Münchens prominenteste BaugrubeEs tut sich was beim „Sendlinger Loch“

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Idylle in Sendling: Die mit Wasser gefüllte Baugrube in der Alramstraße wirkt von oben durchaus malerisch.
Idylle in Sendling: Die mit Wasser gefüllte Baugrube in der Alramstraße wirkt von oben durchaus malerisch. Robert Haas

Nach mehr als fünf Jahren Stillstand nimmt das geplante Immobilienprojekt in Sendling wieder Fahrt auf. Wer offenbar kurz davor steht, Münchens prominenteste Baugrube zu kaufen.

Von Sebastian Krass

So von oben betrachtet kann man sich an den Anblick schon gewöhnen. Im ruhigen Wasser der grünen Lagune spiegeln sich der Himmel, Bäume und Nachbargebäude. Doch wie lang wird es diesen Ort, Münchens berühmteste Baugrube „Sendlinger Loch“, noch geben? Nach mehr als fünf Jahren des Stillstands steht nun offenbar ein Fortschritt bevor.

Der bisherige Investor M-Concept, der den Bau von 128 Eigentumswohnungen wegen Finanzproblemen nach dem Aushub der Baugrube abbrechen musste, steht nach SZ-Informationen kurz davor, das Grundstück an der Alramstraße 14 zu verkaufen. Demnach will das Starnberger Immobilienunternehmen Ehret und Klein das Grundstück übernehmen. Als Gerücht kursiert das seit Wochen im Münchner Immobilienmarkt, inzwischen bekam die SZ die Information von mehreren Quellen aus der Branche bestätigt.

Perfekt ist der Deal, den die Abendzeitung in dieser Woche bereits angedeutet hat, offenbar noch nicht, aber ein Abschluss soll in den nächsten Wochen erfolgen. Ein Sprecher von Ehret und Klein erklärt auf Anfrage: „Gerüchte und Spekulationen wollen wir im Moment nicht kommentieren.“ M-Concept gibt auf Anfrage keine Stellungnahme dazu ab.

Was ein Wechsel der Eigentümer für das Immobilienprojekt an der Alramstraße bedeuten würde, ist offen. Denkbar ist, dass die neuen Investoren das von M-Concept geplante und von der Stadt genehmigte Projekt umsetzen, um schnell voranzukommen. Es kann aber auch zu einer Neuplanung kommen, dann würde das „Sendlinger Loch“ wohl noch eine Weile erhalten bleiben.

In dieser Woche haben Arbeiten zur Sicherung der Baugrube stattgefunden.
In dieser Woche haben Arbeiten zur Sicherung der Baugrube stattgefunden. Robert Haas
Einige Münchner haben das Sendlinger Loch offenbar ins Herz geschlossen.
Einige Münchner haben das Sendlinger Loch offenbar ins Herz geschlossen. Robert Haas

Spannend ist auch die Frage, zu welchem Preis das Grundstück verkauft würde. M-Concept hatte 2017, zur Hochzeit des Münchner Immobilienbooms, 73 Millionen Euro dafür gezahlt. Hinzu sind inzwischen Millionenkosten für die Planung, den Aushub der 15 Meter tiefen Baugrube und deren Erhalt gekommen. Ob die durchschnittlich 17 000 Euro pro Quadratmeter, die M-Concept beim Verkauf der Wohnungen erlösen wollte, angesichts der Immobilienkrise noch realistisch sind, ist ebenfalls fraglich.

Vor knapp zwei Jahren hatte M-Concept-Chef Stefan Mayr der SZ noch gesagt, er sehe „keinen Grund, das Grundstück mit Verlust zu verkaufen. Dafür ist es einfach zu gut.“ Seither aber ist ein großes M-Concept-Projekt in Pasing in die Insolvenz gerutscht, die ganze Firmengruppe ist in Schieflage.

Einige Menschen in der Nachbarschaft hatten sich Anfang der Woche schon gefragt, ob es nun losgeht mit der Bebauung des Lochs. Da wurde nämlich ein Kran aufgestellt. Der ist inzwischen wieder abmontiert. Es hätten Arbeiten zur Sicherung der Baugrube stattgefunden, teilt M-Concept dazu mit. Die Lokalbaukommission (LBK) der Stadt erläutert, der Bauherr sei dazu verpflichtet gewesen, weil in der Grube sogenannte „Kurzzeitanker“ verbaut seien, deren zulässige Nutzungsdauer abgelaufen sei. Das bedeute nicht, dass es statische Mängel gebe, es sei aber eine „Überwachung“ nötig. Über das Ergebnis müsse der Bauherr die LBK informieren.

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