Süddeutsche Zeitung

Schwabing:So soll der neue Elisabethmarkt aussehen

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Verwinkelte Gassen, Plätze und Dachterrassen ohne Konsumzwang: Am historischen Standort in Schwabing soll 2024 der neu gestaltete Markt eröffnen. Ein Rundgang über die Baustelle.

Von Patrik Stäbler

Zugegeben, es sieht noch nicht arg wohnlich aus hier drin - aus den Wänden ragen Kabel, am Boden liegt Bauschutt, an der Decke verlaufen Rohre. Hinzu kommt ein Quadratmeterpreis von 23 Euro, was trotz der zentralen Lage in Schwabing eher kein Schnäppchen ist. Und doch wird dieses schmucke Holzhäuschen, wenn es demnächst an seine Vermietung geht, vermutlich einen Ansturm erleben. Nicht etwa von Menschen, die darin wohnen wollen, sondern von Händlerinnen und Händlern, die dort Sandwiches, Bratwürste oder sonst einen Imbiss feilbieten möchten. Denn jenes Holzhäuschen ist Teil des neuen Markts am Elisabethplatz, der nach drei Jahren Bauzeit im kommenden Sommer eröffnet werden soll.

"Die Schwabingerinnen und Schwabinger dürfen sich auf ihren neuen, von ihnen mitgestalteten Elisabethmarkt freuen", sagt Kommunalreferentin Kristina Frank, die an diesem Vormittag zu einem Rundgang über die Baustelle eingeladen hat. Sie betont, dass man bei der Planung nicht nur die Wünsche der Anwohnenden berücksichtigt habe. Sondern mit den verschachtelten Gassen und dem alten Klinkenpflaster werde auch "das Look und Feel des alten Elisabethmarkts aufgegriffen".

Dieser wurde vor 120 Jahren gegründet, ist nach der österreichischen Kaiserin Sisi benannt und galt jahrzehntelang als Herz Schwabings. Doch dann bedurfte es einer umfangreichen Operation, nachdem im Jahr 2011 ein Gutachten gezeigt hatte, das an mehreren Ständen erhebliche Mängel beim Hygiene- und Brandschutz vorlagen. In der Folge wurde hitzig und durchaus kontrovers über das weitere Vorgehen diskutiert, ehe der Stadtrat 2017 einen Abriss samt Neubau beschloss.

Drei Jahre später folgte die Projektgenehmigung, ehe im Juni 2021 der Grundstein für den circa 33 Millionen Euro teuren Neubau gelegt wurde. Er sieht insgesamt zehn Marktgebäude mit 22 Ständen vor - genauso viele wie früher. Jene zwölf Händlerinnen und Händler, die aktuell in der Arcisstraße einen Interimsmarkt in Containern betreiben, hätten einen Platz in den Neubauten sicher, sagt Kristina Frank. Für andere Stände werde man sich voraussichtlich von Dezember an bewerben können. Wie bisher sollen auf dem Markt Lebensmittel und Blumen verkauft werden, aber auch mehrere Imbissstände sind dort wieder vorgesehen.

Komplett neu ist eine Tiefgarage unter den Holzhäusern, in der nicht nur Autos parken können, sondern auch Lager- und Technikräume untergebracht werden. An der Oberfläche bilden die verwinkelten Gassen rund um die Marktgebäude insgesamt drei Plätze - Am Entrée, Bankerlplatz und Brunnenplatz genannt. Hinzu kommen zwei Dachterrassen, wo man sich ohne Konsumzwang etwa zur Mittagspause niederlassen könne, sagt Kristina Frank. "Das wird die Aufenthaltsqualität deutlich aufwerten."

Kurzum, der neue Elisabethmarkt werde wieder ein Anziehungspunkt für die Schwabingerinnen und Schwabinger sein, ist die Kommunalreferentin überzeugt - "wenn sie an den vielen Baustellen vorbeikommen". Diese hatten zuletzt für reichlich Ärger am Interimsmarkt gesorgt, wo die Händlerinnen und Händler beklagten, dass ihre Stände wegen der zahlreichen umliegenden Bauprojekte kaum mehr sicht- und erreichbar seien. "Momentan ist die Situation sehr schwierig", räumt Kristina Frank ein. "Aber in Zukunft wird es besser." So hofft die Kommunalreferentin, dass die Marktgebäude im Frühjahr an die Händlerinnen und Händler übergeben werden können. Die Eröffnung des neuen Elisabethmarkts soll dann Mitte 2024 erfolgen.

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