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The Brother Mill:Ein Café wie ein Wohnzimmer

Frühstückscafe: The Brother Mill, Urbanstraße 3

Alle, die es herzhaft mögen, sollten im The Brother Mill einen der belegten Bagel oder ein Baguette wählen.

(Foto: Florian Peljak)

Im The Brother Mill gibt es zum Frühstück Herzhaftes, aber vor allem Süßes. Denn das gemütliche Café in Sendling ist auch eine Bäckerei.

Von Jacqueline Lang

Manchmal ist bekanntlich des einen Leid des anderen Freud. So auch im Fall der Urban Bakery in der Urbanstraße in Sendling, die seit November The Brother Mill heißt. Die Betreiber der Urban Bakery, denen noch weitere Läden gehörten, mussten coronabedingt Insolvenz anmelden.

Die langjährigen Mitarbeiter Madita Nußbaumer, 29, und Thomas Siebeck, 36, haben kurzerhand die Chance ergriffen und das Lokal übernommen. Seit November 2020 trägt der kleine Laden, der eine Mischung aus Café und Bäckerei ist, also den Namen The Brother Mill, was sich ins Deutsche mit Brudermühle übersetzen lässt. Damit heißt das Lokal genauso wie das Viertel, in dem es liegt.

Frühstückscafe: The Brother Mill, Urbanstraße 3

Seit ein paar Wochen sitzen endlich wieder Gäste auf der Sonnenterrasse.

(Foto: Florian Peljak)

Als Nußbaumer und Siebeck im November erstmals unter neuem Namen ihre Türen öffneten, war nur To-go-Geschäft möglich. Umso mehr freuen sie sich, seit ein paar Wochen nun endlich wieder Gäste auf ihrer Sonnenterrasse und seit kurzem auch im Innenbereich bewirten zu dürfen. "Es ist wieder Leben im Haus", sagt Nußbaumer, auch wenn sie zugibt, dass es nach all den Monaten ohne Gäste anfangs ungewohnt gewesen sei. Und auch ein bisschen stressig, immerhin studiert Nußbaumer parallel.

Ist es nicht verrückt, ein Café zu übernehmen, dessen Vorbesitzer gerade Insolvenz angemeldet hat? Nicht unbedingt, sagt Siebeck, der vor sechs Jahren gemeinsam mit Nußbaumer in der Urban Bakery als Student angefangen hat und bis zum Ende sogar als Leiter in Vollzeit dort gearbeitet hat. Das Café selbst sei trotz Pandemie gut gelaufen, die übrigen Betriebe der Betreiber aber leider nicht. Außerdem hätten sie ja gewusst, worauf sie sich einließen und viel Zuspruch aus der Nachbarschaft bekommen von Menschen, die ihnen auch jetzt die Treue halten: Viele der einstigen Stammgäste kommen auch jetzt wieder regelmäßig.

Frühstückscafe: The Brother Mill, Urbanstraße 3

Madita Nußbaumer und ihr Partner Thomas Siebeck wollen das Frühstücksangebot bald weiter ausbauen.

(Foto: Florian Peljak)

Allzu viel am Konzept geändert haben Nußbaumer und Siebeck deshalb auch bewusst nicht: Die Mischung aus gemütlichem Café und Bäckerei wollen sie auch in Zukunft beibehalten. Kein Wunder, immerhin haben sich die beiden vor ein paar Jahren genau in diesem Café kennen und lieben gelernt. Allerdings haben sie seit kurzem eine Schanklizenz und können sich daher gut vorstellen, demnächst abends später zu schließen. Auch das Frühstücksangebot wollen sie weiter ausbauen.

Was gibt es da und was kostet es?

Auch wenn die Frühstückskarte derzeit noch eher überschaubar ist: Auf seine Kosten kommt eigentlich jeder. Alle, die es herzhaft mögen, sollten einen der belegten Bagel oder ein Baguette wählen. Der Lachsbagel mit Dill-Frischkäse und Rucola steht immer auf der Karte, ebenso das Baguette mit Rote Beete, Ziegenkäse, Feigensenf und Walnüssen (je 4,70 Euro).

Mittlerweile gibt es aber auch fast immer den Green Bagel mit einer Cashew-Tofu-Creme, Spinat, Gurke und Avocado (5,40 Euro). Ohnehin gibt es viele vegane Optionen. Die beiden Betreiber ernähren sich zwar selbst nicht vegan, lieben es aber, neue Kreationen auszuprobieren.

Alle, die es süß mögen, haben ohnehin eine riesige Auswahl, schließlich ist das The Brother Mill auch eine Bäckerei. Gebacken wird zwar nicht im Café selbst, aber die vielen Plunderteilchen, Kuchen und Torten stammen alle von der münchenweit bekannten Zimtschneckenfabrik sowie vom Backhaus Grimminger mit Teilsitz in Parsdorf.

Ein besonderes Highlight ist etwa das vegane Dinkel-Quinoa-Croissant (1,80 Euro) mit Marillenmarmelade. Innen ist das Croissant nämlich herrlich fluffig, außen ist es mit gepuffter Quinoa gesprenkelt, die im Mund beim Draufbeißen leicht knistert. Einziger Wehmutstropfen: Die Marmelade ist nicht hausgemacht. Allerdings kann man sie sich auch sparen, wenn man entweder das vegane Dinkel-Blaubeer-Croissant oder das vegane Zitrone-Ingwer-Croissant (je 1,90 Euro) bestellt.

Frühstückscafe: The Brother Mill, Urbanstraße 3

Besonders zu empfehlen: Der runde New York Cheesecake mit Mangospiegel.

(Foto: Florian Peljak)

Zudem gibt es natürlich Schnecken mit Zimt, mit Rosinen oder Nüssen (je 1,60 Euro) und allerlei Kuchen. Im Sommer besonders lecker, weil fruchtig: Der runde New York Cheesecake mit einem Mangospiegel (3,90 Euro).

Egal, wie man sich entscheidet: Man sollte in jedem Fall einen von Nußbaumer zubereiteten Kaffee dazu trinken. Der Cappuccino (klein 2,70 Euro /groß 3,60 Euro) etwa kommt nämlich auch dann mit dem perfekten Schaum, wenn es gerade mal stressig ist. Für den Sommer gibt es alle Kaffeekreationen auch "on the rocks", sprich eisgekühlt. Alle, die gerne auch mal etwas ausprobieren, sollten entweder den Iced Coconut Caramel oder den Iced Vanilla Almond Latte (je 3,80 Euro) bestellen.

Bald wollen Nußbaumer und Siebeck Frühstücksteller kreieren, auch Bowls und Smoothies sollen dann auf der Karte stehen. Bis dahin wird man aber auch mit der kleinen, aber feinen Auswahl satt.

Übrigens: Wer am Wochenende Lust auf ein ausgiebiges Frühstück hat, aber nicht auf den Trubel in einem Café, der kann sich im The Brother Mill natürlich auch mit diversen Semmeln, Brezn und Croissants für zuhause eindecken.

Wer geht da hin und wie lange bleibt man?

Das Café in der ruhigen Urbanstraße unweit der U-Bahnhaltestelle Brudermühlstraße ist, das merkt man schnell, ein Nachbarschaftstreff. Viele kommen, um in Ruhe Zeitung zu lesen und einen Café zu trinken, man kann aber an den bunten Tischen auch wunderbar mit Freundinnen und Freunden die Zeit vergessen. Und wenn das Café demnächst abends länger geöffnet hat, dann ist die Terrasse sicherlich auch der ideale Ort für einen Sundowner.

The Brother Mill, Urbanstr. 3, 81371 München, Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 7 bis 18 Uhr, Sa. u. So. 8 bis 18 Uhr

© SZ.de/amm, van
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