufsichtsrat beschlossen worden, der Stadtrat müsse ihn noch bestätigen.

„Ringtausch macht’s möglich: Sport und Geothermie im Münchner Süden“: Die Mitteilung der SWM klingt, als seien sich der städtische Energiekonzern und das städtische Referat für Bildung und Sport (RBS) im Grunde einig: „In Kooperation“ mit dem RBS „wurde nun eine Variante erarbeitet, die die sportlichen Bedürfnisse bedient und gleichzeitig die kommunale Wärmewende voranbringt“. OB Reiter wird als Aufsichtsratschef der SWM so zitiert: „Ich freue mich, dass die Stadtverwaltung und die Stadtwerke München hier eine Möglichkeit erarbeitet haben, die den Breiten- und Schulsport sowie die kommunale Wärmewende unter einen Hut bringt.“

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Auf Fragen der SZ zu dem Vorhaben äußert sich das Bildungsreferat allerdings auffallend zurückhaltend: „Konkrete Planungen für eine Sportanlage auf dem Gelände des Schwimmbads im Forstenrieder Park sind dem Referat für Bildung und Sport nicht bekannt.“ Das Referat könne „die Auswirkung einer möglichen Integration einer Geothermieanlage“ im Siemens-Sportpark „derzeit noch nicht abschätzen“. Sicher sei lediglich, dass die SWM für das im April geschlossene „Stäblibad“ im Forstenrieder Park einen Ersatz bauen wollen. Das künftige Schwimmbad solle auch von den umliegenden Schulen genutzt werden, teilt das Bildungsreferat mit.

Auch zur gewünschten Erdwärme-Förderung im Siemens-Park gibt es bislang keine näheren Informationen. Da sich die Planungen noch ganz am Anfang befänden, könne man zu Bauzeit, möglichem Betriebsstart und Kosten noch nichts sagen, so ein SWM-Sprecher. Zunächst stehe ein Bebauungsplanverfahren an, währenddessen sich das Vorhaben konkretisieren werde. SWM-Geschäftsführerin Karin Thelen aber gibt sich sehr optimistisch: Eine zusätzliche Geothermieanlage bringe die Stadtwerke ihrem Ziel „näher“, von 2040 an den Münchner Bedarf an Fernwärme CO₂-neutral zu decken. Vom Siemens-Park aus lasse sich die mit Erdwärme erzeugte Fernwärme gut ins bestehende Netz einspeisen. Laut SWM bringt Geothermie im Großraum München derzeit eine Leistung von etwa 400 Megawatt, das noch vorhandene Potenzial betrage ein Gigawatt, also 1000 Megawatt.

Den von den SWM gewünschten „Ringtausch“ begrüßen die Stadtrats-Grünen als „Chance für den Münchner Süden“ und mahnen, dabei den Naturschutz zu berücksichtigen. Der Siemens-Sportpark sei „sensibel“, zugleich verbinde er mehrere wertvolle Grünbereiche im Süden.

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