Der Münchner Fasching hat ein neues Motto, und das heißt wenig überraschend: „Mia san Fasching“. Es wird samt spitzmützigem Kasperl als Logo in den kommenden Wochen bis zum Faschingsdienstag, 17. Februar, verstärkt auftauchen. Unter anderem auf Plakaten, einer neuen Internetseite und einem Din-A-3-Faltblatt, das nahezu alle närrischen Aktivitäten vom Künstlerball bis zum Wirtshausfasching präsentiert. „Es geht steil bergauf mit dem Münchner Fasching“, sagte Wirtschaftsreferent Christian Scharpf dazu bei einer Pressekonferenz im Deutschen Theater, „so wie die Wiesn und die Starkierzeit gibt es jetzt die Faschingszeit“.
Im vergangenen Jahr sind die meisten offiziellen Faschingsfeste abgesagt worden, nachdem ein Attentäter mit seinem Auto in einen Verdi-Demonstrationszug gerast war und zwei Menschen getötet und 44 verletzt hatte. „Die ganze Stadt trauert, und wir trauern mit“, sagte damals die Faschingsgesellschaft der Damischen Ritter und sagte ihren lange vorbereiteten Umzug ab.

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In diesem Jahr ziehen sie wieder los, mit 50 geschmückten Wagen und 1,2 Tonnen Bonbons. Auch den Straßenfasching „München narrisch“ in der Innenstadt wird es wieder geben. Die Sicherheitsvorkehrungen für beide Großveranstaltungen, zu denen Tausende Feiernde erwartet werden, wurden von Polizei, Stadtverwaltung und Veranstaltern noch einmal verstärkt.
Beim Faschingszug der Damischen Ritter am Sonntag, 8. Februar, Start 13.30 Uhr, werden alle Zufahrten zur Strecke mit massiven Oktagon-Klötzen oder Pitagonen als mobilen Anti-Terror-Sperren mit Sicherheitspersonal für Fahrzeuge abgeriegelt – vom Isartor über die Frauenstraße vorbei an der Schrannenhalle zum Altheimer Eck und über die Fußgängerzone zum Marienplatz. „Wir werden alles verbauen, was im Großraum München verfügbar war“, sagt „Oberfalke“ Alexander Filz, Vorsitzender der Damischen Ritter.
Ähnliche Sicherheitsvorkehrungen wie auch schon beim Christkindlmarkt werden beim Faschingshöhepunkt „München narrisch“ ergriffen. Denn wenn von Sonntag bis Dienstag, 15. bis 17. Februar, „drei Tage Ausnahmezustand in der Innenstadt“ herrschen, soll das nur für die Stimmung rund um die Bühnen am Stachus und am Marienplatz gelten.
Beim Finale mit dem „Tanz der Markweiber“ am Faschingsdienstag gilt auf dem Viktualienmarkt zudem ein Verbot für das Mitbringen von Gläsern und Flaschen, erklärte Inken Wuttke, Vizechefin des Kreisverwaltungsreferats. Zuhause lassen müssen die Gäste auch – und das sei schon vorgekommen – Campingstühle, Bollerwagen, Bierbankgarnituren, Bierfässer und selbstverständlich auch Messer und Waffen. „Wenn alle fröhlich und fair bleiben, steht dem gemeinsamen Feiern nichts im Weg.“

