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Nach dem Unfall am Sendlinger Tor:Warum die U 7 weiter ausfällt

Entgleiste U-Bahn in München am Sendlinger Tor

In der Wendeanlage am Sendlinger Tor war am Dienstagabend ein Zug entgleist. Die Gleise müssen nun repariert, der Prellbock ersetzt werden.

(Foto: MVG)
  • Am Sendlinger Tor muss eine Wendeanlage repariert werden, weil nach einem Unfall das Gleis und der Prellbock beschädigt sind.
  • Am Montag soll der Betrieb der Linie U 7 wieder weitgehend normal laufen.
  • Auf den Linien U 1, U 3 und U 6 ist in den nächsten Tagen wegen Bauarbeiten mit Einschränkungen zu rechnen.

Kleiner Fahrfehler mit schweren Folgen: Nach dem Unfall am Sendlinger Tor vor zwei Tagen fällt die U-Bahn-Linie U 7 weiter aus. Das werde auch den ganzen Donnerstag so bleiben, teilte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mit, denn die beschädigte Wendeanlage müsse nun repariert werden. Am Montag werde der Betrieb aber voraussichtlich wieder weitgehend normal laufen; am Wochenende fährt die U 7 ohnehin nicht.

In der Wendeanlage am Sendlinger Tor war am Dienstagabend eine leere U-Bahn gegen den Prellbock gefahren. Laut MVG hatte der Fahrer, der unverletzt blieb, nicht rechtzeitig gebremst. Dabei sprangen die vordersten Räder des ersten Wagens aus den Schienen. Der Unglückszug, der die Wendeanlage seitdem blockierte, wurde in der Nacht zum Donnerstag zwar abtransportiert. Die Wendeanlage könne man aber weiter nicht nutzen, da das Gleis und der Prellbock beschädigt seien und repariert beziehungsweise ersetzt werden müssten, sagte MVG-Sprecher Matthias Korte. Für den Betrieb der U 7 ist diese Anlage aber entscheidend.

Denn die U 7 ist eine sogenannte Verstärkerlinie, sie verkehrt zu den Stoßzeiten üblicherweise alle zehn Minuten zwischen Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) und Neuperlach Zentrum - also vor allem auf den Trassen von U 1 und U 2. Am Wochenende und an Feiertagen entfällt die U 7 generell. Und in den Schulferien, also auch in dieser Woche, fährt sie nur zwischen OEZ und Sendlinger Tor. Dort muss sie dann umdrehen - auf genau jenem Wendegleis, das nun kaputt ist.

Aus diesem Grund wurden die Fahrten der U 7 seit Dienstagabend ersatzlos gestrichen. So entfielen in beiden Richtungen jeweils knapp 60 Fahrten pro Tag. Kein geringer Ausfall angesichts einer Kapazität von etwa 900 Fahrgästen pro Zug. Rein rechnerisch sind davon also bis zu 100 000 Passagiere am Tag betroffen, tatsächlich dürften es weniger sein, da in den Ferien die U-Bahnen deutlich leerer sind als sonst.

Von Montag an kann die U 7 laut MVG wieder regulär zwischen OEZ und Neuperlach fahren. Nur zwischen 12 und 15 Uhr entfällt sie weiterhin, da sie in dieser Zeit laut Fahrplan ebenfalls am Sendlinger Tor endet und wendet - das ist erst dann wieder möglich, wenn die Wendeanlage repariert ist. Wann das der Fall ist, kläre sich in der kommenden Woche, sagte MVG-Sprecher Korte.

Der Unfall hatte sich am Dienstagabend gegen 17.30 Uhr ereignet. Da der entgleiste Zug auch das direkt nebenan liegende Gleis von der Station Fraunhoferstraße in Richtung Sendlinger Tor blockierte, wurde der Verkehr auf dieser Strecke in beiden Richtungen für drei Stunden zunächst komplett eingestellt. Bis Mittwochfrüh fuhr dann nur ein Pendelzug zwischen Hauptbahnhof und Kolumbusplatz auf dem freien Gleis. Mit Hilfe von Hebekissen und Muskelkraft wurde der Unfallzug am späten Dienstagabend etwas zur Seite gehoben, sodass seit Mittwochmorgen die Züge der U 1 und U 2 wieder regulär auf beiden Gleisen fahren können. Der entgleiste Wagen wurde, nach dem er schließlich in der Nacht zum Donnerstag wieder auf die Schienen gesetzt worden war, zur Reparatur in den Betriebshof Fröttmaning gebracht.

Einschränkungen auf den Linien U 1, U 3 und U 6 in den nächsten Tagen

Völlig unabhängig von diesem Unfall kommt es in den nächsten Tagen zu erheblichen Einschränkungen bei der Münchner U-Bahn. Am heutigen Donnerstagabend, 31. Oktober, an Allerheiligen, 1. November, und am Sonntag, 3. November, fahren praktisch keine Züge der Linien U 3 und U 6 mehr durch die Altstadt. Die U 3 verkehrt dann nur zwischen Moosach und Münchner Freiheit sowie zwischen Goetheplatz und Fürstenried West, die U 6 zwischen Garching-Forschungszentrum und Odeonsplatz sowie zwischen Implerstraße und Klinikum Großhadern. Dazwischen, also im Abschnitt Odeonsplatz - Goetheplatz, verkehrt ein Pendelzug im 15-Minuten-Takt. Diese Einschränkungen gelten von Donnerstag gegen 21 Uhr bis Montagfrüh um fünf Uhr, allerdings nicht am Samstag, 2. November, tagsüber bis 21 Uhr. Grund dafür sind Bauarbeiten an der Station Sendlinger Tor.

Von Sonntag, 3. November, bis Donnerstag, 7. November, entfällt zudem nachts die U 1 zwischen Mangfallplatz und Kolumbusplatz (jeweils von 22.30 Uhr an). Auf der Strecke fahren Ersatzbusse. Grund dafür sind Schleifarbeiten an den Schienen.

© SZ.de/amm
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