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Sendling-Westpark:Händler hegen Umzugswünsche

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Frische im Viertel - das sollen die Münchner Wochenmärkte das ganze Jahr über sichern.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Bezirksausschuss lässt prüfen, ob der Wochenmarkt künftig am Luise-Kiesselbach-Platz stattfinden kann

Von Berthold Neff, Sendling-Westpark

Mittwochs ist Markttag im Viertel, das ist seit Jahren schon so. Der Standort des Wochenmarkts könnte allerdings wechseln, möglicherweise steht den Beschickern und ihren Kunden ein Umzug auf den Luise-Kiesselbach-Platz bevor.

Wie Erich Utz (Linkspartei) in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) berichtete, fänden fast alle Beschicker einen solchen Umzug gut, weil sie sich dort einen besseren Umsatz erhoffen als am bisherigen Standort an der Jean-Paul-Richter-Straße und einem Teilstück der Höltystraße. Deshalb stellte Utz den Antrag, dass sich das Stadtteilgremium für einen solchen Umzug ausspricht und die Suche nach dem geeigneten Standort auf dem Platz auf den Weg bringt. Davon ausgehend entspann sich eine rege Diskussion, mit dem Ergebnis, dass über den Antrag zunächst einmal nicht abgestimmt wurde.

Abwarten wollen die BA-Mitglieder vor allem das Ergebnis eines Ortstermins am Luise-Kiesselbach-Platz am Mittwoch kommender Woche, zu dem der BA-Vorsitzende Günter Keller (SPD) auch den Chef der Markthallen geladen hat, der auch für die Wochenmärkte zuständig ist. Erst danach will man sich im BA erneut mit dem Thema Umzug befassen. Zu den wichtigen Fragen, die vorab geklärt werden müssen, gehört zum Beispiel, welche Anforderungen bei einem solchen Wochenmarkt an den Untergrund zu stellen sind: Er muss ausreichend befestigt sein, asphaltiert oder gepflastert, was auf dem Luise-Kiesselbach-Platz derzeit nicht gegeben ist.

Und man müsse, warf die Grünen-Fraktionssprecherin Maria Hemmerlein ein, auch prüfen, ob der Umzug an den neuen Standort nicht ringsum den bisherigen eine Versorgungslücke hinterlasse. Im Übrigen gebe es im Viertel kaum die Chance, ortsnah Lebensmittel aus biologischer Erzeugung einzukaufen. Auch dies müsse dann in einem Gesamtpaket diskutiert werden. Otto Seidl (CSU), der stellvertretende BA-Vorsitzende, warf ein, dass er einen Umzug an diesen Platz nicht für möglich halte: "Der eignet sich nicht." Seidl hat bekanntlich durchgesetzt, dass der Maibaum auf dem Luise-Kiesselbach-Platz aufgestellt wird, und hat dort jeweils im Mai, aber auch vor Weihnachten diverse Veranstaltungen organisiert.

Erich Utz hatte seinen Antrag für einen Umzug auch damit begründet, dass acht von neun Gewerbetreibenden die Verlegung befürworten. Am bisherigen Standort verzögere sich der Verkaufsbeginn immer wieder, weil die Polizei erst einmal die widerrechtlich geparkten Autos abschleppen lassen müsse. Und seit der Wochenmarkt von der angrenzenden Grünfläche auf die Straße ausweichen musste, sei die Zahl der Beschicker von 13 auf nur noch neun gesunken. Diese Verlegung war im Sommer 2016 aus Gründen des Brandschutzes erfolgt, da die Zufahrt für die Feuerwehr nicht mehr wie vorgeschrieben möglich war.

© SZ vom 24.07.2020

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