ProzessProzess in München: Familienvater soll drei Mädchen schwer missbraucht haben

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Ihm sei alles über den Kopf gewachsen: So rechtfertigt Deniz T. den Kindesmissbrauch  (Symbolbild).
Ihm sei alles über den Kopf gewachsen: So rechtfertigt Deniz T. den Kindesmissbrauch  (Symbolbild). Rolf Poss/Imago

Ein verheirateter Familienvater sucht den Kontakt zu drei kleinen Mädchen aus seiner Nachbarschaft – und vergeht sich an ihnen. Nun hat der Prozess gegen den 47-Jährigen vor dem Landgericht München I begonnen.

Von Andreas Salch

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In den vergangenen Jahren sei es in seinem Leben immer nur „den Berg runtergegangen“, sagt Deniz T. Begonnen habe es mit der Corona-Pandemie 2020 und der Angst, er könne seinen Job als Analyst in der Filmbranche verlieren. Doch nicht nur das. Stress im Beruf, ständige Arbeitsüberlastung, seine Erkrankung an Diabetes, der Tod seiner Großeltern und nicht zuletzt große finanzielle Schwierigkeiten. Ihm sei „alles über den Kopf gewachsen“, so der 47-Jährige. Und dann seien „diese Vorfälle passiert“, fügt Deniz T. am Dienstag bei seiner Vernehmung vor der 11. Strafkammer am Landgericht München I noch hinzu. Es klingt schon fast beiläufig.

Was der Familienvater aus München „Vorfälle“ nennt, bezeichnet die Staatsanwaltschaft München I in ihrer Anklage, die sie gegen Deniz T. erhoben hat, indes als schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, versuchter Vergewaltigung sowie Besitz kinderpornografischer Schriften.

Anfang vergangenen Jahres soll der 47-Jährige laut den Ermittlungen „regelmäßig den Kontakt“ zu drei kleinen Mädchen aus seiner Nachbarschaft gesucht und sie sexuell schwer missbraucht haben. Den Kontakt zu einem der Kinder, einer damals Siebenjährigen, stellte Deniz T. dadurch her, dass er mit ihr seinen Hund ausführte. Bei den zwei anderen Opfern handelt es sich um jeweils acht Jahre alte Mädchen. Eine der beiden war eine Mitschülerin von Deniz T.’s  kleinem Sohn. Das andere Mädchen ist das Kind einer Familie, mit der der 47-Jährige befreundet war.

Der Angeklagte räumte zu Prozessbeginn sämtliche Vorwürfe aus der Anklage in einer Erklärung, die seine Verteidigerin, Rechtsanwältin Ruth Beer für ihn abgab, ein. Die Staatsanwaltschaft legt dem Familienvater insgesamt vier Übergriffe an den drei Kindern zur Last. In drei dieser Fälle, die zwischen Februar und Mitte April 2025 geschahen, geht die Anklage zudem von versuchter Vergewaltigung aus. Zu den Taten kam es, als die Mädchen bei T.’s Sohn übernachteten oder im Büro seines Hauses. In einem Fall soll sich der 47-Jährige an einer der beiden Achtjährigen vergangen haben, als diese mit ihrer Mutter ein Grillfest auf dem Anwesen von Deniz T. besuchte. Die Tat geschah, während das Kind auf dem Schoß von T. am Esstisch saß.

Am 13. April 2025 wurde der 47-Jährige festgenommen. Die Staatsanwaltschaft München I hatte eine Eilanordnung zur Durchsuchung der Wohnung von Deniz T. erlassen. Dabei stellten die Ermittler mehrere Datenträger sicher. Deren Auswertung ergab, dass der Analyst darauf eine Vielzahl gelöschter kinderpornografischer Bild- und Videodateien abgespeichert hatte.

Was er getan habe, tue ihm unendlich leid, sagte Deniz T. Er schäme sich zutiefst. Scham sei auch der Grund, weshalb er sich inzwischen von seiner Frau, mit der er 13 Jahre verheiratet war, habe scheiden lassen. „Ich kann ihr nicht mehr in die Augen schauen“, so T. Auf die Frage des Gerichts, warum er sexuelles Interesse an Kindern habe, antwortete der 47-Jährige: „Ich kann es nicht erklären.“ Womöglich seinen Stress und persönliche Probleme ein Grund.

Die Eltern der drei Mädchen treten in dem Prozess als Nebenkläger auf und werden von Anwältinnen vertreten. Eine von ihnen ist Rechtsanwältin Antje Brandes. Sie hielt Deniz T. vor, seine Angaben zu seinen Motiven klängen „etwas weinerlich“. Sie zweifele daran, ob er im Fall einer Verurteilung überhaupt die erforderliche Motivation für eine Sexualtherapie mitbringe.

Ein Urteil in dem Prozess wird für Mittwoch kommender Woche erwartet.

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