Urteil am AmtsgerichtEx-Jugendtrainer vom TSV 1860 gesteht Missbrauch zweier Mädchen

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Vor dem Münchner Amtsgericht ist ein ehemaliger Trainer des TSV 1860 wegen des Missbrauchs zweier Mädchen verurteilt worden. Die Taten liegen 16 Jahre zurück.
Vor dem Münchner Amtsgericht ist ein ehemaliger Trainer des TSV 1860 wegen des Missbrauchs zweier Mädchen verurteilt worden. Die Taten liegen 16 Jahre zurück. Sven Hoppe/dpa

Die Taten ereigneten sich vor 16 Jahren unter anderem in einem Trainingslager. Obwohl der Mann  wegen ähnlicher Delikte vorbestraft ist, erhält er eine Bewährungsstrafe.

Von Andreas Salch

Ein ehemaliger Leichtathletik-Trainer des TSV 1860 ist wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in vier Fällen vor dem Amtsgericht München zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der heute 46-Jährige trainierte vor etwas mehr als 16 Jahren unter anderem zwei damals neun und zehn Jahre alte Mädchen, an denen er sich nach Überzeugung des Gerichts vergangen hat.

Zu den Übergriffen kam es laut Urteil während eines Trainingslagers in einem Hotel an der italienischen Adria-Küste und auf dem Gelände der Bundeswehr in Neubiberg. Die Opfer hätten die Taten über all die Jahre hinweg aus falscher Scham verschwiegen, sagte die Vorsitzende Richterin. Beide litten bis heute unter den Folgen der Taten.

Nach Verlesung der Anklage kam es zu einem vom Gericht initiierten Rechtsgespräch mit der Vertreterin der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung. Dabei machte die Richterin deutlich, dass der unter einem Berufsverbot stehende ehemalige Trainer ohne Geständnis wohl mit einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung rechnen müsse.

Nach einer kurzen Unterredung mit seinem Verteidiger räumte der 46-Jährige die sexuellen Übergriffe ein und behauptete, dass er nicht pädophil sei. Auf die Frage nach seiner damaligen Motivation blieb der Angeklagte vage. Sexuelles Interesse an den beiden Kindern habe er angeblich keines gehabt. Heute, so der 46-Jährige, gebe es „keine Basis“ mehr für ihn, sich „mit Kindern auseinanderzusetzen“.

Der ehemalige Trainer ist wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und widerstandsunfähiger Personen bereits einschlägig vorbestraft. Nach Überzeugung des Gerichts habe der Angeklagte in seiner Funktion als Trainer „eine unfassbare Machtposition“ gehabt und geglaubt, „mir kann ja eh niemand“. Die ihm anvertrauten Kinder hätten Angst gehabt, aus dem Team zu fliegen, für den Fall, dass sie von den sexuellen Übergriffen etwas sagen. Neben der verhängten Strafe verpflichtete das Gericht den 46-Jährigen zur Teilnahme an einer Therapie für Sexualstraftäter.

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